Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Starke erste Halbzeit reicht Palatia Contwig nicht

Palatia-Stürmer Philipp Koch köpft das 2:1 gegen den bereits geschlagenen Keeper Steinwendens, Luca Layes.
Palatia-Stürmer Philipp Koch köpft das 2:1 gegen den bereits geschlagenen Keeper Steinwendens, Luca Layes.

Eine Halbzeit lang war von einem Klassenunterschied zwischen Contwig und dem SV Steinwenden nichts zu spüren. Der Favorit musste sich zur Halbzeit neu justieren.

Etwa 250 Zuschauer fanden sich am Kunstrasenplatz in der Contwiger Bahnhofstraße ein, um den Auftritt der Palatia und der Gäste vom SV Steinwenden in der dritten Pokalrunde des Südwestdeutschen Fußballverbands zu verfolgen. Der Bezirksligist bot dem Verbandsligisten vor allem im ersten Durchgang Paroli. Mit schwindenden Kräften bei Contwig und zunehmender Steinwendener Spielkontrolle schoss sich der Favorit am Ende mit einem 4:2 (1:2)-Auswärtserfolg noch in die Runde der letzten 32.

Auf ein vorsichtiges Abtasten verzichteten beide Mannschaften. Es war vom Anpfiff weg viel Hin und her geboten, allerdings ohne großen Spielfluss. Keine Mannschaft schaffte es, sich den Ball über mehrere Stationen zuzuspielen. Contwig war zumeist über die rechte Seite mit Spielertrainer Niklas Kupper gefährlich und erspielte sich dadurch mehrere Einwürfe auf Strafraumhöhe oder Eckstöße. Mit einem Volley-Abschlussversuch nach vorangegangener Ecke scheiterte der Contwiger Marcel Hoffmann am Bein von SVS-Spielertrainer Sascha Hammann. Beim daraufhin entstehenden Gegenangriff war Hoffmann dann der Pechvogel, als er den Abschluss von David Höft im eigenen Strafraum mit der Hand berührte. Zum Glück hat Contwig in Moritz Betz einen Elfmeterkiller im Kasten stehen. Bereits in der vorangegangenen Pokalrunde gegen den TSC Zweibrücken parierte er drei Elfer. Auch am Mittwochabend tauchte er rechtzeitig in die bedrohte Ecke ab und hielt die Null für sein Team.

Führung für den Favoriten

Dennoch ging Steinwenden in Führung. Max Malinowski (25.) schloss nach einer Einzelaktion auf Höhe der Sechzehnerlinie trocken per Flachschuss ab. Wer dachte, der Favorit bekäme dadurch mehr Kontrolle, der sah sich getäuscht. Sinnbildlich dafür die Einwurfszene nach 30 Minuten, als Spielführer Benjamin Fuchs den Ball zu seinem nur vier Meter entfernt einwerfenden Kollegen abtropfen lassen wollte, ihm der Ball aber derart verrutschte, dass er direkt wieder ins Seitenaus ging. Aus diesem Fehler entstand die Contwiger Offensivaktion zum Ausgleich. Denn Palatia löste die Einwurf-Aufgabe besser, so dass Kevin Schmidt in der Zentrale an das Spielgerät kam und auf den durchstartenden Kupper passte. Im Laufduell ließ sich der erfahrene Palatia-Spielertrainer nicht abschütteln. Der ehemalige Oberligastürmer legte sich im Duell entscheidend den aufspringenden Ball mit der Stirn etwas vor, so dass er nur noch Keeper Luca Layes vor sich hatte. Ihm bot Kupper keine Chance zur Abwehr (31.).

Mit dem Ausgleich im Rücken und dem Gefühl, gegen den zwei Klassen höheren Gegner mitzuhalten, bekamen die Platzherren Oberwasser. Wieder war es Spielertrainer Kupper, der für ein Schnalzen mit der Zunge sorgte. Er schlenzte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld, nicht wie von Torwächter Layes gedacht, in den Spielerpulk im Strafraum, sondern versuchte, mit einem Schlenzer über ihn hinweg direkt zum Torerfolg zu kommen. Das Leder klatschte an die Latte, Stürmer Philipp Koch war gedanklich am schnellsten und köpfte aus kurzer Distanz das 2:1 (40.).

Reine Einstellungssache

„Ich muss sagen – und das ist jetzt nicht despektierlich in Richtung Contwig gemeint, die machen hier einen herausragenden Job –, es war überhaupt kein gutes Spiel von uns und unser Anspruch muss es schon sein, das Ding hier klar gegen einen Aufsteiger in die Bezirksliga durchzuziehen“, sagte Steinwendens Spielertrainer Sascha Hammann nach dem Abpfiff. Der ehemals langjährige Regionalliga-Linksverteidiger des FK Pirmasens fügte hinzu: „Die erste Halbzeit war wirklich überhaupt nichts von uns, das hat auch nichts mit Matchplan oder Taktik zu tun, sondern ist eine reine Einstellungssache. Ich habe nur zwei, drei Worte in der Pause gesagt, bin dann aus der Kabine und habe die Jungs für sich gelassen.“

Im zweiten Durchgang wurde es für Steinwenden nach den ersten zehn Minuten auch besser. Moritz Betz ließ in der 55. Minute einen Schuss genau vor die Füße von David Höft abklatschen. Der 27-jährige Mittelstürmer nahm dies dankend an. Kupper brachte mit einem ersten Doppelwechsel 30 Minuten vor dem Ende noch mal frische Kräfte. Allerdings schlug in dieser Phase Höft erneut zu (65.). „Man hat gemerkt, dass es uns noch etwas an Fitness fehlt und dass uns so ein Spiel wie in der ersten Halbzeit, als wir sehr viel richtig machen und verdient in Führung gehen, viel Kraft kostet. Hinten raus konnten wir das nicht mehr kompensieren“, begann Kupper das Spiel in Kurzfassung zu umreißen. „Wir haben den Zuschauern etwas geboten, uns hier werbewirksam präsentiert. Aber Steinwenden hat mit Fortdauer sehr viel Druck gemacht, und wir haben vorne keine Entlastung mehr bekommen. Darum geht der Sieg für sie in Ordnung.“ Er habe mit seinen Jungs die Pokalrunden genossen, von daher bleibt eine kleine Träne nach dem Ausscheiden. „Allerdings bin ich auch froh, diese Belastung weg zu haben. Jetzt können wir uns voll auf den Klassenerhalt in der Bezirksliga konzentrieren.“ David Höft schaffte in der Schlussviertelstunde mit seinem Tor zum 2:4-Endstand noch einen Hattrick.

x