Handball
SG SV 64/VT Zweibrücken: Für Joshua Eberhard geht’s sportlich bergauf
Seit Saisonbeginn läuft es deutlich besser für Eberhard, der in dieser Woche auch privat ein ganz neues Kapitel aufschlägt: Er nimmt in Saarbrücken sein Jura-Studium auf. Künftig gilt es also, das Studium mit dem Handball unter einen Hut zu bringen. Der 21-Jährige trainiert bei der SG SV 64/VT Zweibrücken die A-Jugend und ist im Oberliga-Team im linken Rückraum gesetzt. Auch am Samstag, wenn die SG ab 20 Uhr bei der HSG Kastellaun/Simmern gefordert ist.
Wollen die vom Verletzungspech und Krankheitsausfällen gebeutelten Zweibrücker beim Aufsteiger was Zählbares mitnehmen, braucht es die sogenannten einfachen Tore von Joshua Eberhard aus dem linken Rückraum. Der 1,91 Meter große Saarbrücker begann mit dem Handballspielen in Saarlouis. Er wechselte zum SV 64 Zweibrücken und von dort als B-Junior ins Handball-Internat des SC Magdeburg. Vergangenes Jahr, nach dem Abitur, zog es ihn in die heimatlichen Gefilde zurück. „Hier fühle ich mich einfach wohl“, sagt Eberhard.
FSJ im Verein lohnt sich aus mehreren Gründen
Er hatte auch überlegt, ob er ein Lehramtsstudium beginnen sollte, entschied sich daher, beim SV 64 ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. „Ich wollte wissen, ob das was für mich ist“, sagt er. Fazit: „Ich glaube, Lehrer ist nicht der richtige Beruf für mich“, stellte Eberhard fest und entschied sich anders. Viel Spaß hat er im FSJ aber am Trainerjob gewonnen. Dieses Engagement setzt er fort. Als Trainer im Camp 64 beschäftigte er dieser Tage den Nachwuchs mit Wurfvariationen. Auf erfolgreiche Wurfvariationen Eberhards setzen gegen Kastellaun/Simmern sein Trainer Klaus-Peter Weinert und seine Teamkollegen. 29 Treffer hat der Rückraumspieler bisher erzielt. Aus dem Feld heraus ist er nach Adam Soos (36) erfolgreichster SG-Torjäger.
„Ja, es geht sportlich bergauf“, freut sich Eberhard. Ein wichtiger Grund dafür sei, dass er gesund und fit ist, dass er regelmäßig trainieren kann. Seine Trainingsbeteiligung ist sehr gut. Vergangene Saison plagten ihn immer wieder Blessuren; er schaffte es nicht, richtig in Tritt zu kommen. Er gewöhnt sich ans Zweibrücker Deckungssystem. „Das hat einige Zeit gebraucht. Aber ich merke, dass es auch in der Defensive besser funktioniert“, sagt er und hat die Sicherheit, dass die Teamkollegen Fehler ausbügeln. „Unsere Torhüter Norman Dentzer und Damian Zajac haben gegen Worms sehr gut gespielt, uns enorm Sicherheit gegeben“, unterstreicht er.
In Personalunion Trainer und Teamkollege
Es sei schon ein Unterschied, bekennt er lachend, ob man die zugedachte Rolle in der 3:2:1-Deckung selbst ausfüllen oder ob man es anderen beibringen müsse. Letzteres ist seine Aufgabe als Jugendtrainer. Er trainiert die A-Junioren der SG, die in der RPS-Oberliga mit 10:2 Punkten aktuell Platz zwei belegen. Als Co-Trainer hatte er mit der A-Jugend vergangene Saison bereits die Meisterschaft in der RPS-Oberliga feiern können. „Es läuft auch diese Runde bislang gut“, freut er sich. Es sei auch kein Problem, dass Spieler wie Max Kroner oder Tim Eisel in der A-Jugend auf den Trainer Joshua Eberhard hören müssen, während sie im Oberliga-Herrenteam gleichberechtigte Teamkollegen sind. „Das funktioniert gut. Wir alle wissen, wie wir damit umzugehen haben“, sagt Eberhard.
Wenn es keine Spielüberschneidung gibt, ist er regelmäßig auch bei den Spielen der SG-Handballerinnen dabei, drückt die Daumen. Freundin Leila Carkadzija spielt dort. Kennengelernt haben sich die beiden im Vorjahr beim Jugend-Training der SG. „Noch ein Grund, warum sich das FSJ gelohnt hat“, bestätigt Eberhard schmunzelnd.
Schwere Aufgabe am Samstag im Hunsrück
Dass die Herren bislang mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatten, „hat schon viel mit unserem Verletzungspech zu tun“, sagt Eberhard und verweist als Beispiel aufs Spiel gegen Worms, als Nils Wöschler nach langer Verletzungspause erstmals ein paar Minuten spielte. „In diesen Minuten hat man gesehen, dass er wichtige Impulse setzen kann“, sagt Eberhard.
Impulse setzen möchte die SG nun beim Aufsteiger HSG Kastellaun/Simmern am Samstag. Beide Teams sind punktgleich Neunter. Definitiv eine schwere Aufgabe. „Die spielen sehr unorthodox, aber dadurch erfolgreich“, sagt Klaus-Peter Weinert mit Blick auf die ersten sieben Spiele der Hunsrücker nach ihrer Rückkehr in die Oberliga.