Montagsumfrage So sind bei den Zweibrückern die wichtigen Prüfungen gelaufen
„Ich habe jedes Jahr Prüfungskinder bei mir“, sagt Maria Bauer aus Zweibrücken. Sie ist aber keine Lehrerin, sondern arbeitet als Reinigungskraft am Helmholtz-Gymnasium.
Als solche bekommt sie die Abiturprüfungen der Schüler und deren Vorbereitungen mit. Auch deren Anspannung vor den Prüfungen. „Die Nervosität ist groß“, weiß sie. Maria Bauer selbst hat vor rund 40 Jahren ihre letzte Prüfung abgelegt, und zwar für den nachgeholten Hauptschulabschluss. „Prüfungen haben wir jeden Tag. Das ganze Leben ist eine einzige Prüfung“, gerät die Zweibrückerin ins Philosophieren.
Der Homburger Jürgen Mayer erinnert sich an sein zweites Examen, das er 1978 abgelegt hat, nämlich sein Lehrerexamen. Daran hat er ausschließlich gute Erinnerungen. „Das war spannend“, sagt er im Brustton der Überzeugung. Schlechte Erinnerungen an Prüfungen hat er nicht, obwohl er vier oder fünf abgelegt hat, wie er erklärt. Beruflich hat Jürgen Mayer Lehrer- und ein Ingenieursexamen abgelegt, im Privatbereich gab es bei ihm seither keine Prüfung mehr. „Unsere Ehe ist eine Prüfung“, sagen er und seine Frau wie aus einem Munde. Beide lachen dabei. Generell findet der Homburger Prüfungen wichtig. „Wegen der Auslese“, meint er. Bei Bewerbungen könne man anhand der Prüfungsunterlagen auf den ersten Blick erkennen, woran man ist.
Die Schülerin Annika Opp aus Zweibrücken besucht das Helmholtz-Gymnasium, hat aber noch Zeit bis zum Abitur. „Ich schreibe Klausuren. Wenn’s in meinem Lieblingsfach Erdkunde ist, macht eine Prüfung Spaß. In Mathe eher nicht“, beschreibt sie ihre Präferenzen. Und wenn man den Stoff nicht verstehe, sei das Lernen auch eher lästig. Erinnern kann sich Annika Opp vorwiegend an Prüfungen, die schlecht gelaufen sind und bei denen sie eine schlechte Note bekommen hat. Gute Prüfungen vergesse man schneller, meint sie. Ob Prüfungen tatsächlich nötig sind, weiß sie nicht, „aber für mich gehören sie eigentlich dazu“. In ihrer Freizeit betreibt Annika Opp Rasenkraftsport. Auch dort sind Wettkämpfe eine Art Prüfung. Und die gelingen ihr am besten, wenn möglichst wenig Leute zuschauen, lacht sie.
Der Zweibrücker Peter Renner erinnert sich am liebsten an seine vorletzte Prüfung. „Das war die Abiturprüfung, die ist im März genau 60 Jahre her. Die habe ich am Staatlichen Realgymnasium in Sulzbach im Saarland gemacht“, erzählt er. Um die Erinnerung an diese Zeit wach zu halten, wollen die Ehemaligen bald ein Klassentreffen organisieren. „Und um zu schauen, wer noch übrig ist“, ergänzt er. Sein Abitur ist gut gelaufen, er hat nur gute Erinnerungen daran. „Aber die verblassen allmählich.“ Peter Renner weiß noch, wie er vorm Abi für Chemie und Physik gepaukt hat. Was er dabei gelernt hat, brauchte er später nie mehr. Denn mit der Juristerei ist er beruflich in ein völlig anderes Themenfeld eingestiegen.