Zweibrücken
Parkschänke: Traditionsreiche Zweibrücker Kneipe macht zum Jahresende zu
Timo Kellermann hört auf und macht die Parkschänke zu. Private Gründe wie „zu wenig Freizeit“ hätten den Ausschlag gegeben, sagt der Wirt. „Ich hocke nur noch in der Kneipe, und meine Mutter ist vor Kurzem verstorben. Das geht einfach nicht mehr. Ich mache das jetzt zehn Jahre lang, zuvor war meine Mutter 32 Jahre hier angestellt“, berichtet der 34-Jährige, der in der Kneipe groß geworden ist, die es schon länger als 50 Jahre gibt. Ursprünglich hat Kellermann eine Ausbildung zum Verkäufer gemacht und zwei Jahre nach der Ausbildung die Parkschänke übernommen. Die bietet rund 30 Sitzplätze und hatte früher auch Kleinigkeiten zu essen im Angebot. Heute hingegen ist sie eine Raucherkneipe und bietet nur Getränke an. „Hierher kommen meist Stammgäste, um morgens einen Kaffee zu trinken, wenn sie etwas in der Stadt zu tun haben, oder um nach der Arbeit ein Bier zu trinken“, erklärt der Wirt, der nach dem Abenteuer Parkschänke wieder im Verkauf arbeiten möchte; allerdings nicht als Selbstständiger, sondern angestellt.
Am Umsatz liege es nicht, aber als Selbstständiger habe er kein Wochenende, keine freien Tage, nahezu keine Freizeit. Als seine Mutter noch gelebt hat, habe man die Kneipe zusammen betrieben, aber nach ihrem Tod vergangene Woche sei er alleine hinter dem Tresen, das sei ihm schlicht zu viel. „Ich bin noch jung und möchte auch noch etwas Anderes machen als nur in meiner Kneipe hocken“, sagt Kellermann.
Immobilie soll wieder Kneipe werden
Die Parkschänke ist gepachtet, Eigentümer ist ein Zweibrücker Arzt. Ein Zweibrücker Makler habe die Immobilie, die wieder Kneipe werden soll, angeboten, und es hat laut Kellermann auch schon Interessenten gegeben, die sich aber anders entschieden hätten. Er selbst habe mit der Vermarktung nichts zu tun, sagt der Noch-Wirt. Doch er wünscht sich, dass die Parkschänke fortgeführt werde, „gerade für meine Stammkunden. Die lieben diese alten, rustikalen Kneipen, und es wäre schade, wenn sie ganz zu machen würde“, sagt Kellermann. Am Eingang hat der Wirt bereits vor einiger Zeit ein Cannabis-Verbotsschild aufgehängt. Persönlich habe er nichts gegen Cannabis, doch in seiner Kneipe mag er es nicht. Zigaretten und Zigarren seien hingegen in Ordnung.