Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen II hat fast durch die Bank Gardemaß

Der 19-jährige Torwart David Späth (rotes Trikot) des Drittliga-Tabellenführers Rhein-Neckar Löwen II war bei einer Rettungsakti
Der 19-jährige Torwart David Späth (rotes Trikot) des Drittliga-Tabellenführers Rhein-Neckar Löwen II war bei einer Rettungsaktion an den Pfosten geknallt, hatte sich verletzt und konnte danach nicht mehr weiterspielen.

Eine starke Leistung bot Drittligist SV 64 Zweibrücken bei der Rückkehr von Stefan Bullacher auf die Trainerbank. Dass es nicht zum dritten Heimsieg in Folge reichte, lag am souveränen Auftritt der Rhein-Neckar Löwen II, die auf vielen Positionen schlicht erstklassig besetzt ist. Der Staffel F-Tabellenführer konnte sich zudem auf seine top-besetzte Auswechselbank verlassen.

„Ich habe vorher in der Kabine noch mal eine Infusion bekommen“, erzählte Stefan Bullacher. Aufbaupräparate, um nach überstandener Corona-Infusion zu Kräften zu kommen und durchzuhalten. Seine Spieler benötigten das nicht. Sie waren in einem sehr guten Drittliga-Spiel sofort hellwach, hielten die Partie gegen den Spitzenreiter bis fünf Minuten vor dem Abpfiff offen. Am Ende verloren sie 32:36 (15:18).

„Es war viel Tempo drin“, freute sich Bullacher über ein Spiel mit geringer Fehlerquote. Aus den Möglichkeiten, die seine Mannschaft momentan habe, „haben wir das gemacht, was wir können“, war er mit Leistung sehr zufrieden. Unterm Strich gehe der Sieg der Gäste absolut in Ordnung.

SV 64-Team beginnt prima und hellwach

Entscheidender Unterschied: die Personalsituation. „Es ist schon ein bisschen witzig, wenn bei den Rhein-Neckar Löwen II ein Bundesliga- oder ein Ex-Bundesliga-Spieler eingewechselt werden“, sagte Bullacher mit Blick auf die top-besetzte Bank des Staffel-Primus, von der unter anderem der 19-jährige Torwart David Späth, der im Bundesliga-Team zu einer festen Größe geworden ist, und Ex-Bundesliga-Akteur Max Trost kamen. Beim SV 64 hingegen macht man sich Gedanken, „wie wir unsere Wechsel überbrücken, damit wir die ersten Sieben so lange wie möglich auf dem Feld lassen können“.

Schon die Anfangsphase, die der SV dominierte, ließ Klasse des Spitzenreiters erahnen. 8:4 führten die Zweibrücker nach elf Minuten. Philipp Kockler hatte die Vier-Tore-Führung herausgeworfen. Die Löwen verkürzten auf 6:8. Niklas Bayer und Tim Götz stellten den Vier-Tore-Abstand wieder her. Die Gäste brachte das nicht aus der Ruhe. Überragend Ex-Bundesliga-Spieler Sebastian Trost und der junge Elias Scholtes im Rückraum.

Torhüter im Fokus: Dörr trifft – und Späth verletzt sich

„Das ist echt unglaublich anstrengend, gegen diese Mannschaft die gesamte Zeit über anzurennen. Und man muss ehrlich sagen: Sie haben im Abschluss eine Qualität, die kann man einfach nicht mehr verteidigen“, meinte Tom Grieser, der ein überragendes Spiel machte, die Kreise von David Ganshorn am Kreis einschränkte. Über den Kreis – das Zusammenspiel mit Kevin Knieps funktionierte einmal mehr – war Zweibrücken sehr effektiv. „Wir hatten uns darauf eingestellt. Die Zweibrücker Mannschaft ist sehr agil. Sie können unheimlich gut mit dem Kreis kooperieren, und die Geschichten haben wir auch gesehen“, bilanzierte Klaus Billmaier, der den erkrankten Löwen-II-Trainer Michael Abt vertrat.

Die mit Gardemaß angereisten Gäste – bis auf Rechtsaußen Leon Bolius (1,78 Meter) bewegen sich alle in oder nahe der Zwei-Meter-Zone – unterschätzten den SV nicht. Das zeigte auch die Szene, in der sich Torwart Späth verletzte. Er hatte das Tor für den sechsten Feldspieler geräumt, weil die Gäste eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert hatten. SV-Torwart Alexander Dörr, der ein gutes Spiel machte, parierte. Er traf zum 20:22 ins leere Tor des Gegners. Der Junioren-Europameister probierte noch den Treffer seines Zweibrücker Pendants zu verhindern und knallte unglücklich an den Torpfosten. Der Einsatz zeigte, wie ernst der Tabellenführer die Aufgabe nahm. Für Späth war die Partie da vorzeitig beendet.

Sebastian Meister traf von links noch zum 28:28. Der SV schnupperte an einer erneuten Sensation. Aber dann war es der zweite Junioren-Europameister auf dem Feld, David Krass, der zum 32:29 traf – die Entscheidung. Beim SV feierte noch – passend zum Thema Personal – Frauentrainer Rüdiger Lydorf seine Drittliga-Premiere zwischen den Pfosten.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Dörr (1), Lydorf (ab 55.) - Bayer (4), Tim Götz (5), Kockler (5) - Hammann (2), Meister (3) - Knieps (7/2) – Grieser (3), Gohl (2), Ihl, Naumann, Sema

Rhein-Neckar Löwen II: Gierse, Späth (22. - 37.) - Scholtes (6), Sebastian Trost (9), Blum (4/2) - Schlafmann (3), Bolius (2) - Ganshorn (1) – Max Trost (3), Krass (2), Timmermeister, Wichmann (2), Michalski (1), Kessler (3)

Spielfilm: 8:4 (11.), 8:6 (12.), 10:6 (15.), 12:12 (21.), 14:14 (23.), 14:18 (30.), 15:18 (Halbzeit); 20:23 (37.), 28:28 (48.), 29:30 (49.), 29:32 (52.), 32:36 (Ende) - Zeitstrafen: 1:2 - Siebenmeter: 3/2 - 2/2 - Beste Spieler: Götz, Grieser - Sebastian Trost, Scholtes - Zuschauer: 300 - Schiedsrichter: Brandt/Fleisch (HV Württemberg).

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