Neue Chefin im Tierheim RHEINPFALZ Plus Artikel Sie will die Hunde paarweise halten

Lisa Neisius, hier mit Mischlingsrüde Anaak, ist die neue Tierheimleiterin in Zweibrücken.
Lisa Neisius, hier mit Mischlingsrüde Anaak, ist die neue Tierheimleiterin in Zweibrücken.

Lisa Neisius ist 30 Jahre jung, wohnt in Wadgassen im Saarland und leitet seit 15. Januar das Zweibrücker Tierheim. Unser Mitarbeiter Mario Moschel sprach mit ihr.Frau Neisius, Tierheimleiterin ist ein Hauptberuf, wie kommen sie dazu? Ich arbeite seit zehn Jahren in verschiedenen Tierheimen. Zweibrücken ist meine sechste Station. Ich war zuvor vier Jahre Leiterin des Tierheims Pirmasens und vorher zwei Jahre im Schwarzwald. Davor habe ich als Tierpflegerin gearbeitet.

Tierheimleiterin ist ja kein Ausbildungsberuf. Wächst man da rein?Ja. In der Regel hat man eine Berufsabschluss als Tierpfleger oder tiermedizinische Fachangestellte.

Kannten Sie das Tierheim Zweibrücken vorher?Nicht wirklich. Ich war vor etlichen Jahren mal hier, da sah aber einiges anders aus. Jetzt war ich schon positiv überrascht. Der Eingang mit Überdachung, die Katzenstation mit der neuen Quarantäneabteilung und Krankenstation. Es ist auch weiterhin viel geplant an Umbauten.

Welche?Die Freiläufe am Eingang sollen erneuert werden mit Übersprungschutz, der in den Boden eingelassen ist, sodass die Hunde weder drüber noch drunter durchkommen.

Wie viele Mitarbeiter hat das Zweibrücker Tierheim zurzeit?Mit mir sechs Hauptamtliche. Vier Vollzeit-Angestellte und zwei Auszubildende. Ich bin hier zum ersten mal auch Ausbilderin. Dazu muss ich den Ausbilderschein noch machen, sobald Corona das zulässt. Pascal hat im Mai Prüfung, da bin ich bei der Vorbereitung gefordert. Emma ist im zweiten Lehrjahr, da habe ich etwas mehr Zeit.

Warum Zweibrücken? Ich wohne in Wadgassen, und die Strecke nach Pirmasens ist schon weit. Sechsmal die Woche über 80 Kilometer einfach. Nach Zweibrücken sind es nur 50 Kilometer Fahrt. Aus Wadgassen möchte ich nicht wegziehen.

Es heißt, Sie würden eine Wohnung suchen? Stimmt das nicht?Sagen wir so: Wenn die richtige Wohnung kommt, würde ich umziehen. Aber ich habe einen Listenhund, einen Mischling. Im Saarland ist der auflagenfrei. In Zweibrücken müsste ich erstmal eine Wohnung finden, wo ein Listenhund erlaubt ist, was gar nicht so einfach ist. Daher kämen grenznahe saarländische Gemeinden eher in Frage, zum Beispiel Einöd. Es ist ein Pitbull-Mischling. In Rheinland-Pfalz sind die Auflagen höher und auch die Hundesteuer. Ich wohne gerne ländlich. Es muss einfach passen. Familiär bin ich unabhängig.

Welche größeren Veränderungen stehen noch an im Tierheim?Wir wollen mittelfristig bei den Hunden zur Paarhaltung kommen, wenn schon nicht im Zwinger, dann wenigstens im Freilauf. Wir wollen ihnen bessere Chancen bieten, ein neues Zuhause zu finden.

Stimmt das Vorurteil, dass in Pirmasens mehr Listenhunde, im Volksmund ja Kampfhunde genannt, im Tierheim landen als in Zweibrücken? Nicht mehr. Vor Jahren war das wohl noch so.

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