Zweibrücken
Onlinebörse statt Regale für Gebrauchtes
Grünen-Ratsmitglied Patrick Lang hatte davon gehört, dass viele Kommunen inzwischen erfolgreich sogenannte Re-Use-Regale für wiederverwertbare Alltagsgegenstände aufstellen – meist an den Wertstoffzentren. Um auch in Zweibrücken die Müllmenge zu verringern und damit solche Güter weiterverwendet werden können, brachten die Grünen am Mittwochabend, 22. Juni, ihren Antrag ein, laut dem die Verwaltung hätte prüfen sollen, ob solche Regale auch in Zweibrücken aufgestellt werden könnten.
„UBZ ist schon weiter“
Doch noch bevor es zur Abstimmung darüber kam, berichtete Werner Boßlet, Vorstand des Umwelt- und Servicebetriebs Zweibrücken (UBZ), dass man hier bereits weiter sei. Derzeit richte man beim UBZ eine Online-Plattform ein, die es den Bürgern demnächst ermögliche, nicht mehr Benötigtes, aber noch Brauchbares zum Verschenken zu inserieren. Man habe dies nach dem Vorbild des saarländischen Entsorgungsverbandes EVS initiiert, der das seit über zwei Jahren erfolgreich betreibe. Boßlet hält dies für besser geeignet, weil die Leute dann erstens die Sachen nicht extra zum Wertstoffhof fahren müssten, sondern nur ein Foto von den Gegenständen machen und sie auf die Plattform stellen müssten, und zweitens kein Personal für die Betreuung und keine Räumlichkeiten für die Aufstellung der Regale gebraucht würden.
Obschon der Stadtrat sich grundsätzlich darüber einig war, dass ein nachhaltiger Umgang mit Gütern und solche Initiativen wünschenswert sind, entspann sich eine längere Diskussion darüber, welches der beiden Systeme oder eine Kombination denn nun besser wäre. Patrick Lang entkräftete die Sorge des Personalaufwandes: „Ich habe mit einem Mitarbeiter in Kaiserslautern gesprochen. Der Aufwand beträgt pro Tag etwa zehn Minuten innerhalb der regulären Arbeitszeit, also höchstens eine Stunde pro Woche.“ Dafür würden aber höchstens zehn Prozent der angebotenen Sachen keinen neuen Besitzer finden und nach einer Frist von etwa vier Wochen dann doch im Container landen.
Ein Jahr als Testphase
Der Stadtrat favorisierte, zunächst ein Jahr lang die Online-Variante zu beobachten und dann zu entscheiden, ob man das Thema mit einem Re-Use-Regal dann noch mal auf die Tagesordnung nehmen möchte. Die Grünen zogen ihren Antrag deshalb fürs Erste zurück.