Zweibrücken / Pirmasens
Pfälzerin berichtet als Chefredakteurin von den Jahrmärkten
Als über Pfingsten in Zweibrücken der Turnerjahrmarkt tobte, hatte Martina Füger-Schmidt wieder alle Hände voll zu tun. Als Reporterin berichtete sie vom Festplatz an der Rennwiese für die „Kirmes-Revue“. Dieses Fachmagazin richtet sich speziell an Schausteller und Volksfestbetreiber. Die Zeitschrift erscheint allmonatlich mit einem Umfang von jeweils 130 bis 200 Seiten und mehr. Die Pirmasenserin Martina Füger-Schmidt ist Chefredakteurin.
Der volle Name der Zeitschrift lautet „Kirmes- und Park-Revue“. „Unsere Zielgruppe sind Betriebe aus dem Schaustellergewerbe und aus der Freizeittechnologie.“ Letzterer Begriff, so erläutert Füger-Schmidt, bezeichnet Freizeitparks und die Achterbahnen und Fahrgeschäfte dort. Die gebundenen Hefte gliedern sich in zwei separate Ausgaben – in ein Kirmesmagazin mit einem kleinen Freizeitpark-Innenteil sowie in eine Parkausgabe, die komplett auf Englisch erscheint, aber wiederum durch einen kleinen Kirmesteil ergänzt wird.
Oktoberfest München und Baseler Herbstmesse
„Beide Produkte sind Ausgaben für einen internationalen Leserkreis“, verweist die Südwestpfälzerin auf rund 10.000 Abonnenten im In- und Ausland. „Aber jeder, der möchte, kann sich die Revue auch einzeln kaufen – zum Beispiel an manchen Bahnhofskiosken.“ Die meisten Exemplare im freien Verkauf gehen direkt vor Ort auf den großen überregionalen Volksfesten weg. Etwa auf dem Münchner Oktoberfest, dem Cannstatter Wasen in Stuttgart und auf der Düsseldorfer Rheinkirmes. Auf diesen Großveranstaltungen kann man die Chefredakteurin der „Kirmes-Revue“ antreffen. Oder einen der etwa zehn freien Mitarbeiter, die ihre Reporterblöcke auch im nahen Ausland zücken. Unter anderem auf der Baseler Herbstmesse, der Kirmes im niederländischen Tilburg oder auf der mehrwöchigen Pariser Fête de Trone.
Und eben auf dem Zweibrücker Turnerjahrmarkt. „Eigentlich wissen die Schausteller ja selbst am besten, was auf den Festplätzen los ist. Trotzdem gibt es für uns immer wieder etwas Neues zu berichten. Dieses Jahr hat es in Zweibrücken ja ein außergewöhnlich großes Feuerwerk gegeben. Ansonsten kann man sich bei uns darüber informieren, wie jeweils vor Ort die Regularien und Auflagen für die Jahrmarktbeschicker ausgestaltet sind. Wie das mit der Sicherheitstechnik gehandhabt wird. Und mit der Nachhaltigkeit: Heute sind ja längst nicht mehr auf jeder Kirmes Pappbecher erlaubt.“ Wenn ein Veranstalter die Beschicker mit besonders saftigen Standgebühren und Platzgeldern zur Kasse bittet, muss er mit kritischen Kommentaren in der „Kirmes-Revue“ rechnen.
In Pirmasens im Homeoffice
Inzwischen gibt es das Schausteller-Journal seit gut 30 Jahren. „Die erste Nummer war eine einzige Seite, die im Trödler-Magazin mit abgedruckt war, das ebenfalls in unserem Verlag erscheint.“ Die Gemi Verlags GmbH hat ihren Sitz im bayerischen Rohrbach bei München. Wenn Martina Füger-Schmidt nicht auf Rummelplätzen unterwegs ist, erledigt sie ihre Arbeit als Chefredakteurin meist daheim in Pirmasens im Homeoffice. „Etwa einmal im Vierteljahr fahre ich in die Zentrale nach Rohrbach.“
Nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau hatte sie ihr Berufsweg zunächst in die Redaktion des „Kometen“ geführt: Das ist ebenfalls ein Fachmagazin für das Schaustellergewerbe, ansässig in Füger-Schmidts Heimatstadt Pirmasens. Nach 38 Jahren wechselte sie dann zur „Kirmes- und Parkrevue“.
Ihr Partner ist Präsident des Schaustellerbundes
Obwohl sie von Haus aus keine familiäre Wurzeln in dieser speziellen Szene hat, hängt das Herzblut der Pfälzerin an der journalistischen Arbeit unter Kirmesleuten. „Das muss auch so sein. Denn da darf einem kein Abend, kein Wochenende Arbeitszeit zu viel sein“, ist Martina Füger-Schmidt ständig auf Achse. Von den Schaustellern bekommt sie viel zurück: „Die sind ja von Natur aus ein offenes, zugängliches Völkchen. Da fühle ich mich sehr gut aufgenommen.“ Verheiratet ist die Mutter eines erwachsenen Sohns heute nicht mehr. Seit nunmehr acht Jahren ist die Pirmasenserin mit dem Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes liiert. Ihr Partner Albert Ritter aus Essen ist seinerseits auf den Jahrmärkten der Republik unterwegs. Als Chef eines Ausschankbetriebs mit Imbissständen und Biergärten.