Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Sportsfreunde für den Sportsfreund Fritz Schäfer

Sport ist die große Leidenschaft von Journalist Fritz Schäfer (links), der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Das Irland-Trik
Sport ist die große Leidenschaft von Journalist Fritz Schäfer (links), der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Das Irland-Trikot hat er immer gerne getragen. Weil Schäfer dem Sport viel gegeben hat, will ihm der Sport etwas zurückgeben. Hermann Grieser organisiert am 15. Dezember ein Benefiz-Handballspiel für Schäfer. Der SV 64 Zweibrücken und die VT Zweibrücken-Saarpfalz treffen sich dabei zum Stadt-Derby.

Wie hat die SG Rieschweiler gespielt? Was ist los bei den Zweibrücker Handballern? Was passiert im Stadtrat? Antworten auf diese Frage kannte immer Fritz Schäfer. Seit 1990 berichtete der Journalist aus Rimschweiler über das Leben, mit Vorliebe über das sportliche Leben, in seiner Heimat. Das kann er nicht mehr.

Am 1. Oktober 2020 änderte sich Fritz Schäfers Leben gravierend. Er stürzte und ist seither querschnittgelähmt. Um ihn im neuen Leben zu unterstützen, findet am 15. Dezember in der Westpfalzhalle ein Stadt-Derby im Handball statt: SV 64 Zweibrücken gegen VT Zweibrücken.

Stadt-Derby im Handball, das wäre für Schäfer ein Pflichttermin gewesen und einer, an dem er Freude gehabt hätte. Deshalb sagt er: „Es geht um den Handball; darum, dass sich die Menschen auf dieses Spiel freuen.“ „Aber ob er es hören mag oder nicht: Bei diesem Benefiz-Spiel geht es vor allem um Fritz“, unterstreicht dagegen Hermann Grieser. Er wohnt in Schäfers Nachbarschaft, „und über den Sport haben wir seit Jahren miteinander zu tun“, erzählt Grieser. Lachend verraten beide, dass sie den Heimweg vom Sportheim in Rimschweiler des Öfteren gemeinsam bestritten.

Kleine Erfolgsschritte

Griesers Frau Silvia, Physiotherapeutin, arbeitet seit Wochen regelmäßig mit Fritz Schäfer. Mit Erfolg: Aus dem Rollstuhl aufstehen, mit Unterstützung eine kleine Wegstrecke auf zwei Beinen zurücklegen – das geht wieder. Die Arme kann er wieder einige Zentimeter anheben. Das ging lange nicht nach seinem Sturz im Oktober 2020. Eine Contwiger Gemeinderatssitzung in der Schule in Stambach hatte er für den Pfälzischen Merkur journalistisch begleitet. Beim Rausgehen stürzte er auf der Treppe. Schmerzen habe er keine gehabt, erinnert er sich. Medizinisch versiertes Personal vor Ort sorgte dafür, dass er liegen blieb. Schäfer hatte sich den dritten und vierten Halswirbel gebrochen. Operation in Homburg, Intensivstation in Landstuhl. Rumpf und Füße konnte er ein bisschen bewegen. Mehr nicht. „Aber mich nicht bewegen können und gelähmt sein, diese Verknüpfung hat mein Gehirn nicht zugelassen“, erzählt der 64-Jährige. Es folgte ein Klinikaufenthalt in Langensteinbach, und dort sagte ihm ein Arzt, dass er gelähmt sei. „Dann war die Sperre weg, dann habe ich es kapiert“, sagt Schäfer. Neun Monate Klinikaufenthalt, zuletzt in Bad Wildungen, folgten.

Glück, Wille und eine gute Therapie haben ihn vorangebracht. Und vor allem seine Schwester Elisabeth. Die gelernte Altenpflegerin, mit der Fritz Schäfer gemeinsam im Elternhaus lebt, kümmert sich liebevoll um ihren Bruder. Sie las ihm schon am Telefon – er selbst konnte gar nicht anrufen – immer aus der Zeitung vor. „Ich war immer auf dem Laufenden“, erwähnt Schäfer lachend. Eine Handball-Kolumne hätte er auch schreiben können, ergänzt Grieser, der regelmäßig mit ihm in Kontakt war. Um künftig zu Hause richtig betreut und gepflegt werden zu können, sind Umbaumaßnahmen erforderlich, die nur zum Teil bezahlt werden. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag ist erforderlich, um das Bad behindertengerecht umzubauen und einen Aufzug einzubauen.

Handball für den alten Kicker

Grieser hat überlegt, wie man dem Fritz helfen könne. Eine Benefiz-Aktion sollte es werden, sagt Grieser. Fußball war immer und ist die große Leidenschaft von Schäfer. 50 Jahre, bis er mit 57 die Karriere in der AH beendete, kickte er selbst. „Immer bei Rimschweiler“, erzählt er. Immer im grünen Trikot. Ein grünes Trikot zu tragen, das war dem Irland-Fan heilig. „Fasnacht in Rimschweiler ohne Fritz im Irland-Trikot, das geht gar nicht“, weiß Grieser. „Fußball wäre also naheliegend gewesen, aber damit kenne ich mich nicht so aus. Im Handball aber schon“, fährt er fort. Er fragte beim SV 64, er fragte bei der VTZ. „Beide Vereine haben sofort ja gesagt. Für den Fritz spielen sie“, sagt Grieser und hofft, dass viele, die Schäfer in den vergangen drei Jahrzehnten journalistisch begleitet hat, am 15. Dezember in die Halle kommen. „Um mit dem Fritz zusammen zu feiern. Es soll ein schönes Fest werden, bei dem es um den Menschen Fritz Schäfer geht“, sagt Grieser.

Info

Angepfiffen wird das Zweibrücker Handball-Derby am 15. Oktober um 19 Uhr (Westpfalzhalle). In der Halbzeit gibt es ein Unterhaltungsprogramm. Tickets können gegen eine Spende von zehn Euro bei Hermann Grieser per Mail reserviert werden unter: grieser@hk-stiftung.de.

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