Zweibrücken So kam es zur Ausstellung Syffert im Stadtmuseum

Das Zweibrücker Stadtmuseum zeigt in drei Räumen die Geschichte der Familie Syffert mit Gemälden, Zeichnungen, Fotos und Schrift
Das Zweibrücker Stadtmuseum zeigt in drei Räumen die Geschichte der Familie Syffert mit Gemälden, Zeichnungen, Fotos und Schriftstücken.

„Ich muss gestehen, dass mir der Name Syffert vor meinem Besuch in München völlig fremd war!“, bekannte Charlotte Glück, die Leiterin des Zweibrücker Stadtmuseums bei der Vernissage der Ausstellung „Die Familie Syffert“ – und erzählte von einer Sternstunde

Es kommt selten vor, dass die Eröffnungsrede bei einer Vernissage erst die Bedeutung eines Ausstellung erhellt, erst recht, wenn es sich um eine kleine Ausstellung handelt, die nur drei Räume im Stadtmuseums einnimmt, aber am Freitag war es so. Es ist zu hoffen, dass Museumsleiterin Charlotte Glück ihre Rede im Museum aushängt, damit alle Besucher das Dargestellte besser verstehen und auch würdigen können.

„Die Sternstunde war bereits am 3. November 2017“, so Charlotte Glück: „An diesem Tag habe ich Rolf Syffert, damals 87 Jahre alt, in seiner Wohnung in München-Schwabing besucht. Ein entfernter Verwandter von ihm hatte mich angerufen und mich auf die Porträtsammlung aufmerksam gemacht, die der alte, kinderlose Herr hütete. Werner Kittel, leider ist er mittlerweile verstorben, sorgte sich um die Sammlung von Familienporträts, die fast alle Bezug zu Zweibrücken hätten, wo seine Vorfahren viele Generationen lang lebten. Ich wurde hellhörig und habe Kontakt mit Rolf Syffert aufgenommen, ihm von unserem Museum erzählt und er hat mich zu einem Besuch in München eingeladen. Beim nächsten privaten Allgäu-Wochenende machten mein Mann und ich den kleinen Schlenker über München und besuchten Herrn Syffert. Offensichtlich haben wir keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Schon neun Tage nach unserem Besuch bekam ich Post aus Schwabing: die Kopie einer handschriftlichen Testamentsergänzung. Herr Syffert hatte der Stadt für den Fall seines Ablebens seine Porträtsammlung vermacht. Sein Neffe, Hanno Syffert, und seine Nichte, Ruth Mühleisen, haben uns die Bildersammlung vor einigen Monaten dann sogar persönlich vorbeigebracht.“

Die Detektivin

Es folgte das Ergebnis der Detektivarbeit Glücks. Sie hat recherchiert und versuchte, den Stammbaum der Familie Syffert (die sich früher auch mit ü schrieb) zu rekonstruieren. Er beginnt mit Jean oder Johann Süffert, 1668 geboren, der Amtsdiener in Rappoltstein (Elsass) war. Sein zweiter Sohn Christian Süffert, 1706 geboren, ging mit seinem Herrn, Christian III., der sich das Erbe des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken 1734 gesichert hatte, nach Zweibrücken. Er wurde Zuckerbäcker, dann Haushofmeister und zuletzt Oberkontrolleur am Zweibrücker Hof. Die im weiteren Verlauf noch spannende Geschichte endet mit Lina Syffert, die 1903 starb und in Zweibrücken begraben war. Oder auch nicht: Denn das Haus, das die Familie 1845 an der Ecke Dinglerstraße/Bismarckstraße baute, steht heute noch.

Info

„Vom Herzogtum zur Kaiserzeit: Die Zweibrücker Familie Syffert, treue Diener des Staates“, Zweibrücken, Stadtmuseum, Herzogstraße 9-11, bis 26. Mai.

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