Zweibrücken Publikum hält den Atem an

Leistungsschau, Sport und kurzweilige Schaubilder – der Gala-Abend beim Islandpferde-Festival im Landgestüt bot am Samstagabend über drei Stunden beste Unterhaltung für die Freunde der nordischen Pferderasse. Rund 800 Zuschauer in der großen Gestütsreithalle boten eine stimmungsvolle Kulisse, die besonders die Pferdesportler beflügelte.
Es war die bunte Vielfalt der Islandpferde, die am Samstagabend für eine voll besetzte Haupttribüne sorgte. In den Gestütsschaubildern fanden sich alle Ausprägungen der im Südwesten Deutschlands besonders beliebten Reittiere: die eher dem Ponytyp entsprechenden und die eleganten, muskulösen, eher dem Reitpferdetypus entsprechenden Isländer. Dass fast jedes der sieben Gestüte, die ihre Pferde am Samstag präsentierten, sportlich höchste Weihen bei deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften erfuhr, zeigt, wie ausgeprägt und erfolgreich die Islandpferdezucht und der -Sport hier im Zuchtgebiet Rheinland-Pfalz-Saar betrieben werden. So kam die sportliche Seite beim Gala-Abend nicht zu kurz, vier Endausscheidungen wurden vor großer Kulisse ausgetragen. Frank Heim aus Stutensee sicherte sich den Gesamtsieg im Viergang, bei dem die Gangarten Tölt, Trab, Schritt und Galopp geprüft wurden. Im Fünfgang, zusätzlich wird der Rennpass gefordert, setzte sich Thorsten Reisinger aus dem bayerischen Ansbach durch. Den Zweibrücker Töltcup gewann Teresa Fuchs. Das grandiose Finale des Gala-Abends bestritten die Show-Pass-Reiter. Die Saarbrückerin Miriam Jonasson gewann am Ende mit der schnellsten Zeit unter dem größten Applaus die Disziplin, die den Islandpferdesport so beeindruckend machen. Wirbelnde Hufe im hohen Tempo, das riss das Publikum zu Ovationen hin. Nur knapp hinter Jonasson platzierte sich Svenja Kohl aus Schönenberg-Kübelberg, die den einzigen Mann in der Speed-Disziplin, Thorsten Reisinger, auf Rang drei verwies. Beeindruckend, mit wie viel Mut die Teilnehmer ihre Pferde zu Höchsttempo aufforderten, obwohl sie quasi direkt auf die Hallenwand zuritten. Zum stimmungsvollen Höhepunkt geriet die Quadrille der acht Reiter vom Islandpferde-Gestüt Moarbaer aus Schönenberg-Kübelberg. Dargestellt wurde der Lavastrom des isländischen Vulkans Bardarbungar, Capes in Gelb, Orange und Rot symbolisierten die unterschiedlichen Färbungen der Lava. Als sich Reiter und Pferde in diagonaler Linie kreuzten, hielt das Publikum den Atem an. Bei der Agility-Vorführung rückten Hunde in den Vordergrund. Insbesondere der Slalomparcours hatte es den jungen Zuschauern angetan. Wenn etwa ein Jack-Russell-Terrier mit kurzen Sprüngen durch den Stangenwald fegt, sieht das eben urkomisch aus. Beeindruckend war der Ritt von Katrin Reinert, die sich mit ihrem Isländer eine Bierzeltgarnitur als Hindernis ausgesucht hatte und diese mühelos überwand. (daa)