Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel San Remo: Eigentümer weiter auf der Suche nach neuen Mietern

Das ehemalige italienische Restaurant San Remo in der Himmelsbergstraße steht seit Sommer leer.
Das ehemalige italienische Restaurant San Remo in der Himmelsbergstraße steht seit Sommer leer.

Die Zweibrücker Kult-Pizzeria San Remo ist Geschichte, das Gebäude steht seit einiger Zeit leer. Interessenten für eine Nachmiete habe es gegeben. Doch wieder eine Gastronomie dort reinzubringen, gestaltet sich schwierig.

„Zum San Remo gibt es nichts Neues“, hat Felix Deutsch am Montag auf Nachfrage gesagt. Felix Deutsch ist der Neffe von Hauseigentümer Gerd Deutsch und kümmert sich um die Vermarktung des Leerstandes am Himmelsberg, seit das italienische Restaurant San Remo zum Juni den Pachtvertrag gekündigt hatte. „Nichts Neues“ heißt: Es gibt keine neuen Mieter, das rund 200 Quadratmeter große Erdgeschoss steht nach wie vor leer. Neuigkeiten gibt es dennoch, denn seit Juni hat sich Einiges getan. Zum einen hatte Familie Deutsch einen Interessenten an der Hand, der im gleichen Stil einen Gastronomiebetrieb im ehemaligen San Remo eröffnen wollte. Doch bekannt worden sei, dass der frühere San Remo-Betreiber Massimo Ghinelli in kleinerem Stil weiterhin Gastronomie betreiben wolle, habe der Interessent abgesagt. „Das hat den Mann abgeschreckt, weil er davon ausging, dass die bisherige Stammkundschaft des San Remo dann nicht zu ihm kommt“, erklärte Deutsch auf Nachfrage.

Generell sei es schwer, noch einmal Gastronomie ins Gebäude zu bekommen, ist Deutsch überzeugt. Die anstehende Mehrwertsteuererhöhung zum Januar sei genauso ein Hemmschuh wie die generelle Lage der Gastronomie, vor allem wegen des Personalmangels. „Gastronomie birgt heutzutage ein großes Risiko. Deshalb kleben wir nicht an der Gastronomie, sind für Alternativen offen“, sagt Deutsch. Im Mai, vor dem Auszug des San Remo, hatten Gerd und Felix Deutsch noch die Hoffnung, dass wieder ein Gastronom einzieht und es im bisherigen Stil weitergeht.

Ärzte waren unter den Interessenten

Ebenfalls Interesse hätten Ärzte, die bislang im ehemaligen evangelischen Krankenhaus auf der anderen Seite des Bahneinschnitts in Sichtweite ihre Praxisräume hatten, und denen vom Insolvenzverwalter gekündigt wurde. „Die hatten aber so kurze Kündigungsfristen, dass wir einen Umbau und Renovierung in wenigen Wochen nicht geschafft hätten“, beschreibt Felix Deutsch das Problem. Somit war auch eine Arztpraxis aus dem Rennen. Noch immer bietet Felix Deutsch die Immobilie zur Pacht auf verschiedenen Immobilienportalen an. „Wir werden renovieren und dämmen. Und hoffen, dass sich Interessenten bei uns melden“, kündigt er an.

Bis im Sommer beherbergte das Gebäude an der Ecke Himmelsberg- und Heroldstraße die Zweibrücker Pizzeria San Remo. Die war in der Herzogstadt eine der ältesten Pizzerien und über die Jahrzehnte ihres Bestehens zur Institution geworden. Ganze Generationen von Beschäftigten und auch Patienten des nur einen Steinwurf entfernten ehemaligen evangelischen Krankenhauses haben dort Scaloppine, Lasagne, Pasta oder Pizza bestellt, wenn sie des Krankenhausessens überdrüssig waren. Etliche Sportvereine waren dort in den 2000er Jahren regelmäßig zu Gast. Der Name San Remo wurde für viele Familien aus Zweibrücken und Umgebung über Generationen hinweg zum Synonym für „Wir gehen zum Italiener“. „Ein bisschen ist hier Essen gehen wie eine Kindheitserinnerung“, schrieb beispielsweise eine Rezensentin von über 300 Bewertern bei Google über das San Remo am Himmelsberg. Auch beim Portal Tripadvisor war das Lokal mit 31 Einträgen gelistet. Sicher ist sich Felix Deutsch nicht, aber das unter Denkmalschutz stehende Haus sei vermutlich nach dem Hirschen in der Fußgängerzone das zweitälteste Wohnhaus der Herzogstadt, meint er.

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