Zweibrücken Stadtfest: „Wenn viel los ist, macht’s viel Spaß“

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Wenn am Stadtfest Hochbetrieb herrscht, braucht’s erfahrene Theker hinter den Tresen. Die Kundschaft ist durstig, manchmal ungeduldig und je später der Abend, desto länger die Bestellungen. Unsere Mitarbeiterin Meike Frank wagte am Freitag einen Versuch am Stand des SV Ixheim – und zapfte das erste Bier ihres Lebens.

Die beiden Radler und die Weinschorle sind für den Herrn im karierten Hemd. Ein Blick auf die Preisliste, wie viel Rückgeld bekommt er gleich? Währenddessen warten vier andere Gäste, schwenken Geldscheine und versuchen, die Aufmerksamkeit eines Thekers auf sich zu ziehen. Wer am Stadtfest an einem der vielen Stände bedient, muss schnell und sorgfältig arbeiten. So auch die jungen Männer der ersten und zweiten Mannschaft am Freitag am Stand des SV Ixheim. Bier zapfen ist eine Kunst für sich. Die meisten der Theker am Stand haben darin bereits Erfahrung, vor allem durch die Zweibrücker Stadtfeste der vergangenen Jahre. Die Ixheimer Fußballer arbeiten am Freitag in Schichten, von 15 bis 20 Uhr ist die erste. Danach übernimmt die zweite Schicht bis der Ausschank um 1.30 Uhr endet. Die erste Gruppe hat eine ruhige Schicht, vier Theker genügen vollauf. Es ist immer noch Zeit, sich zwischendurch etwas zu essen zu besorgen oder ein Schwätzchen zu halten. Erst gegen 7 Uhr zieht der Betrieb an. Die Gesichter der jungen Männer sind konzentriert, sie arbeiten Hand in Hand. „Eine Arbeitsteilung ist eigentlich nur am frühen Abend möglich. Dann zapft einer und der andere kassiert. Später ist es dafür viel zu hektisch“, erzählt Dominik Morawietz. Alles, was verdient wird, kommt in die Vereinskasse. Davon werden etwa neue Trainingsanzüge oder Trainingseinheiten in der Soccerarena in Neunkirchen-Furpach bezahlt, berichten die Fußballer. Deswegen gibt es auch für Freunde keine Freigetränke. „Nicht mal für unseren Kapitän“, wirft jemand ein. Später am Abend zieht der Betrieb an. Die sechs Männer der Abendschicht geraten ins Schwitzen, die Gesichter glänzen. „Wenn man selbst nicht betrunken ist, bekommt man schneller was zu trinken. Man kann nämlich den Blick der Theker suchen, während alle anderen damit beschäftigt sind, sich an der Theke festzuhalten“, berichtet ein Gast lachend. Erfahrungsgemäß verkauft der Ixheimer Stand am frühen Abend vor allem Bier, erst später wird zu härterem Alkohol gegriffen. „Wir verdienen freitags etwas mehr, weil da viele Jägermeister und so was trinken, das ist teurer als Bier. Samstags sind alle noch fertig und bleiben lieber beim Bier“, erklärt Jan Frank, der auch zum SV Ixheim gehört. Er hat in diesem Jahr eine Sonntagsschicht erwischt. Etwa 5000 Euro seien am Stadtfestwochenende 2014 zusammengekommen. „Aber du musst wissen, dass jeder als Erster dran kommen will. Für die Spätschicht braucht man mindestens ein oder zwei erfahrene Theker“, erklärt Frank. Wenn das Gedränge groß ist, werden die Bestellungen länger, erzählt Christian Ohlinger. Dann kämpft sich einer durch und bestellt für alle Freunde mit. Da müsse man gut aufpassen, nichts durcheinanderzubringen. Viele der Gäste sind gut bekannt mit den Thekern. Ehrensache, dass man mit einer Bestellung seine Freunde im Verein unterstützt. Ein Gewitter durchnässt die Besucher, sie suchen unter dem kleinen Vordach des Standes Schutz. Das Gedränge wird noch enger. Der Stimmung tut das kaum einen Abbruch. Ein Gast füllt sein Bierglas mit Regenwasser auf, das in Strömen vom Dach des Bierwagens läuft. Ob das noch schmeckt? Inzwischen haben die Theker die Preise im Kopf. Sie mussten sich in diesem Jahr an andere Zahlen gewöhnen: Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren habe der SVI die Preise an seinem Stand erhöhen müssen, da auch die Standgebühren gestiegen seien. Dazu kommen zwei Euro Pfand, auch das mehr als im letzten Jahr. Die Stadt habe verlangt, dass einheitlich drei Euro an Pfand verlangt wird, doch die Stände am Hallplatz hätten sich gemeinschaftlich dagegen entschieden, erzählen die Fußballer. So richtig unangenehme Gäste seien bisher keine dabei gewesen. Dennoch kommt es auch auf dem Hallplatz zu später Stunde manchmal zu Handgreiflichkeiten, wenn die Gemüter durch den Alkohol erhitzt sind. „Die meisten Leute verstehen sich aber gut. Die, die hierherkommen, das ist gleiches Volk“, versucht Dominik Morawietz zu erklären. Mit kleinen Pannen gehen die Ixheimer souverän um. Etwa, wenn die gestapelten Gläserkisten im Stand sich als so schwer erweisen, dass der Boden an dieser Stelle wegbricht. Mit ein paar schnellen Handgriffen reparieren zwei Theker den Wagen, während ihre Kollegen weiter die Gäste versorgen. „Wenn viel los ist, macht’s auch viel Spaß“, sagt Jan Frank.

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