Handball
SG Zweibrücken bezwingt auch TV Offenbach
„Die wichtigen zwei Punkte des Tages haben wir“, sagte Regionalliga-Handballer Tom Grieser von der SG Zweibrücken am Samstagabend nach dem 29:23 (17:11) gegen den TV Offenbach. Als FCK-Fan hatte er an diesem Tag – vergebens – auf weitere Punkte für die Roten Teufel in der Zweiten Fußball-Bundesliga gehofft. Durch den Heimsieg grüßen die Zweibrücker, nachdem Konkurrenten gepatzt haben, als alleiniger Tabellenführer. Offenbach bleibt nach der neuerlichen Niederlage punktlos im Tabellenkeller sitzen.
Entscheidend sei gewesen, dass sein Team „den kompletten Start verschlafen“ habe, sagte Offenbachs Trainer Christian Job und fügte hinzu: „Dann wird es natürlich schwierig. Dieser Situation sind wir hinterhergerannt.“ Er kritisierte die fehlende Konzentration in der Anfangsphase. Mit einem 5:0-Lauf starteten die favorisierten Zweibrücker. Der aus der A-Jugend aufgerückte Ben Schwindt, der erstmals in der Startelf stand, weil der etatmäßige Linksaußen Nico Graeber beruflich bedingt passen musste, erzielte im Wechsel mit Stephan Jahn die ersten vier Zweibrücker Treffer. Den fünften setzte A-Junior Matteo Weber ins gegnerische Netz. Im weiteren Spielverlauf bekam A-Junior Felix Weinert auch viel Spielzeit, um das Zweibrücker Team von der Spielmacherposition aus zu lenken. Für die jungen SG-Spieler war das körperbetonte Spiel im wahrsten Sinne des Wortes ein Härtetest.
Der Schlendrian
Also alles gut bei Zweibrücken? Vieles gut, aber die Laune von Trainer Martin Schwarzwald rutschte zwischenzeitlich in den Keller. „Es steht zu schnell 5:0“, freute er sich zwar über den gelungenen Start, der daraus resultierte, dass Zweibrücken gute Lösungen gegen Offenbachs offensive Abwehr hatte, „und wir schnell umschalten konnten“, lobte Schwarzwald. Aber der gute Start hatte auch zur Folge, „dass der Schlendrian reinkommt“. Am Spielfeldrand forderte er immer wieder: „Spannung halten!“
Das gelang nur bedingt, auch weil vom Anpfiff weg spürbar war, dass die Zweibrücker dieses Spiel auf keinen Fall verlieren würden. Aber sie eröffneten durch Unkonzentriertheiten den Offenbachern Chancen. Schwarzwald erinnerte an vier Gegenstoßversuche in der ersten Hälfte, „bei denen wir einfach den Ball wegwerfen, und im direkten Gegenzug klingelt es bei uns im Tor – das darf uns nicht passieren“. Statt nach einem Drittel der Spielzeit 20 Minuten deutlich zu führen, ließen die Zweibrücker Offenbach herankommen (11:9/21.). Andreas Benz mit einem seiner fünf Treffer und Felix Klein mit zwei von vier Toren verkürzten für den TVO.
Job stellt Deckung um
Schwarzwald nahm die Auszeit, wechselte etwas durch, und die SG machte nun auch auf der Anzeigetafel die auf dem Spielfeld erkennbaren Kräfteunterschiede wieder sichtbarer. Mit einer 17:11-Führung für die Hausherren ging es in die Kabine.
Max Dotterweich verkürzte für Offenbach, aber ein Doppelschlag des sechsfachen Torschützen Nils Wöschler brachte das 19:12 und neuerlich eine schnelle Offenbacher Auszeit (34.). Weil Zweibrücken wieder gut gegen die offensive Deckung durchkam, stellte Job auf eine 6-0-Deckungsvariante um. Untypisch für Offenbach. Deshalb habe er die Auszeit gebraucht, „um noch mal zu erklären, wer wo deckt“, erläuterte Job.
Keine Kiste Bier
Es entwickelte sich ein Spiel, das Zweibrücken kontrollierte. Der Abstand blieb lange konstant bei fünf, sechs Toren. In den Schlussminuten deutete sich ein deutlicherer Heimsieg für Zweibrücken an. Rechtsaußen Nico Becker traf zum 25:19, Samuel Reitz vom Kreis zum 26:19 und Kapitän Philipp Hammann per Strafwurf zum 27:19 (52.). Tim Eisel und Stephan Jahn steuerten ihre jeweils vierten Treffer kurz vor Abpfiff bei zur 29:20-Führung (55.) Zweibrücken mühte sich vergeblich bis zum Schlusspfiff, die 30-Tore-Marke zu knacken. Das 30. Tor – für dieses zahlt der Schütze traditionell eine Kiste Bier für die Mannschaft – blieb ungeworfen. Auch als Hammann, der bis dahin dreimal sicher verwandelt hatte, in der Schlussminute an die Strafwurflinie ging und an TVO-Keeper Maximilian Geiger scheiterte. Daran sei er schuld, bekannte Trainer Schwarzwald schmunzelnd. „Der Druck war zu hoch. Ich habe ihm gesagt, wenn du den nicht machst, kostet es das Doppelte“. Die Zweibrücker Torflaute in den Schlussminuten nutzte Offenbach, um den Abstand auf sechs Treffer zu verkürzen.