Zweibrücken Raus aus der Krise, rein in die Oberliga

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Zweibrücken. Die Sehnsucht nach Normalität war gestern bei allen Beteiligten zu spüren. Vor dem heutigen Start in die Oberliga-Saison standen Vorstand Richard Denger und Trainer Sorin Radu des SVN Zweibrücken noch einmal Rede und Antwort, sie rückten das Sportliche in den Blickpunkt. Ab heute geht eine junge Mannschaft, wenige Tage vor dem Saisonauftakt erst zusammengestellt, an den Start. Sie muss sich an die Aufgabe Oberliga herantasten. Der Nichtabstieg ist das Ziel.

Der SVN gab während der Sommerpause ein furchtbares Bild ab. Drei Trainer drückten sich am Niederauerbacher Sportheim die Klinke in die Hand. Als der Karren knapp drei Wochen vor dem Saisonauftakt richtig verfahren war, jeder von einem Rückzug des Teams ausging, zauberte Denger den 40-jährigen Sorin Radu als Nummer vier aus dem Hut. In den Versuch, auf die Schnelle noch ein Team zusammenzustellen, platzte die schlechte Nachricht, dass gegen den SVN ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Am 17. Juli schien der Verein am Ende. Seither gab es einige positive Nachrichten. Insolvenzverwalter Jürgen Roth aus Kusel hält den geordneten Spielbetrieb in der Oberliga für möglich. In der letzten Woche vor dem ersten Spiel wurde der Kader komplettiert. Schließlich fand sich mit dem Hotel Kurparkblick Bad Bergzabern ein Trikotsponsor. „In der Situation, in der der Verein ist, wollen wir helfen“, betonte gestern Volker Kürner, der das Bad Bergzaberner Hotel berät. Kürner, von 2007 bis 2009 Vizepräsident bei Waldhof Mannheim, wollte die Höhe des Engagements nicht nennen, erklärte aber, dass der Kontakt zu Denger noch zu Regionalliga-Zeiten entstanden sei. Denger sagte, dass sich mittlerweile einige Sponsoren zum SVN bekannt hätten. „Die Unterstützung ist da, jeder will dem Verein helfen“, bemerkte er. Der Vorsitzende bat mit Blick auf die Mannschaft um Geduld. „Der Trainer erbringt ein sehr großes Engagement für den Verein. Wir brauchen alle etwas Geduld mit der Mannschaft, wenn es von vorneherein nicht so klappt“, sagte er. „Dass nicht alles hundertprozentig läuft, wissen wir“, sagte Radu. Mittlerweile hat er beim Training Hilfe, seit Mittwoch wird er vom Elsässer Cedric Friedmann unterstützt. „Er ist wichtig, weil wir einige französisch sprechende Spieler in der Mannschaft haben, da kann er übersetzen“, sagte Radu mit Blick auf eine weitere Aufgabe des 34-Jährigen. In der kommenden Woche soll die letzte freie Position im Kader noch besetzt werden, die des zweiten Torwarts. „Ein junger Belgier kommt zu uns, er studiert in Zweibrücken, hat hier noch keine Wohnung“, berichtete er. Viel Lob zollt Radu Torwart Philipp Rommelfanger. „Er ist ein Vorbild“, bemerkte er. Der 24-jährige Schlussmann pendelt aus dem Raum Trier ein, im Moment täglich. „Wir müssen viele Einheiten machen, wir ziehen das durch“, betonte Radu. „Es wird jede Woche besser“, meinte er optimistisch. „Die Spieler ziehen mit, wir freuen uns auf das erste Spiel“, fügte der Trainer an. Einer, der im vergangenen Jahr schon da war, aber nur im C-Klassen-Team zum Einsatz kam, ist Cihad Gündüz. „Es ist eine junge Mannschaft, für einige Spieler ist es die erste Saison im Aktivenbereich“, bemerkte der 18-Jährige, der vom FK Pirmasens kam. „Natürlich hätten wir uns mehr Zeit gewünscht. Aber wenn wir als Einheit auftreten, werden wir unsere Ziele erreichen.“ Die Klasse, das Team Spielklasse: Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Vorjahresplatzierung: Mit 15 Punkten und 17:82 Toren Letzter der Regionalliga Südwest und Absteiger in die Oberliga Trainer: Sorin Radu (40), Angestellter bei der Verbandsgemeinde Bellheim, seit dem 14. Juli im Amt. Veränderungen Zugänge: Patrick Köhler (26 Jahre, SV Merchweiler), Ismail Mert (19, ASV Kleinottweiler), Peter Müller (21, 1. FC Saarbrücken II), Obidi Ezekiel Onyema (22, vereinslos), Turgut Osmantsa (22, SV Beeden), Henry Alika (27, FC Teningen), Burak Bilaloglu (18, Genclerbirligi Homburg), Abdallah Massandouno (29, FC Mondercange), Mounhim El Gourari (ES Woippy), Valdrin Dakaj (18, U19 SV Elversberg), Jannik Jorissen (21, VfB Haßloch), Adnan Kuko (18, U19 SC Ludwigshafen), Ryan Asare-Bediako (24, TSV Sasel), Stevo Vrbarac (28, VfR Wormatia Worms II), Ralph Smith (21, vereinslos), Miguel Augusto (FSV Siersburg) Abgänge: Benjamin Arnold (Titus Petingen, Luxemburg), Murat Bildirici (FC Homburg), Mirko Gerlinger (TSC Zweibrücken), Dirk Jank (SG Rieschweiler), Niclas Kupka (Eintracht Wald-Michelbach), Nino Lacagnina (TuS Koblenz), Rijad Rafilovic (SpVgg Odenkirchen), Djordje Vlacic (Amicitia Viernheim), Ivo Caput, Dominik Hauk, Tyler Miller, James Lannon, Stefan Kresovic, Nikko Boxall, Evin Nadaner, Ernes Custic, Min-Sung Kim, Okan Gündüz (alle unbekannt) Kader Tor: Philipp Rommelfanger Abwehr: Patrick Köhler, Ismail Mert, Peter Müller, Obidi Ezekiel Onyema, Turgut Osmantsa, Hermon Tekele, Henry Alika, Ralph Smith Mittelfeld: Burak Bilaloglu, Cihad Gündüz, Abdallah Massandouno, Ziya Köroglu, Mounhim El Gourari, Ryan Asare-Bediako Angriff: Valdrin Dakaj, Jannik Jorissen, Adnan Kuko, Stevo Vrbarac Verein Vorstand: 1. Vorsitzender Richard Denger, 3. Vorsitzender Thomas Trier; Melanie Welle trat im Frühjahr als 2. Vorsitzende zurück. Seit dem 17. Juli ist Jürgen Roth vorläufiger Insolvenzverwalter des Vereins. - Mitglieder: 500.

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