Zweibrücken Stadtnachrichten: IG Metall: Filipov will mit dem Kopf durch die Wand

„Im Moment ist das Unternehmen wieder am Zug“, sagt Ralf Cavelius von der IG Metall Homburg-Saarpfalz nach der offenen Mitgliederversammlung am Donnerstagmittag. Rund 600 Terex-Mitarbeiter hatten sich bei der Versammlung über die Situation beim Kranbauer informiert, der einen Standortumbau und den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen angekündigt hatte (wir berichteten gestern). Kritik gab es an der „Salamitaktik“ des Unternehmens, das am Mittwoch gegenüber dem Betriebsrat weitere betriebsbedingte Kündigungen angekündigt hat. Weil sich die Auftragslage verschlechtert habe und nicht mehr genug Arbeit da sei, sollen 75 Kündigungen ausgesprochen und zehn befristete Arbeitsverträge nicht mehr verlängert werden. Einen Termin, zu dem die Kündigungen ausgesprochen werden, gebe es nicht, so Cavelius. Betriebsrat und Gewerkschaft kritisierten, dass das Unternehmen versuche, aus dem Standortumbau zwei Projekte zu machen – auf der einen Seite betriebsbedingte Kündigungen ohne Sozialplan oder Abfindungsregelung, auf der anderen die Schließung des Zweigwerks Bierbach und der Personalabbau in allen Bereichen. „Wir sehen das als eine Gesamtmaßnahme“, betonte der Gewerkschafter. Zuletzt sei der Betriebsrat um Stellungnahmen gebeten worden, die fristgerecht abgegeben wurden. „Die Mitarbeiter merken, jetzt wird’s konkret“, so Cavelius. Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag sei gedrückt gewesen, „es herrschte eine hohe Aufmerksamkeit, man hätte eine Stecknadel fallen hören“, ergänzte er. „Terex war ja zuletzt im Zwei-, Drei-Jahres-Rhythmus von Attacken betroffen“, erinnerte er. So gravierend wie der jetzt angekündigte Standortumbau sei noch keine gewesen. „Das ist jetzt ein regionales Projekt geworden“, sagte Cavelius, nicht nur die Terex-Mitarbeiter, sondern weitere Unternehmen in der Region, die Terex zuliefern, seien betroffen. Cavelius nannte beispielhaft den Mittelbacher Werkzeugbau Lehner, die Werkzeugbauer Lehner in Rimschweiler und Buch Lackiertechnik. „An den 100 Millionen Euro, die bereitstehen, sieht man, dass Filipov mit dem Kopf durch die Wand will“, sagte Cavelius mit Blick auf die Summe, die der Präsident von Terex Cranes für den Kampf zur Verfügung hat. „Das wird ein spannendes erstes Halbjahr“, sagte Cavelius. Wohl um nicht gestört zu werden, sperrten Einbrecher das Haus, das sie durchsuchten, am Donnerstagnachmittag einfach von innen ab: Die Eigentümerin verließ das Gebäude um 15.15 Uhr und kam gegen 18.20 Uhr zusammen mit ihrem Sohn zurück. Sie stellten fest, dass die Haustür mit der Vorhängekette von innen verriegelt war, so die Polizei. Die 53-jährige Hauseigentümerin versuchte, die Tür zu öffnen, und sah dabei zwei oder drei Personen, die zum Balkon rannten und auf diesem Weg flüchteten. Später wurde laut Polizeibericht festgestellt, dass die Balkontür aufgehebelt worden war. Die Einbrecher hatten die Räume durchwühlt. Ob etwas gestohlen wurde, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. Die Zweibrücker Polizeiinspektion bittet Zeugen, sich mit Hinweisen an die Telefonnummer 06332/9760 zu wenden. Aufgrund einer Betriebsversammlung sind die RHEINPFALZ-Geschäftsstelle sowie der Verlag am Montag, 19. Dezember, von 9.30 bis 13 Uhr geschlossen. |daa