Zweibrücken Rosinenbomber ist in Irland

Soll unter irischer Flagge vom Flughafen Zweibrücken aus abheben: die 1943 gebaute DC 3.
Soll unter irischer Flagge vom Flughafen Zweibrücken aus abheben: die 1943 gebaute DC 3.

Die Farbe der Hoffnung ist Grün. An das Grün in der Nationalfahne der Republik Irland knüpft sich die Hoffnung von Triwo-Vorstand Peter Adrian, doch noch in diesem Jahr touristische Flüge mit seiner seit 2015 am Flughafen Zweibrücken stationierten historischen Propellermaschine, einer DC 3 aus dem Jahr 1943, anbieten zu können. Derzeit befindet sich das Flugzeug in einer irischen Werft.

Der Oldtimer sei in dieser Woche in eine Flugzeugwerft nach Shannon überführt worden. Dort solle sie in den Farben der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus umlackiert und bei der irischen Luftaufsichtsbehörde registriert werden, berichtete Adrian gegenüber der RHEINPFALZ. Für Ende August, Anfang September werde die als „Rosinenbomber“ der Berlin-Blockade bekannte Maschine wieder in Zweibrücken erwartet. Mit einer irischen, damit europaweit gültigen Zulassung kann der Oldtimer auch in Kooperation mit dem Outlet zu touristischen Rundflügen eingesetzt werden. Hintergrund der „irischen Lösung“ sei, dass sich eine Zulassung über das Luftfahrtbundesamt so zweitaufwendig gestalte, dass ein Einsatz der Maschine wohl noch Jahre auf sich warten gelassen hätte. „Weil bei einer 1943 gebauten Maschine über die Jahre natürlich Detailveränderungen vorgenommen wurden und der Einbau von Ersatzteilen in Südafrika, wo die Maschine registriert war, anders gehandhabt wird als in Deutschland, ist es nahezu unmöglich, alle Dokumentationspflichten des Luftfahrtbundesamtes zu erfüllen. Deshalb habe ich mich auf Expertenrat hin jetzt für Irland entschieden“, so Adrian. Die Kooperation mit Aer Lingus kam zustande, weil die irische Fluggesellschaft großes Interesse daran gezeigt habe, eine einer „Gründungsmaschinen“ herzeigen zu können. 1940 startete die irische Fluggesellschaft mit DC-3-Maschinen durch. Der Triwo-Vorstand betont, dass die mit dem irischen Hoheitszeichen versehene Maschine aber ganz sicher am Flughafen Zweibrücken stationiert bleibe. Ungeachtet des Ausflugs der DC 3 soll es am 9. Juli touristische Rundflüge mit einer historischen Propellermaschine ab Zweibrücken geben. Ein Kontingent habe das Outlet, in dem an diesem Tag verkaufsoffener Sonntag ist, erworben, es würden aber auch Plätze frei verkauft. Wie berichtet, hatte Adrian für die Vermarktung seiner DC 3 einen Vertrag mit der Essener Flugschule TFC geschlossen, die selbst für Sonderflüge eine historische Dove Havilland einsetzt. Das Propellerflugzeug wird am 9. Juli ganztägig in und um Zweibrücken im Einsatz sein. Am 12. und 13. August wird der nun am Flughafen Zweibrücken ansässige Aeroclub Bexbach ein Flughafenfest veranstalten. Die Triwo werde das Fest unterstützen, denke aber darüber nach, ein eigenes Flugplatzfest zu veranstalten. „Wir haben viele gute Kontakte in die Szene historischer Flugzeuge. Darum könnte man für Zweibrücken etwas stricken“, äußert Adrian seine Idee, die frühestens 2018 zu verwirklichen sei. Der Vorstand der Triwo, die im Dezember 2014 den Zweibrücken Flughafen erworben hatte, sagte, dass in den vergangenen Wochen umfangreiche Unterlagen beim Landesbetrieb für Mobilität, der rheinland-pfälzischen Aufsichtsbehörde, für die Rückstufung des Verkehrsflughafens Zweibücken zu einem Sonderlandeplatz eingereicht worden seien. Er rechne damit, dass bis Ende des Jahres der neue Status rechtskräftig werde. „Wir gehen für 2017 von 10 000 Flugbewegungen am Flugplatz aus, die Nachfrage von privaten, aber auch gewerblichen Fliegern steigt“, so Adrian. Das Unternehmen Jetfly lasse mittlerweile Maschinen in Zweibrücken warten, das Geschäft sei ausbaufähig. Auch das von der Triwo betriebe KFZ-Testcenter sei ausgelastet. Das Genehmigungsverfahren für das von Automobilherstellern genutzte Testgelände stehe vor dem Abschluss. Das Verfahren habe nach den Regeln des Bundes-Immissionsschutzgesetzes mit Umwelt-Gutachten neu aufgesetzt werden müssen. Die Genehmigung lasse dann etwa Motorsportveranstaltungen auf dem Gelände zu. Daran, das Gelände Veranstaltern etwa für Konzerte und andere Events zur Verfügung zu stellen, habe die Triwo wenig Interesse. „Ich sage nicht absolut nein, aber die Einschränkungen für unseren normalen Flug-und Testbetrieb wären erheblich,“, so Peter Adrian.

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