Tischtennis
Regeländerung: Jetzt heißt es durchspielen
Auch in der Kreisklasse A, in der Michael Gros von den BTTF Zweibrücken IV aufschlägt, gab es mit dem 7:3 gegen den TTC Käshofen ein ungewohntes Resultat.
Die Tischtennisspieler des PTTV waren es gewohnt, dass eine Partie nach dem Siegpunkt beendet wird. In den Kreisklassen der Herren bedeutete das zum Beispiel, dass bis zum achten Punkt gespielt wurde. Maximal drei Einzel und ein Doppel hatte jeder Spieler zu absolvieren. Insgesamt kam es beim bisher angewandten Werner-Scheffler-System zu bis zu zwölf Einzeln und zwei Doppeln. Ein Remis war dann ein 7:7, der höchste Sieg ein 8:0, der knappste ein 8:6. Daran wollte der Pfalzverband nun nicht mehr festhalten.
Das Bundessystem ist angesagt
Das System wurde daher, nach vielen Abstimmungen auf den Bezirkstagen der vier Tischtennisbezirke im PTTV, abgeschafft. Gespielt wird nun das Bundessystem. Dabei werden zwei Doppel und acht Einzel ausgetragen. Das Spiel wird jedoch nicht beendet, wenn ein Team den sechsten Siegpunkt gesammelt hat, sondern es werden immer alle zehn Partien ausgetragen. Das höchste Ergebnis ist dann ein 10:0, aber auch ein 5:5-Unentschieden ist weiter möglich.
Das „Bundessystem mit Durchspielen“ wird in den Kreisklassen A und B der Herren, bei den Damen in den Pfalzligen und in allen Nachwuchsspielklassen angewandt. Während der Corona-Phase wurde besagtes Spielsystem bereits in den Oberligen praktiziert.
Spielende ist besser planbar
„Zwiegespalten“ ist BTTF-Spieler Michael Gros in Bezug auf das neue System. „Auf der einen Seite finde ich es fair, dass nur das vordere Paarkreuz gegeneinander spielt wegen der Spielstärke und dass nicht noch die Stärkeren gegen die etwas Schwächeren spielen müssen. Wenn man hinten einen starken Spieler hat, der auch die Möglichkeit hat, gegen einen starken Spieler zu gewinnen, dann ist das ein ganz anderes Mannschaftsgefühl. Ich hätte gerne das alte System beibehalten. Das neue ist aber auch nicht schlecht. Es ist ein bisschen fairer“, sagt Gros, die Argumente gegeneinander abwägend.
Ein Vorteil ist ganz sicher, dass das Spielende besser planbar ist und dass die Mitglieder beider Teams gleich viele Partien absolvieren. Ob sich die Akteure weiter motivieren können, wenn der Siegespunkt für ein Team bereits erreicht ist, scheint zumindest fraglich. Auch wenn der Siegespunkt schon eingetütet ist, geht es für die Akteure nämlich noch darum, ihre Spielstärkewerte (QTTR-Wert) zu steigern. Und auch in den Nachwuchsspielklassen ist es eher ein Vorteil, wenn die Spieler beider Mannschaften viele Partien absolvieren, um mehr Erfahrungen zu sammeln.
Im Heimspiel gegen den TTC Käshofen II hat die BTTF-„Vierte“ den zweiten Saisonsieg eingefahren. „Wir sind super in die Saison gestartet, das hätten wir nicht gedacht“, sagt der 30-jährige Gros, der als Arbeitsplaner bei der Firma Bosch Rexroth AG arbeitet. Der Start in die Partie gegen Käshofen war aber ausgeglichen. Gros unterlag in seinem ersten Einzel gegen Käshofens Karl Höh in drei Sätzen. BTTF-Neuzugang Eugen Klich und der ehemalige Eishockey-Spieler des EHC Zweibrücken, Benjamin Thaler, gewannen jedoch beide Spiele im hinteren Paarkreuz und brachten die BTTF mit 4:2 in Führung. Gegen den TTC-Akteur Ralf Schmidt gelang Michael Gros dann sein Einzelsieg. Klich und Thaler gewannen auch ihre zweite Partie und machten so dass 7:3 für die Bickenalbtaler klar. „Es macht einfach Spaß, der Mannschaftszusammenhalt ist echt gut. Wir wollen um den Aufstieg mitkämpfen“, sagt Gros.
Zweite Passion heißt Golf
Er hat neben dem Tischtennis im Übrigen noch eine zweite Leidenschaft, die er beim Ersten Golfclub Westpfalz in Rieschweiler auslebt. „Mein Bruder Thomas hat meinem Vater versprochen, er macht die Platzreife. Das ist der Golf-Führerschein. Ich hab’ wider Willen mitgemacht und dann gedacht: Das ist eigentlich richtig cool. Ich habe den Platzreifekurs durchgezogen“, sagt Gros, der nun ein Handicap von 20,5 aufweist. „Mein Handicap könnte deutlich besser sein, wenn ich mit mehr Gefühl spielen würde. Golf ist schön, es macht Spaß, bei gutem Wetter in der Natur zu spielen. Da habe ich eine Passion gefunden“, sagt Gros, der im Winter aber auch gerne und häufig den Tischtennisschläger schwingt.