Fussball
SC Stambach verpasst Kreispokal-Finaleinzug
Kaum hatten die Zuschauer nach der Parkplatzsuche, die sich teils recht kompliziert gestaltete, den Weg auf das Sportgelände des SC Stambach gefunden, gab es schon den ersten Aufreger der Partie. Exakt 23 Sekunden waren gespielt, da wurde der Rodalbener Flügelspieler Samuel Welter von der Stambacher Innenverteidigung im Strafraum in die Mangel genommen. Das klare Foul ahndete Schiedsrichter Sascha Geisler mit einem Strafstoß. Manuel Kölsch verwandelte souverän. „Die ganze Taktik war über den Haufen geworfen. Wir wollten hinten erst mal sicher stehen“, sagte SCS-Spielertrainer Markus Bolies später und beklagte die folgende allgemeine Verunsicherung in seiner Mannschaft.
Es entwickelte sich ein Spiel mit den immer gleichen Abläufen: Die Stambacher trugen den Ball nach vorne, grätschende Rodalbener, unter anderem die beiden starken Sechser Christopher Hoeg und Manuel Kölsch, später auch Jannik Kämmerer, rangen den Hausherren den Ball ab. Danach ging es schnell in Richtung des Stambacher Gehäuses von Torwarts Jonas Schwarz. Zwar hatte der SCS durch Toptorjäger Pascal Wallad auch eine gute Kopfballchance (9.), doch es brauchte einen Eckball, um den ob der inzwischen erkennbaren Stambacher Feldvorteile verdienten Ausgleich zu erzielen. Nachdem Rodalbens Torwart Nicolas Ludy an dem butterweich geschlagenen Eckball vorbeigeflogen war, köpfte Nicolas Veith ungehindert aus kurzer Distanz ein (26.). „Wir sind nach dem 1:0 gleich unter Druck geraten, obwohl wir stabil stehen und dann schnell kontern wollten“, sagte FCR-Spielertrainer Daniel Wafzig.
Der Bumerang-Effekt
Am erneuten Führungstreffer der Gäste hatte erneut Samuel Welter seinen Anteil, der kurz vor dem Strafraum einen Freistoß herausholte. FCR-Verteidiger Benjamin Peters blieb mit dem ruhenden Ball noch in der Mauer hängen, den Abpraller nahm Marius Würz an der Strafraumkante direkt und brachte den Ball mit einem Treffer, der auch zum Tor des Monats gewählt werden könnte, im Gehäuse der Stambacher unter: 1:2 (25.).
Das 1:3 entstand dann wieder aus dem für das Spiel typischen Bumerang-Effekt. Stambach hatte sich gerade in der Offensive eingerichtet, verlor das Leder, gab FCR-Spielertrainer Daniel Wafzig über 40 Meter in Richtung eigenes Tor nur Geleitschutz und sah dann zu, wie der Rodalbener Stürmer mit viel Auge und Zeit Torhüter Schwarz mit einem Flachschuss keine Chance ließ (43.).
Elfer in der Schlussminute
Nach der Pause wurde Stambach erneut ausgekontert, diesmal schoss Henrik Weishaar am Ende aus kurzer Distanz ein (69.). Es stand 1:4. Der Finalist schien schon ermittelt. Doch es kam anders, wurde nochmals spannend. „Wir hatten etwas Glück, dass wir zurück ins Spiel gekommen sind“, meint Stambachs Bolies, der sich einverstanden zeigte mit der Leistung seines Teams in der zweiten Hälfte. Nachdem Pascal Wallad einen Freistoß von der Strafraumgrenze in die Maschen geschweißt hatte (81.) und er in der Schlussminute noch einen Elfmeter verwandelte, warf Stambach nochmals alles nach vorne. Doch die Rodalbener Führung hielt.
„Klar, da hatten wir am Ende schon etwas Glück. Wir können das Spiel früher entscheiden. Ich will es nicht auf die Vorbereitung schieben, aber zurzeit kommt noch nicht jeder Ball bei einem Konter genau an“, erklärte Wafzig, der nun im Finale mit seinem Team auf den SC Weselberg II trifft, der am Freitagabend schon die SpVgg Waldfischbach-Burgalben mit einem 4:2-Erfolg nach Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb kegelte. Dabei parierte Torwart Daniel Kläs (früher SV Elversberg und FK Pirmasens) gleich drei Waldfischbacher Strafstöße. Nach 90 und 120 Minuten hatte es jeweils 1:1 gestanden.
So spielten sie
SC Stambach: Schwarz – Wolfram (46. Bosch), Evanoff, Boost, Veith – Hörner, Erdmann (65. Rupprecht), Hofer, Lessel – Wallad, Bolies
FC Rodalben: Ludy – Würz, Savor, Peters, Hinkel – Weishaar, Kölsch (22. Jannik Kämmerer), Hög, Welter (73. Welter) – Wafzig (67. Hakim), Kettenring (86. Hinkel)
Tore: 0:1 Kölsch (2., Foulelfmeter), 1:1 Veith (26.), 1:2 Würz (32.), 1:3 Wafzig (43.), 1:4 Weishaar (69.), 2:4 Wallad (81.), 3:4 Wallad (90., Foulelfmeter) – Gelbe Karten: Wallad, Boost - Welter, Weber, Wagner – Gelb-Rotte-Karte: Hög (90.) – Beste Spieler: Wallad, Erdmann, Veith - Peter, Welter, Würz – Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Geißler (Zweibrücken).