Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: VTZ Saarpfalz unterliegt HSG Rhein-Nahe Bingen mit 24:28

VTZ-ler Moritz Baumgart (links) setzt zum Wurf an. Der starke Henrik Walb versucht dies zu verhindern.
VTZ-ler Moritz Baumgart (links) setzt zum Wurf an. Der starke Henrik Walb versucht dies zu verhindern.

Zwei relativ zufriedene Trainer nach dem Abpfiff. Das spricht dafür, dass ein Handballspiel in etwa so verlaufen ist, wie sie es erwartet hatten. Das bestätigten Marek Galla, Trainer des Handball-Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz, und Markus Herberg, Trainer des Ligarivalen HSG Rhein-Nahe Bingen. Am Sonntag trafen ihre Teams aufeinander. 24:28 (14:19) unterlagen die Zweibrücker dem Tabellenvierten.

Dass sie nicht rundum zufrieden waren, wurde auch deutlich. „Wenn wir es schaffen, über die gesamte Spielzeit unser Spiel breiter aufzustellen, können wir Bingen heute noch ein bisschen mehr ärgern“, analysierte Galla. Herberg machte seiner zwischenzeitlichen Unzufriedenheit Mitte der zweiten Hälfte mal lautstark Luft. „Ihr müsst euch mal ein bisschen zusammenreißen. Guckt doch mal, was da drüben passiert“, schimpfte er beim Stand von 18:23, weil in dieser Phase die rechte Zweibrücker Angriffsseite mit Moritz Baumgart und Tomas Kraucevicius mit guten Aktionen die Gastgeber wieder heranbrachte.

Die Binger waren mit einem kleinen Kaffeevollautomaten angereist. Kaffee und Kuchen vor dem Spiel sei schon immer Tradition in Bingen, verriet Herberg. Früher sei Kaffee in großen Warmhaltekannen mitgenommen worden. Das sei mit der Maschine einfacher, „und der Kaffee schmeckt besser“, erklärte der Trainer. Und Kaffee macht bekanntlich wacher.

Belhadi tauscht Trikot

Hellwach sollte sein favorisiertes Team ins Spiel gehen. Der VTZ, zuletzt zweimal in Folge siegreich, gelang gegen den Favoriten ein guter Start. Da war die Binger Abwehr um den starken Mittelblock mit Henrik Walb, dem überragenden Spieler der Partie, und Johannes Sturm noch nicht ganz einsortiert, was sich ändern sollte. In der 15. Minute traf VTZ-Rückraumspieler Abdu Belhadi zur 8:6-Führung für die VTZ. Belhadi wird nach dem Rundenende das rote VTZ-Trikot gegen ein gelbes Heimtrikot tauschen: Der 23-jährige Algerier wechselt zum SV Anhalt Berneburg in die Dritte Liga.

Aber Herberg konnte sich auf Walb und Sturm auch im Angriff verlassen: Sturm zum 7:8, Walb zum 8:8. Ein Doppelschlag von Sebastian Diehl brachte die HSG mit zwei Toren in Führung. Es war die erste HSG-Führung. Und die gab Bingen nicht mehr ab. Der – der Name war Programm – klug Regie führende Vincent Klug dirigierte die auf Tempo setzende HSG in den sechs Minuten vor der Pause zu einer komfortablen 19:14-Pausenführung.

Rifel sieht Rote Karte

In der Halbzeit sei schon angesprochen worden, dass man den HSG-Rückraumspielern zu viel Raum lasse, sagte Galla. Der VTZ-Coach musste zunächst taktisch einpreisen, dass für Allrounder Dominik Rifel in der 32. Minute die Partie nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig beendet war. Rifel am Regiepult – eine der geplanten Umstellungen für den zweiten Durchgang – war damit hinfällig. Galla sortierte die Abwehr neu. Wenn Bingen in den stehenden Angriff kam, wurden Walb und Klug in enge Deckung genommen. Baumgart und Moritz Michel nahmen sich der beiden an. Ganz auszuschalten waren sie nicht, aber, bekannte Herberg, wirklich gut gelöst habe die Mannschaft diese doppelte Manndeckung auch nicht.

Sorgen, dass die Partie noch kippen könnte, musste sich der Gästetrainer nicht machen. Weil seine Mannschaft unterm Strich dann doch zu viele Fehler gemacht habe, resümierte Galla. Zumindest zu viele Fehler, um den Tabellenvierten ins Straucheln zu bringen.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Dentzer, 31. Glöckner – Kraucevicius (3), Belhadi (3), von Lauppert (8/6) – Graff (2), Groß – Rifel (2) – Kreis (1), Baumgart (4), Bernt, Michel (1)

Rhein-Nahe Bingen: Korbion, 42. Weißbrod – Sturm (4), Klug (3), Walb (11/2) – Michel (1), Hochstetter (4) – Diehl (4) – Schneider, Adams, Woog (1)

Spielfilm: 3:1 (3.), 4:4 (9.), 8:6 (15.), 8:10 (18.), 12:14 (24.), 14:19 (Halbzeit), 18:22 (37.), 21:24 (42.), 22:28 (56.), 24:28 (Ende) - Zeitstrafen: 6:2 - Siebenmeter: 6/6 -3/2 - Rote Karte: Rifel (33./dritte Zeitstrafe) - Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung – Walb, Klug, Sturm - Zuschauer: 110 - Schiedsrichter: Hemmer/Meyer (HV Pfalz).

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