Zweibrücken Polizei schließt Hundeausstellung

Eine Polizeibeamtin setzt freie Fluchtwege in den Zelten durch.
Eine Polizeibeamtin setzt freie Fluchtwege in den Zelten durch.

Mit dem Wort „chaotisch“ sind die Zustände der Rassehundeschau des saarländischen Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Neunkirchen am Wochenende noch zurückhaltend beschrieben. Erstmals fand die Schau, die Aussteller und Publikum aus ganz Europa anlockt, auf dem Gelände der Neunkircher Verkehrsbetriebe (NVG) statt. Die Polizei musste die beiden großen Ausstellungszelten am Sonntag zeitweise schließen, weil sich Teilnehmer des Wettbewerbs nicht an Anweisungen hielten und Rettungs- und Fluchtwege blockierten.

Auch am Pfingstmontag waren Polizeibeamte im Einsatz, nachdem Aussteller die Anweisungen der Feuerwehr missachteten und die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aufs Übelste beschimpften. Die Feuerwehr kritisierte die uneinsichtigen Besucher und Aussteller massiv. Die wiederum beschwerten sich über chaotische Zustände und viel zu wenig Platz. Mehrere Tausend Besucher waren für die Hundeausstellung an den Pfingsttagen in Neunkirchen erwartet worden. Schon am ersten Tag zeigte sich, dass sich der neue Messeplatz auf dem NVG-Betriebsgelände als zu klein erweisen werde. Während auf dem Freigelände viele Ordner für ein geordnetes Parken sorgten, lief es in den Zelten nicht so gesittet ab. Zahlreiche Besucher und Aussteller beschwerten sich über die Zustände. Viel zu wenig Platz, angeblich willkürlich auf die Bodenbretter aufgeklebte Signalbänder, welche die frei zuhaltenden Fluchtwege markieren und Feuerwehrleute, die „nichts zu sagen“ hätten, lauteten die Kommentare im Internet. Nicht selten wurden die Feuerwehrleute, deren Aufgabe es war, die Rettungswege frei zu halten, auch vor Ort aufs Übelste beschimpft und beleidigt. Vor allem dem Einsatz sehr umsichtiger Polizeibeamter, darunter einige Beamtinnen, die deeskalierend wirkten, war es am Montag zu verdanken, dass die Meinungsverschiedenheiten nicht eskalierten. „Das kann man irgendwo verstehen. Wir kommen aus Holland, haben eine große Anfahrt und kommen hierher mit unseren Tieren für den Wettbewerb, und dann werden wir hier weggeschubst“, sagte ein Holländer, der Zeit und Geld in die Ausstellung investierte. Und tatsächlich mussten er und etliche weitere Teilnehmer ihren Platz im Durchgang räumen, weil sie mit ihren Tierkäfigen quer bis in die Mitte des Fluchtweges gestanden hatten und diesen blockierten. Bereits am Sonntagmittag rückte die von der Feuerwehr zu Hilfe gerufene Neunkircher Polizei an und sperrte zeitweilig den Zugang zum Gelände. „Wir haben die Veranstaltung für zwei- bis zweieinhalb Stunden geschlossen, sodass nicht mehr Leute von außen auf das Gelände gekommen sind“, sagte Polizei-Einsatzleiter Patrick Meiser. Stefan Enderlein, Einsatzleiter der Feuerwehr Neunkirchen, kämpfte an beiden Tagen mit seinen Kameraden gegen große Hundeboxen, Tische, Stühle und sogar Kühlschränke, welche die Rettungswege in den beiden Messezelten versperrten. Im Brandfall wäre eine sichere und reibungslose Evakuierung nicht mehr möglich gewesen, so Enderlein. Oftmals seien die als Brandwache eingesetzten Feuerwehrleute auf Unverständnis bei den Ausstellern gestoßen und „aufs Übelste beleidigt worden“. Dazu kamen Verständigungsprobleme mit ausländischen Ausstellern, welche die Anweisungen der Feuerwehr nicht verstanden oder nicht verstehen wollten. Vereinzelt sie es zu Situationen gekommen, die nahe an Handgreiflichkeiten waren. „Ein respektvoller und höflicher Umgang mit den ehrenamtlichen Einsatzkräften war in keiner Weise mehr gegeben“, beschreibt Enderlein die Lage. Die Arbeit der Brandwache glich stellenweise einem Kampf gegen Windmühlen, denn waren an einer Stelle die Fluchtwege wieder frei, so wurden sie an anderer Stelle gleich wieder zugestellt.

Hundeboxen wie diese blockierten die Fluchtwege.
Hundeboxen wie diese blockierten die Fluchtwege.
x