Zweibrücken
So sah Zweibrücken vor 200 Jahren aus
Wie sah Zweibrücken vor rund 200 Jahren aus? Welche Gebäude stehen noch, welche Spuren haben die prachtvollen Schlossgärten hinterlassen? Die Firma Andreas Matzerath Architektur Visualisierung hat gemeinsam mit dem Stadtmuseum das Stadtbild der Residenz am Ende der Herzogzeit rekonstruiert.
„Die Herzogsvorstadt prägt das Stadtbild“
„Die Herzogsvorstadt prägt bis heute das Stadtbild“, sagt Charlotte Glück, Leiterin von Stadtmuseum und Stadtarchiv. Andere Gebäude aber, das Schlösschen der Gräfin von Forbach oder die Orangerie etwa, seien aus dem Stadtbild verschwunden. Doch nicht nur die Bauten, auch die Gärten „spielten in der Barockzeit eine enorme Rolle im repräsentativen Auftreten der Fürsten“, erklärt Glück. So habe Johann Ludwig Petri, der Hofgärtner von Herzog Christian IV., „Schlossgärten geschaffen, die sich beidseits des kanalisierten Schwarzbachs bis nach Niederauerbach zogen“. Sie seien zwar ab 1793 in den Revolutionskriegen untergegangen, aber die im 19. und frühen 20. Jahrhundert entstandenen Nachfolgeeinrichtungen „bilden bis heute die grüne Lunge der Stadt“, verdeutlicht Glück. Gestüt, Rennwiese, Biergarten, Schließ, Rosengarten, Doppelallee und die Stadt am Wasser stünden in der Tradition der ehemaligen Schlossgärten.
Dass nun bislang unbekannte Detailansichten aus dieser Zeit vorliegen und sogar in einem Video sechs Minuten über die Stadt Zweibrücken im Jahre 1790 geflogen werden kann, sei der Zusammenarbeit mit der Firma Andreas Matzerath Architektur Visualisierungen zu verdanken. Die Firma habe „mehrere Monate“ daran gearbeitet, die barocke Stadt mit Schloss, Schlossgärten, Herzogsvorstadt, Schlösschen der Gräfin und Orangerie dreidimensional darzustellen. Auch die einzelnen Arbeitsschritte seien dokumentiert. Angestoßen und finanziert wurde das Projekt laut Glück vom Förderverein Stadtmuseum und weiteren Spendern. Zu den Kosten wolle man sich nicht äußern.
Der Gärtner hat sehr korrekt gezeichnet
„Als Grundlage für die Visualisierung hatten wir nur das Aquarell von Philipp Adolf Leclerc um 1800 und den Gartenplan von Johann Ludwig Petri um die 1760. Das waren unsere Hauptquellen“, sagt Glück zur Ausgangslage. Von der Brücke, die von der Herzogsvorstadt in die Stadt führte, habe man nur ein Bild von 1830 gehabt und sich gefragt, ob das auch die Brücke von 1790 war? „Manchmal mussten wir uns etwas behelfen, aber wenn man zum Beispiel den Plan des Gärtners Johann Ludwig Petri auf den heutigen Stadtplan projiziert, dann sieht man, wie korrekt Petri seine Plan-Zeichnung angefertigt hat“, so Glück. Die Ausstellung verdeutliche zudem „den Entstehungsprozess einer 3D-Visualisierung vor dem Hintergrund nur weniger vorhandener Bildquellen“. Die Sonderausstellung werde dann in die Dauerausstellung des Stadtmuseums übergehen, kündigt Glück an und spricht „von einem guten Beitrag, um die Geschichte der Stadt zu vertiefen“.
INFO
Am Freitag, 7. Juli, 18 Uhr, eröffnet die Ausstellung „Das barocke Zweibrücken – 3D-Rekonstruktion der Residenzstadt um 1790“ im Stadtmuseum Zweibrücken. Zu sehen ist sie bis 3. Oktober. Das Stadtmuseum ist dienstags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet.