Zweibrücken
Schnee und Glätte: Siebenmal kracht’s
Die Polizeiinspektion meldete für die Stadt und die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zwischen 7.20 und 10.20 Uhr sieben witterungsbedingte Unfälle. Das teilte Inspektionsleiter Matthias Mahl auf Anfrage mit. Geduld mussten Autofahrer aufbringen, die auf der A 8 im Baustellenbereich zwischen Zweibrücken-Mitte und der Abfahrt Contwig unterwegs waren. An der Steigung zum Flughafen hinauf staute sich am Vormittag der Verkehr – auch wegen der Baustelle. Zur Mittagszeit war die Fahrbahn laut Polizei geräumt, und der Stau löste sich auf.
In der Gegenrichtung der A 8 ereigneten sich am Morgen zwei Unfälle. Wie Mahl mitteilt, prallte am Ende der Ausfahrt Steinhauser Straße ein Auto wegen unangepasster Geschwindigkeit in die Schutzplanke (2500 Euro Schaden). Der gleiche Grund war für einen Unfall verantwortlich, bei dem ein Wagen auf der Autobahn ins Schleudern kam und in Fahrtrichtung Saarland auf der Überholspur in die Mittelleitplanke rutschte. Hier blieb der Schaden mit 500 Euro vergleichsweise gering.
Bei einem Unfall in der Alten Ixheimer Straße rutschten laut Mahl in der Fahrbahnmitte zwei Fahrzeuge aufeinander. Schaden: etwa 5000 Euro. Ein Blechschaden von rund 4000 Euro entstand unweit der Polizeiwache bei einem Auffahrunfall in der Landauer Straße. Von der Zufahrt zur Kita Quebecstraße in der Canada-Siedlung kam ein Auto ins Rutschen und driftete auf einen anderen Wagen, der an einen Lastwagen geschoben wurde. In derselben Straße kam ein in Schrittgeschwindigkeit bergauf fahrender Wagen ins Rutschen und streifte ein geparktes Fahrzeug. Der Schaden beider Unfälle summiert sich auf rund 2000 Euro.
Der höchste Schaden mit 6000 Euro entstand an der Einmündung von Kirrberg in die Mörsbacher Straße. Ein aus Richtung Kirrberg kommender Wagen rutschte dort in einen von Mörsbach kommenden Pkw, der auf einen auf der Linksabbiegespur Richtung Kirrberg wartenden weiteren Wagen geschoben wurde.
Wegen mehrerer querstehender Lastwagen musste die Polizei Waldfischbach die Kreisstraße 15 zwischen Höhmühlbach und Höheischweiler am Morgen komplett sperren. Spektakulär war ein Unfall zwischen Höhfröschen und Thaleischweiler. Auf der abschüssigen Strecke verlor ein 28-Jähriger die Kontrolle über seinen Wagen und kam von der Fahrbahn ab. Das Auto überschlug sich und blieb neben der Fahrbahn auf dem Dach liegen. Der Fahrer erlitt nach Polizeiangaben leichte Verletzungen. Die Fahrbahn musste kurzzeitig gesperrt werden.
Bus bleibt hinter Lastwagen stecken
Der Bus von Regionalbus Westpfalz, der gewöhnlich Schulkinder von Martinshöhe nach Bruchmühlbach bringt, blieb auf der Leerfahrt vor Martinshöhe hinter einem liegengebliebenen Lastwagen stecken. Es habe kein Weiterkommen gegeben, sagte ein Unternehmensvertreter. Vermutlich hätte der Bus aber ohnehin wegen Corona-bedingt ausfallendem Präsenzunterricht wenig Fahrgäste am Morgen gehabt. Vom Unternehmen Saarpfalz-Bus, das Strecken im Zweibrücker Umland bedient, war am Dienstag keine Auskunft über Ausfälle oder Einschränkungen zu erhalten.
Der städtische Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ), der nach einem nach Wichtigkeit abgestuften Plan bei Schneefall und Glätte die innerstädtischen Straßen räumt, konnte bis zum Abend keinen Überblick geben. Unter anderem die Frage nach besonderen Vorkommnissen blieb unbeantwortet.
Abiturienten: Keiner fehlt wegen des Schnees
Am Dienstag stand die schriftliche Abiturprüfung in Englisch an den beiden Zweibrücker Gymnasien und an der Gesamtschule in Contwig an. Wegen des Schnees fehlte kein Schüler, keiner kam zu spät. „Alles gut, alle da“, hieß es am Helmholtz-Gymnasium, wo sich 85 Oberprimaner der Prüfung stellten. „Alle Schüler da“, meldete auch das Hofenfels-Gymnasium. Und auch in Contwig waren keine Verspätungen wegen des Schnees bekannt.
Mittwochmorgen soll’s wieder glatt werden
Wetterkundler Patrick Lang meldete von seiner Messstation in Ernstweiler die höchste Schneehöhe seit gut einem Jahr. „2020 kam nie mehr als zwei Zentimeter Schneehöhe zusammen, am Dienstagmorgen gegen 11 Uhr waren es fünf. Am Nachmittag fiel sie dann auf vier Zentimeter“, so Lang. Die Probleme im Verkehr gingen laut Lang auf die kalte Nacht zum Montag zurück. „Wir hatten da eine Lufttemperatur von minus 7,7 Grad. Die Nacht zum Dienstag war dann deutlich milder, aber der Schnee fiel auf gefrorenen Boden; deshalb die Glätte.“ Mit „schwierigsten“ Straßenverhältnissen rechnet Lang auch für Mittwochmorgen. „In der Nacht klart es auf, die Temperatur sinkt wieder deutlich unter Null.“ Zu erwarten sei „extreme Glätte durch überfrierende Nässe, überfrierendes Schmelzwasser und überfrierenden Schneematsch“.