Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Rieschweilers Coach Hildebrandt: Fußgönheim liegt uns nicht

In dieser Szene spitzelt Rieschweilers Spieler Nils Lippick (links, rechts wartet SGR-Torwart Jan Ohle) den Ball gerade noch vor
In dieser Szene spitzelt Rieschweilers Spieler Nils Lippick (links, rechts wartet SGR-Torwart Jan Ohle) den Ball gerade noch vor dem einschussbereiten Fußgönheimer Angreifer Kyriakos Papadopoulos weg.

Die SG Rieschweiler hat es in der Abstiegsrunde der Fußball-Verbandsliga mit einer 1:3 (0:1)-Niederlage beim ASV Fußgönheim verpasst, zu ihrem Gegner aufzuschließen. Die beiden Trainer Fisnik Myftari und Patrick Hildebrandt waren sich einig, dass ein Remis gerecht gewesen wäre.

Nach dem Abpfiff einer Partie mit zwei total unterschiedlichen Halbzeiten ließen die Rieschweilerer die Köpfe hängen. Die Mannschaft, die in der Defensive mit Fünferkette spielte, hatte die ersten 45 Minuten regelrecht verschlafen, wirkte lethargisch und agierte völlig ohne Tempo und Biss. „Das war gar nichts. Wir wollten früher stören und nach Ballgewinnen ruhig aufbauen. Aber wir hatten Probleme, die Abstände zu halten, auch weil uns die Laufbereitschaft fehlte“, sagte Spielertrainer Hildebrandt. Sein ernüchterndes Fazit: „Wir kamen gar nicht in den gegnerischen Strafraum.“

Auch Routinier Pascal Frank, der dienstälteste Gästespieler mit einer riesigen Verbandsliga-Erfahrung, war unzufrieden. Das zeigte sich bei einer Diskussion mit Marc Arzt oder bei dem Appell, mit dem er nach einer halben Stunde das Team aufrütteln wollte: „Wir müssen mutiger spielen, Männer. Mutiger.“ Viel gebracht hat es nicht, und so war das Positivste aus SGR-Sicht, dass sie nur 0:1 zurücklag. Fußgönheim dominierte, war aber auch nicht überragend, so dass die Besucher eine dürftige erste Hälfte erlebten. Fehlende Präsenz, mangelndes Zweikampfverhalten und Passivität nannte Innenverteidiger Frank als Gründe für den miesen Auftritt.

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich eine ganz andere Begegnung. Fußgönheim nahm sich eine Auszeit, hatte kaum mehr gute Angriffsaktionen, weil Rieschweiler eine viel bessere Körpersprache zeigte und sich gegen die Niederlage aufbäumte. Die Anspannung wich, Entschlossenheit machte sich breit. „Die Mannschaft hat früher attackiert, mehr Bälle erobert und die Partie bestimmt“, analysierte Hildebrandt. Oder wie es der 33-jährige Frank formulierte: „Wir haben eine Reaktion gezeigt.“

Die Belohnung für mehr Engagement und deutlich besseres Spiel war das 1:1, das Mirko Tüllner nach einem zu kurz abgewehrten Eckball mit einem abgefälschten 20-Meter-Schuss erzielte (66.). „Im Abschlusstraining haben wir das geübt“, freute sich der 24 Jahre alte Mittelstürmer über den Treffer, der die Gäste hoffen ließ. „Es ist schön, wenn Trainingsinhalte umgesetzt werden“, verdeutlichte Hildebrandt. Er fordert, dass man in einer solchen Situation den Rückraum besetzt, direkt und mit Risiko abschließt.

Bißbort hat die SGR-Führung auf dem Fuß

Fast wäre Rieschweiler sogar in Führung gegangen, als Lukas Bißbort in einer unübersichtlichen Situation das 2:1 auf dem Fuß hatte (68.). „Ich weiß nicht, ob Fußgönheim dann noch mal zurückgekommen wäre“, haderte der SGR-Coach. Doch nach einem Eckball (78.) traf stattdessen ASV-Joker Mittat Özcan. Das dritte Tor in der Nachspielzeit, als die Gäste die Abwehr gelockert hatten, war bedeutungslos. „Fußgönheim liegt uns nicht“, resümierte Hildebrandt.

So spielten sie

SG Rieschweiler: Ohle - Rung, Emser, Frank, Homberg (24. Lippick), Arzt - Ohlinger, Bißbort (81. Hildebrandt) - Baur (61. Steinbach), Tüllner, Mayer (71. Lohr).

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