Handball
Oberligist SV 64 Zweibrücken schafft dank Keeper Zajac Heimsieg gegen Saulheim
Die Frage, ob er mit seiner Leistung zufrieden sei, beantwortete der 26-Jährige hinterher lachend mit: „Zufrieden.“ Das durfte er auch sein. „Buuuuh“ machte Zajac laut rufend seiner Emotion Luft, nachdem er den Strafwurf von Jörn Dönsdorf (12.) abgewehrt hatte. Es war schon der zweite Strafwurf für Saulheim gewesen, zweimal war Zajac der Sieger.
Dass es da erst 4:2 für die Gastgeber stand, hatte zwei Gründe: Kein Zweibrücker Feldspieler erreichte Zajacs Form. An die reichte nur Jan Sega ran, der slowenische Torwart der Saulheimer. Die Männer zwischen den Pfosten dominierten das Spielgeschehen, nicht die Spielmacher. Was auch daran lag, dass sich Zweibrückens Adam Soos früh verletzte. In der siebten Minute endete eine Abwehraktion Soos’ unglücklich. Er knickte weg und Saulheims kräftigster Spieler, Marco During, landete auf seinem linkem Fuß. „Das war ein bisschen zu viel Gewicht für mich“, sagte Soos. Er signalisierte mit schmerzverzerrtem Gesicht, dass er weiterspielen könne, schloss direkt eine sehenswerte Eins-gegen-eins-Aktion mit dem Tor zum 4:2 ab und musste dann doch humpelnd raus.
SV-Team tut sich scher in erster Halbzeit
Zajac versuchte seine Vorderleute immer zu motivieren, raufte sich manchmal verzweifelt die Haare, wenn sie wieder beste Chancen liegen ließen. Aber, bestätigte Zajac, „wir sind ein Team, gewinnen zusammen, verlieren zusammen“. Diesmal war er als Siegbringer gefordert. Weil zum Beispiel Philipp Kockler einen gebrauchten Abend erwischte. „Man hat heute gesehen, wie schwer wir uns tun, wenn er mal nicht unser Unterschiedsspieler ist“, bilanzierte SV-Trainer Stefan Bullacher.
Aber auch der starke Zajac konnte nicht verhindern, dass Saulheim nach 23 Minuten durch Darren Weber mit 9:8 in Führung ging. Der nutzte da seine zweite Strafwurfchance. Dank Zajac und einem in den Schlussminuten treffsicheren Linksaußen Max Kroner ging der SV 64 zumindest mit einem 12:12 in die Pause.
Gäste aus Saulheim belohnen sich nicht
„Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, aber es versäumt, uns dafür zu belohnen“, bilanzierte SG-Trainer Leo Vuletic. Dass die Westpfälzer die Partie am Ende relativ klar mit 26:20 gewinnen würden, hatten Mitte der zweiten Halbzeit wohl die wenigsten in der Westpfalzhalle erwartet. „Ich nicht“, bekannte Vuletic.
Die Mannschaft habe es geschafft, „das Spiel in den Schlussminuten als Kollektiv zu gestalten. Damit hat sie es zu ihren Gunsten gedreht“, verwies Bullacher auf die ausschlaggebende Leistungssteigerung in der Crunchtime. In der wurde der zwischenzeitlich perfekt getapte Soos noch mal zum Faktor. Als nach knapp 40 Minuten war für verletzten Abwehrchef Grieser Schluss war, kam der angeschlagene Spielmacher aufs Feld zurück. Saulheim ging mit 19:17 in Führung. Aber trotz Unterzahl – Joshua Eberhard saß zwei Minuten auf der Bank – schaffte Zweibrücken durch Tore von Benny Zellmer und Soos den 19:19-Ausgleich. Sebastian Meister traf zum 20:19.
Zweibrücker in Schlussphase abgezockt
Vuletic nahm eine Auszeit, wechselte den Torwart, „weil Jan in den letzten Spielminuten keinen Zugriff mehr hatte“. Der frühere SV-Torwart Simon Egelhof kam und konnte keine Impulse gegen jetzt abgezockte Zweibrücker setzen. Kockler traf per Freiwurf zum 21:19 und Zellmer zum 22:19 nach Klasse-Pass von Fabian Naumann, der im zweiten Abschnitt auffälligster SV-Angreifer war. Der fünfte Sieg in Folge war perfekt.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Zajac - Soos (3), Grieser (1), Kockler (5) - Hammann (2), Kroner (3) - Meister (2) – Zellmer (3/1), Naumann (4), Finck, Eberhard (3/1), Eisel
SG Saulheim: Sega, Egelhof (ab 53.) - Fuchs (2), Weber (5/2), Konrad (2) - Lipp (4), Dönsdorf - Sieben (1) – During (1), Unkel, Schielke (2), Berauer (1), Wojtyniak (2)
Spielfilm: 7:4 (15.), 7:7 (19.), 9:10 (24.), 12:12 (Halbzeit), 13:15 (38.), 17:19 (47.), 22:19 (54.), 26:20 (Ende) - Zeitstrafen: 4:2 - Siebenmeter: 3/2 - 4/2 - Beste Spieler: Zajac – Sega - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Höger/Hehn (Haßloch/Friesenhein-Hochdorf).