Bechhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Pontiac Chieftain: Bechhofer verkauft seinen Kindheitstraum auf vier Rädern

Hartmut Ernst mit seinem Pontaic Chieftain, den er vor acht Jahren bei einem Händler in Emmerich am Rhein gekauft hat. Dass er i
Hartmut Ernst mit seinem Pontaic Chieftain, den er vor acht Jahren bei einem Händler in Emmerich am Rhein gekauft hat. Dass er ihn nun wieder abgeben will, hat nichts mit seiner Begeisterung für den Wagen zu tun.

Hartmut Ernst aus Bechhofen hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt, als er vor acht Jahren einen waschechten Ami-V8-Schlitten gekauft hat. Warum die Liebe jetzt enden soll.

Herr Ernst, wie sind Sie an dieses Schmuckstück, Ihren Pontiac Chieftain, gekommen?
Mehr oder weniger zufällig. Schon als kleines Kind träumte ich von den amerikanischen Fahrzeugen aus den 50er-Jahren. Mit acht Jahren habe ich schon dafür geschwärmt. Und vor acht Jahren habe ich mir mit dem Wagen meinen Traum erfüllt. Im Internet habe ich etwas recherchiert und bin dann auf einen Händler in Emmerich am Rhein gestoßen, der viele amerikanische Autos hatte. Da bin ich an einem Wochenende zum Gucken hingefahren und auf den Wagen gestoßen. Das war Liebe auf den ersten Blick.

An der Scheibe hängt ein Zettel mit der Aufschrift „Zu verkaufen“. Sind Sie den Wagen jetzt satt und wollen ihn loswerden?
Nein, ich bin ihn nicht satt. Ich habe den Wagen jetzt acht Jahre, habe etliche Tausend Euro für die Instandhaltung reingesteckt. Meine Frau und ich sind aber noch nicht ganz so alt, wollen noch etwas von der Welt sehen, reisen, etwas erleben. Das Auto ist ein teures Hobby. Der Verkauf passiert zwar schweren Herzens – das heißt ja aber nicht, dass ich mir nicht irgendwann noch mal so einen zulegen würde.

Der Wagen ist ein Pontiac. Wollten Sie unbedingt diese Marke und dieses Modell? Oder wäre auch ein Ford, Chevrolet oder Oldsmobile interessant gewesen?
Das Modell war mir egal. Ob Oldsmobile, Buick oder Ford − das spielte für mich keine Rolle. Dass es zufällig ein Pontiac wurde, lag daran, weil es genau das Auto war, das ich mir vorgestellt hatte. Auch in der Preiskategorie, die ich mir damals gesteckt habe.

Apropos Preis: Für einen solchen Wagen kann man bestimmt viele Tausend Euro loswerden, oder?
Die Preise gehen von... bis... Ich bin ursprünglich wegen anderen Autos zu dem Händler gefahren, die waren in echt aber nicht so schön wie auf den Bildern. Ich bin durch die Hallen gelaufen, der Händler hatte damals 350 bis 400 Oldtimer. Die Preise gingen von 15.000 Euro bis 200.000 Euro. Er hatte sogar einen Chevrolet Bell Air, der aussah, als wäre er frisch vom Band gelaufen. Aber 150.000 Euro dafür sind dann doch eine Stange Geld.

Als Oldtimer-Besitzer muss man an den Fahrzeugen schrauben können. Wo bekommt man für solche Autos Ersatzteile her?
Da muss man suchen. Wenn man eine Zeit lang in der Oldtimer-Szene unterwegs ist und auf Oldtimer-Treffen fährt, lernt man viele Leute kennen. Da knüpft man Kontakte. Und irgendwann trifft man welche, die ähnliche Fahrzeuge haben. Dann tauscht man sich aus: „Wo bekommst Du deine Teile her?“

Ami-typisch ist ihr Wagen mit Sicherheit ein V8. Sind Sie Stammkunde an der Tankstelle?
Nicht unbedingt. Es gibt Fahrzeuge, die brauchen 20 oder gar 30 Liter pro 100 Kilometer. Meiner ist im Vergleich relativ sparsam. Und wenn, fahre ich nur am Wochenende auf Oldtimer-Treffen oder mal zusammen mit dem Club. Jetzt erst haben wir eine Ausfahrt ins Sauerland unternommen. Das war eine Strecke von über 300 Kilometern. Das hält das Auto auch durch.

Das glaube ich. Der Wagen ist in Sachen Komfort ein fahrendes Wohnzimmer. Die Fahrt wird bequem gewesen sein.
Sehr sogar. Beim Spritverbrauch liege ich jetzt bei richtiger Einstellung und Automatikgetriebe bei rund zwölf Litern.

Zur Sache

Gebaut wurde der Pontiac Chieftain von dem US-amerikanischen Automobilhersteller General Motors (GM) unter der Marke Pontiac. Der Wagen gehört zur oberen Mittelklasse, der Produktionszeitraum erstreckte sich von 1949 bis 1958, wobei es mehrere Generationen des Wagens gibt. Der Chieftain war das erste Modell mit einem völlig neuen Karosserie-Design von Pontiac nach dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt produzierte Pontiac rund 1,5 Millionen Fahrzeuge dieser Art.

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