Zweibrücken Spitzenspiel nur auf dem Papier

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Nach dem Schlusspfiff herrschte Sprachlosigkeit rund ums Oberliga-Team der VTZ Saarpfalz. Dass der Zweite das Handball-Spitzenspiel beim Tabellenführer TuS 04 Kl-Dansenberg verlieren könnte, war natürlich erwartet worden. Dass die VTZ völlig chancenlos sein würde, auf dem Spielfeld von einem entfesselt aufspielenden TuS überrollt werden würde, das hatten die wenigsten erwartet. Mit 32:16 (15:5) gewannen die Dansenberger den Westpfalz-Klassiker, auch in der Höhe verdient.

KAISERSLAUTERN. „Ein Spitzenspiel war es nur auf dem Papier“, stellte hinterher auch VTZ-Trainer Danijel Grgic fest. Denn auf dem Spielfeld war zwischen dem Tabellenführer und dem Verfolger ein Klassenunterschied zu sehen. Ein Spitzenspiel war es aber, was das Zuschauerinteresse betraf: 15 Minuten vor dem Anpfiff wurde „ausverkauft“ vermeldet, rund 600 Fans kamen. „Die ersten Minuten konnten wir noch offen gestalten, dann ging nichts mehr“, resümierte VTZ-Kapitän Philip Wiese lange nach dem Abpfiff. Bis zur achten Minute hielten die Zweibrücker das Spiel offen. Tomas Kraucevicius hatte die VTZ nach zwei Minuten mit 1:0 in Führung gebracht. Es sollte einer der wenigen positiven VTZ-Momente bleiben. Drei TuS-Spieler avancierten zum Schrecken für die Zweibrücker: Spielmacher Tim Beutler, Ex-VTZ-Spieler Steffen Kiefer und Dansenbergs knapp zwei Meter großer Torwart Markus Seitz. „Markus war nach zehn Minuten in den Köpfen der VTZ-Angreifer“, freute sich TuS-Trainer Marco Sliwa über die Top-Leistung seines Keepers. Vor dem arbeitete eine schnelle, offensiv ausgerichtete Abwehr, die den VTZ-Spielern sofort den Respekt abkaufte. In die Schnittstellen gehen, das traute sich auf Zweibrücker Seite fast niemand mehr. Die Ideenlosigkeit im VTZ-Angriff wuchs von Minute zu Minute. Pech auch für die Gäste, dass sich Kreisläufer Vladislav Kurotschkin früh am linken Knöchel verletzte, lange behandelt werden musste. „Wir sind seit drei Wochen nicht in der Lage, unsere Leistung im Angriff zu bringen“, bilanzierte Grgic. Das bedeute Ballverluste, einfache Gegentore, verhindere zudem, dass die VTZ ihr Spiel vernünftig aufbauen könne, und habe zur Folge, „dass wir auch in der Abwehr immer unsicherer werden“, analysierte der VTZ-Trainer. Die Löcher im Zweibrücker Abwehrverband nutzte Ex-VTZ-Spieler Steffen Kiefer. „Im Hinspiel war ich verletzt. Schade, ich hätte gerne mal wieder in der Westpfalzhalle gespielt. Deshalb war ich heute schon motiviert“, bekannte er und ergänzte: „Zuletzt habe ich zwei ganz schlechte Spiele gemacht “. TuS-Regisseur Tim Beutler hatte das 1:1 selbst erzielt, dann setzte er erstmals Kiefer auf der halbrechten Rückraumseite in Szene. 2:1 Kiefer, 3:1 Kiefer. Der Ex-Zweibrücker lief zu großer Form auf. Bis zur achten Minute blieb die VTZ dran. Alexey Wetz, der nach der Partie in seinem Heimatort tief enttäuscht war, verkürzte auf 2:3, Martin Mokris per Siebenmeter zum 3:4 (8.). Das war es aber, ab jetzt regierte der TuS in seinem Revier. Seitz hielt, Beutler dirigierte, Kiefer traf. „Es war phasenweise schon erstaunlich viel Platz“, bestätigte Kiefer, der in der 52. Minute mit dem Treffer zum 28:13 sein persönliches Dutzend an erzielten Toren voll machte. In der zwölften Minute hatte Wetz noch mal auf 4:6 verkürzt. Bis zur 29. Minute, als Kurotschkin traf, war es das letzte VTZ-Tor in Hälfte eins. Grgic probierte alles, setzte auf den siebten Feldspieler. Im zweiten Abschnitt gab er jungen Spielern Spielanteile, die erfahrenen Martin Mokris und Tomas Kraucevicius hatten keine Akzente setzen können. Mit einem Anflug von Galgenhumor stellten VTZ-Fans fest: „Immerhin haben wir in der zweiten Halbzeit doppelt so viele Tore geworfen wie in der ersten Halbzeit“. „Wir lagen zwölf Tore zurück und ich dachte: Komm, das verbessern wir ein bisschen“, sagte VTZ-Rückraumspieler Max Hartz, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte. „Meine Rückkehr nach Dansenberg hatte ich mir anders vorgestellt“, bekannte er, der im Sommer aus Dansenberg zur VTZ gekommen war. Sport So spielten sie TuS Kl-Dansenberg: Markus Seitz, Röll (Siebenmeter) - Kiefer (12/3), Beutler (5), Mallios (1) - Labroue (3), Schulze (3) - Megaiookonomou (1) - Christopher Seitz (2), Jung (2), Munzinger (1), Lammering (1), Gromer (1/1) VT Zweibrücken-Saarpfalz: Klöckner, Serr (17. bis 47.) - Kraucevicius (1), Mokris (4/4), Wiese (1) - Stauch, Hauck (1) - Kurotschkin (1) - Wetz (4), Mohn (2), Mägel (1), Rifel (1), Hartz, Baumgart Spielfilm: 3:2 (7.), 6:4 (11.), 13:4 (28.), 15:5 (Halbzeit), 21:9 (39.), 26:12 (49.), 32:16 (Ende) - Zeitstrafen: 5:2 - Rote Karte: Labroue (57./dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 4/4 - 4/4 - Beste Spieler: Markus Seitz, Kiefer, Beutler - keine - Zuschauer: 600 – Schiedsrichter: Haas/Müller (HV Rheinhessen). |add

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