Kolumne Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Sportliche Sorgen, erfüllte Anrufwünsche und eine Erlösung

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In der neuesten Kolumne „Abseits“ geht es um Abstiegsängste, Aufstiegsträume und das Ende einer einjährigen Durststrecke.

TSC Zweibrücken: Bloß kein „Worst-Case-Szenario“

Große Sorgen gab es vor zwei Wochen beim Landesligisten TSC Zweibrücken um Francis Sesay, der sich schwer verletzt hatte. Diese Sorgen sind gewichen, denn Sesay, der früher für die Jugend des FC Bayern München auflief, stand gegen das Spitzenteam SV Hermersberg wieder im Kader und kam sogar zum Einsatz. Mittlerweile sind aber die sportlichen Sorgen groß am Wattweiler Berg. Den Aufstiegsplänen der Vorjahre steht Abstiegsangst gegenüber. Mit 21 Punkten liegt der TSC derzeit auf Rang 13, einem möglichen Abstiegsplatz. Trainer Denis Jung sagte bei der Amtsübernahme: „Ich will den Klassenerhalt sichern“, wiederholte das zuletzt immer wieder bei seiner sechsmonatigen Aufgabe. Nach dem 1:4 zu Hause gegen den SV Hermersberg, seines Zeichens Tabellendritter und tatsächlich Aufstiegsaspirant, kommt dieses Ziel ins Wanken.

Einen Joker hat der TSC noch: Die unmittelbar vor ihnen liegenden Teams haben zum Teil bis zu drei Spiele mehr auf dem Konto. Mit den vorhandenen Bordmitteln, einem breiten und guten Kader mit zum Teil verbandsligaerfahrenen Spielern, wäre der Gang in die Bezirksliga auch ein „Worst Case-Szenario“. Am Donnerstag ab 19.15 Uhr hat das Team gegen den Fünften SV Rodenbach die nächste Gelegenheit zu punkten.

SC Stambach: Quoten stehen gut für Titel und Aufstieg

Gegen den SV Großsteinhausen hatte Stambachs Spielertrainer Steven Hörner bereits vor dem Spiel in der B-Klasse West ein Motto ausgegeben. „Da wollen wir ähnlich verteidigen und vorne auch etwas mehr Akzente setzen wollen, damit wir gewinnen“, meinte der Co-Trainer, nach dem 0:0 im Spitzenspiel der Vorwoche gegen die SG Knopp/Wiesbach. Mit dem zweiten Remis in Serie hat man sich die Verfolger, trotz wenig Offensivkraft beim 1:1, weiter schön vom Leib gehalten. Der SV Großsteinhausen hat nun sechs Zähler, Knopp/Wiesbach zehn Punkte, sowie der SV Ixheim elf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer.

Zwar klappte es nicht ganz mit dem „Zu null“ spielen in Stambach. So wie die Euro-Fighter des FC Schalke unter Coach Huub Stevens in den 1990ern, soll aber weiter die Null stehen, um zum Titel zu kommen. Eben dieses Zu-null-Ziel hat Hörner auch für die nächste Partie gegen den SV Hochstellerhof ausgegeben. Das Motto lautet trotz des zweitbesten Sturms also in etwa: Wir mauern uns zum Titel. Unabhängig von den Gegentoren braucht es nur noch 19 Zähler aus den nächsten acht Spielen, um sich die Meisterschaft zu sichern. Und da in der gesamten Saison insgesamt erst sechs Punkte nicht auf dem SCS-Konto landeten, stehen die Titelquoten gut für die Stambacher.

SG Knopp/Wiesbach: Winzler Schäfer erfüllt Hirts Bitte

Die allererste Niederlage im 21. Saisonspiel der B-Klasse West kassierte die SG Knopp/Wiesbach. „Dieser Sieg fühlt sich richtig gut an“, befand Fabian Schäfer, Spielertrainer des TuS Winzeln, nach dem 2:1-Coup in Knopp. Die Winzler waren kurz vor dem Anpfiff auch um einen Dreier gebeten worden, und zwar von Dennis Hirt, dem verletzten Stambacher Spielertrainer, dem härtesten Konkurrenten von Knopp/Wiesbach im Kampf um den Titel.

„Wir pflegen einen guten Kontakt zu Hirt und Stambach, kennen uns sehr gut und telefonieren fast wöchentlich“, erläuterte Schäfer. Und Hirt war denn auch einer der ersten Gratulanten kurz nach dem Schlusspfiff. Für den TuS aus dem Pirmasenser Stadtteil war der Sieg auch deshalb wichtig, „weil wir gezeigt haben, dass wir auch Spitzenmannschaften in unserer Klasse schlagen können“, betonte Schäfer und fügte hinzu: „Hirt habe ich gleich gesagt, dass Stambach ja noch bei uns antreten muss ...“

SG Zweibrücken: In Zukunft winkt ein Saar-Pfalz-Derby

Die Regionalliga-Handballer der SG Zweibrücken haben nach zwei Niederlagen in Serie Ende Februar und Anfang März nun wieder drei Partien in Folge gewonnen. 30:26 hieß es am Samstag bei der HSG Rhein-Nahe Bingen. Das Problem: Tabellenführer HV Vallendar schwächelt nicht. Der demontierte den TV Offenbach am gleichen Tag mit 39:26 deutlich. Die Zweibrücker als derzeitiger Tabellenzweiter haben zwar noch den Joker, dass die Vallendarer am 25. April in die Westpfalz müssen. Gewänne die SG, würden – Stand heute – aber immer noch zwei Punkte fehlen, um die Rheinländer einzuholen. Sehr unwahrscheinlich, dass die sich noch eine Blöße geben. Da bräuchte es ein Handball-Wunder. Zudem hat das SG-Team noch ein schwereres Restprogramm als Verfolger Budenheim.

Viel wahrscheinlicher ist daher, dass die Zweibrücker in der kommenden Saison wieder auf den TV Homburg treffen, der am Wochenende verlor und so gut wie sicher den Gang in die Regionalliga Südwest antreten muss. Immerhin: Es gibt dann wieder ein Saar-Pfalz-Derby.

SV Bottenbach: Die Erlösung in einer Riesenspielertraube

In seinem 21. Saisonspiel in der Fußball-B-Klasse West ist dem SV Bottenbach der allererste Sieg gelungen. Ein Jahr und vier Tage nach dem bis dato letzten Erfolg, einem 6:2 gegen den FK Petersberg II in der vergangenen Runde, gewann der Tabellenletzte mit 3:1 beim FC Höheischweiler. „Es war sehr schön und erlösend für uns“, erzählte SVB-Spielertrainer Patrick Veith, wie „eine Riesenspielertraube“ am Freitagabend den Premierensieg feierte. Veith lobte die Moral seiner Spieler, von „denen keiner in der ganzen Zeit den Kopf in den Sand gesteckt“ habe. Im Training seien stets „13 bis 15 Mann“. Bottenbach bleibt Schlusslicht, doch die Hoffnung auf den Ligaverbleib „lebt“, versichert Veith.

Benjamin Haag
Benjamin Haag
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