Zweibrücken
Polizei fasst mutmaßliche Minigolfplatz-Vandalen
18 kaputt getretene Laternen, mehrere beschädigte Minigolfbahnen, aus ihrem Betonfundament herausgerissene Halter für Spielblöcke und als Krone obendrauf ein Tretboot, das in die benachbarte Fischtreppe geworfen worden ist. Diesen Vandalismus-Schaden sollen vier Jugendliche − drei Jungen und ein Mädchen − zwischen 16 und 19 Jahren in der Wochenend-Nacht zum 26. Juni zwischen 23.44 Uhr und 2.35 Uhr auf dem Minigolfplatz angerichtet haben. Nun wurden vier Tatverdächtige von der Polizei gefasst. Laut Polizeichef Matthias Mahl half vor allem eine Vandalismus-Vorsorge seitens des Minigolfplatzes bei der Ermittlung der vier Jugendlichen: „Die Videoaufzeichnungen des Minigolfplatzes haben bei der Ermittlung der Tatverdächtigen geholfen. Gegen die Personen wird wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ermittelt.“
Prager: „Die hatten keinen Skrupel gehabt“
Rund drei Wochen ist es her, dass Hans Prager, Leiter des DRK Südwestpfalz, den Strafantrag auf Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gegen die vier Tatverdächtigen unterschrieb. „Ich hatte dabei keinen Skrupel, die hatten auch keinen Skrupel gehabt“, urteilt Prager dazu. Viel mehr: Die Jugendlichen hätten am Vandalismus Spaß gehabt, sich regelrecht auf dem Minigolfplatz zerstörerisch ausgetobt. Als Beweis hierfür nennt Prager die Tonaufzeichnungen der Überwachungskameras. Das Kamerasystem bleibt auf dem Minigolfplatz, ausgebaut werden soll es nach dem Vandalismus-Vorfall allerdings nicht. „Ich will nicht, dass unsere Golfer beim Spielen ein Gefühl haben à la ’Big Brother is watching you’“, sagt Prager. Allerdings ist in Planung, denn niedrigen Holzzaun entlang des Eingangs und an der Rückseite des Platzes gegen einen höheren, massiveren Stahlgitterzaun auszutauschen. Diesen Zaun einmal um den ganzen Platz zu ziehen, sei indes jedoch zu teuer, allerdings würden die hohen Hecken an den anderen Platzseiten ohnehin ungebetene Gäste aufhalten. Dennoch weiß Prager: „Wer wirklich rein will, der kommt auch dann rein“.
Der DRK-Chef macht sich indes bereits Sorgen um die Tretboote, deren Verleih fürs kommende Frühjahr angekündigt ist. „Wir können die auch nur bis zu einem gewissen Grad sichern“, sagt er. Im Klartext: Per Kette und Schloss. Wie es mit dem einen Tretboot, das in die Fischtreppe geworfen worden ist, weitergeht, bleibt offen. Demnächst soll entschieden werden, ob es verschrottet wird. Dann würde sich der bezifferte Sachschaden über rund 5000 Euro laut Prager erhöhen.
DRK investierte zwischen 55.000 und 60.000 Euro
Seit vergangenem Jahr ist das Rotkreuz auf dem Minigolfplatz Mieter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Im Frühjahr 2020 erneuerte es den Platz und schaffte 18 neue Betonbahnen an. Viele Arbeiten liefen unter Eigenleistung, unterm Strich bleiben Kosten von 55.000 bis 60.000 Euro. Bevor das DRK das Minigolfplatz-Ruder übernahm, stand im Raum, den Platz zu schließen. Der Umsatz ging in den Vorjahren stetig zurück, nicht zuletzt, weil der Platz und seine damals kaputten Bahnen stark in die Jahre gekommen war.
Dennoch: Der schwere Vandalismusfall Ende Juni war nicht das erste Mal, dass ungebetene Gäste auf den Minigolfplatz eingebrochen sind. Immer wieder stromern Unbekannte auf dem Gelände herum, versuchen, ins Kassenhäuschen einzubrechen, oder machen sonst irgendetwas kaputt.