Zweibrücken Schwarzer füllt die Chefrolle aus

In Top-Form: Giona Dobrani (links) verzichtete wegen der Bedeutung des Spiels gegen Pforzheim auf den Ski-Urlaub und traf fünfma
In Top-Form: Giona Dobrani (links) verzichtete wegen der Bedeutung des Spiels gegen Pforzheim auf den Ski-Urlaub und traf fünfmal.

«ZWEIBRÜCKEN.»Ein wichtiges Ausrufezeichen im Kampf um einen Platz unter den Top Sechs in der Süd-Staffel der Bundesliga setzten am Samstag die A-Junioren-Handballer des SV 64 Zweibrücken: 34:24 (18:12) schlugen sie den Tabellendritten SG Pforzheim/Eutingen. Nach einer Klasse-Partie, die die Zweibrücker Handball-Fans begeisterte, war der Sieg in dieser Höhe völlig verdient.

„Das war wichtig“, sagte SV-Trainer Björn Stoll nach dem Spiel, atmete tief durch und freute sich „über eine unglaublich gute Leistung, die die Jungs hier geboten haben“. Er hatte gehofft, dem Tabellendritten ein Bein stellen zu können, aber dass seine Mannschaft eine so überzeugende Leistung ablieferte, „das ist einfach nur großartig“, lobte Stoll. Der SV hat wieder einmal bewiesen, dass er dann besonders gut ist, wenn er als Mannschaft spielt, sich nicht auf das Können einzelner Spieler verlässt. Kapitän Kian Schwarzer hatte einen großen Anteil daran, dass eine Mannschaft auf dem Feld stand. In der sehr gut stehenden Abwehr dirigierte und motivierte er beständig seine Nebenleute, gab nach vorne das Spieltempo vor. Bestes Beispiel für seine Chef-Rolle: In der 39. Minute wurde Felix Dettinger gefoult. Strafwurf für den SV. Dettinger, der bis dahin alle seine Strafwürfe sicher verwandelt hatte, wollte zum Punkt. Schwarzer schritt ein, ließ den Gefoulten den Ball an Tom Ihl weiterreichen, der den Siebenmeter sicher zum 24:13 verwandelte. Dettinger, als Spielmacher, und Ihl harmonierten hervorragend im Angriff, sorgten für Angriffsdruck im Rückraum. Tore aus dem Rückraum hatten bei der SG eher Seltenheitswert. Die engagierte Zweibrücker Abwehr ließ kaum Lücken, zwang die SG-Spieler zu Verzweiflungswürfen. Wenn doch mal ein Wurf durchkam, stand mit Norman Becker ein aufmerksamer Torhüter zwischen den Pfosten. Die gute Abwehrarbeit des SV war auch für SG-Trainer Markus Rauch ein spielentscheidender Faktor. Dabei hatte es in den ersten Minuten so ausgesehen, als würde die SG ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach vier Minuten führten die Gäste 3:0. Aber Ihl und der aktuell in Top-Form spielende Giona Dobrani – in der Abwehr kaum zu überlaufen, im Angriff extrem sicher im Abschluss – verkürzten auf 2:3. Dass Dobrani angesichts der Bedeutung des Spiels auf seinen Ski-Urlaub verzichtete, war für das Team Gold wert. Der SV kam immer besser ins Spiel. Müller traf zum 5:5 (10.), dann zog der SV unaufhaltsam auf 13:8 (20.) weg. Rauch nahm die Auszeit. Die brachte nichts. Dettinger erhöhte durch zwei Strafwürfe auf 15:8. Erneute Auszeit Pforzheim (25.), das anschließend offensiver verteidigte. In den verbleibenden fünf Minuten bis zur Halbzeit zeigte sich, warum Zweibrücken zuletzt unnötig Punkte liegen ließ. Plötzlich fehlte die Ordnung, wurde überhastet abgeschlossen. Der SV kam neu konzentriert zurück, zog binnen sechs Minuten von 18:12 auf 23:12 weg, brach im zweiten Durchgang nicht ein. Mit viel Biss wurde weiter gekämpft. „Bausi, Abpraller“, forderte SV-Co-Trainer Christian Schwarzer von Philipp Baus, auch beim Stand von 27:15 nicht zu lässig zu werden. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Becker (1), 54. Mangold - Ihl (8), Dettinger (4/3), Müller (3) - Baus (3), Dobrani (5) - Schwarzer (7) - Naumann (1), Meister, Eberhard (1), Schaller, Knoll (1) SG Pforzheim/Eutingen: Löckel, 40. Haubrock - Melcher (3), Brath (3/2), Mosca (3) - Kusch (5), Reck (2) - Wittke (4/1) - Staib, Gerstner (1), Schmidt, Geckle (1), Wohlfahrt (2), Reichl Spielfilm: 0:3 (5.), 5:5(10.), 10:7 (16.), 15:8 (23.), 18:12 (Halbzeit), 24:13 (39.), 29:16 (49.), 34:24 (Ende) - Siebenmeter: 6/4:3/3 - Zeitstrafen: 1:2 - Beste Spieler: Schwarzer, Dobrani, Becker, Dettinger - Kusch - Zuschauer: 140 - Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen (HV Hessen).

x