Handball
SG Zweibrücken reist zum Derby ins Saarland
Stephan Jahn heißt der neue Mann im Zweibrücker Trikot. Im Rückraum soll er für Torgefahr und in der Abwehr für Stabilität sorgen. „Ich freue mich, dass es funktioniert hat. Er ist variabel, kann im Rückraum links und rechts spielen. Und er kann Abwehr spielen“, freut sich SG-Trainer Klaus-Peter Weinert über den Neuzugang, der schon geraume Zeit Trainingsgast in Zweibrücken ist. Der 25-Jährige bringt Erfahrung mit, spielte bei seinem Heimatverein Günzburg bereits A-Jugend-Bundesliga, später Dritte Liga und war mit Günzburg mehrfach in Zweibrücken zu Gast.
Der Spätberufene
Das Medizin-Studium brachte ihn nach Homburg. Weil sich Studium in Homburg und die Fahrt nach Günzburg nicht mehr sinnvoll miteinander verbinden ließen, wechselte er nun für drei Spielzeiten zur SG.
250 Kilometer einfach, um zum Training und Spiel nach Bayern fahren, „das kenne ich“, sagt Mirko Pesic, Trainer der Illtaler „Zebras“. Als er den Bayernligisten TSV Lohr trainierte, nahm er diese Strecke drei Mal wöchentlich auf sich. Gegner damals unter anderem der Verein von Stephan Jahn, der VfL Günzburg. Auf Dauer, sagt Pesic, sei dieser Fahraufwand nicht machbar gewesen, auch wenn er sich handballerisch in Bayern wohl fühlte.
65 Jahre ist der spätberufene Handballverrückte alt. Mit 21 Jahren kam er zum Handball. Er spielte zunächst in der kroatischen Heimat, kam dann nach Zweibrücken. „Mein Plan war, hier drei, vier Jahre zu bleiben. Ist nicht aufgegangen“, sagt er schmunzelnd.
Der Lebensmittelpunkt
Über drei Jahrzehnte sind es bereits, die er deutschlandweit in Sachen Handball unterwegs ist. Zweibrücken blieb immer der Lebensmittelpunkt. Mittlerweile gibt es zwei weitere gute Gründe, um in Zweibrücken zu bleiben: „Meine Enkel Luca und Matteo“, sagt Pesic. Die werden am Sonntag in Eppelborn in der Halle sein. Auch wenn sie handballerisch mit der SG Zweibrücken verbunden sind, werden sie ihrem Opa die Daumen drücken.
Illtal erwischte einen schwierigen Saisonstart, hatte oft Pech und kam vergangene Woche in Mülheim schließlich richtig unter die Räder. Pesic weiß, dass ein Coach nach einem Saisonstart mit 1:9 Punkten unter besonderer Beobachtung steht. „Ich kenne das Geschäft“, sagt er. Sein Team, bei dem zu Saisonbeginn Top-Spieler Max Mees die Handballschuhe an den Nagel hängte - „ein überragender Junge“, sagt Pesic - rehabilitierte sich am Mittwoch. 41:27 wurde im Saar-Pokal gegen Ligakonkurrent Homburg gewonnen. „Es wird wichtig sein, Selbstvertrauen zu gewinnen“, hatte Pesic vor dem Pokalspiel gesagt. Das dürfte gelungen sein.
Kurze Anreise
Dass er in Zweibrücken wohnt, ändere nichts an seiner Einstellung zum Spiel, sagt Pesic. Für ihn ist jedes Spiel gleich wichtig. Dass das Spiel für viele Derby-Charakter hat, weiß er. Spannende Duelle lieferten sich die beiden Teams regelmäßig. Zur besonderen Stimmung tragen auch immer viele Zweibrücker Fans bei, die nach Eppelborn fahren. Es könnte also so etwas wie das gefühlte dritte Heimspiel der Zweibrücker werden. „Wenn es so erfolgreich endet, wie die bisherigen zwei Heimspiele, gerne“, sagt SG-Trainer Klaus-Peter Weinert. Er selbst hat nur eine kurze Anreise. Von seinem Wohnort Spiesen-Elversberg ist Eppelborn nicht weit entfernt.
Den Illtaler Saisonstart hat er natürlich verfolgt, die Spiele auf Video gesehen. Deshalb warnt er sein Team auch eindringlich davor, sich vom Illtaler Punktestand blenden zu lassen. „Das wäre der größte Fehler, den wir machen könnten“, unterstreicht Weinert. Da kommt der Illtaler Pokalerfolg als Warnung gerade zur rechten Zeit. Auch die Zweibrücker haben, mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft, am Mittwoch ein Saar-Pokal-Spiel bestritten. Sie unterlagen Liga-Konkurrent HG Saarlouis 27:35. Das nahm man locker in Zweibrücken, wo gilt: „Liga First“.