Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Nur einer glänzt bei siebtem Erfolg von Ligaprimus SV 64 Zweibrücken

Seine Leistung stimmte: Philipp Kockler (am Ball).
Seine Leistung stimmte: Philipp Kockler (am Ball).

Handball: Die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken gewinnen auch ihr siebtes Saisonspiel. So makellos wie die Bilanz war die Stimmung bei den Löwen nach dem Erfolg aber nicht. Weil die Mannschaft keine überzeugende Leistung bot. Gegen Schlusslicht Nahe-Glan wackelte sogar die Abwehr gewaltig. Normalerweise das Prunkstück. Matchwinner war dieses Mal der linke Rückraum. Zumindest dann, wenn ein Student aus Schmelz die Position besetzte.

51 Minuten waren gespielt, da stieg Philipp Kockler im linken Rückraum des SV 64 Zweibrücken hoch und hämmerte den Ball ins Tor. Es war Kocklers zehnter Treffer und das Tor, mit dem der Tabellenführer am Samstagabend den Willen des Aufsteigers HSG Nahe-Glan endgültig brach. Kockler traf zum 30:28. In den Schlussminuten warf der SV einen 36:31 (17:17)-Erfolg heraus.

HSG-Trainer Axel Schneider hatte nach dem Abpfiff Tränen in den Augen, war zugleich stolz und enttäuscht: „Wir hatten eine tolle Trainingswoche und das haben wir heute über die Distanz gebracht.“ Sein Team profitierte stark von Unkonzentriertheiten und schwachem Zweikampfverhalten in der SV-Defensive. Ein ums andere Mal tanzten die HSG-Rückraumspieler Heinrich Löwen und Marco Magro-Arzt ihre Gegenspieler aus. Phasenweise sah es so aus, als hätten die Zweibrücker Abwehrspieler noch nie Eins-gegen-eins verteidigt. Gut zwei Drittel der Gästetore gingen auf das Konto der beiden.

Zwei Trainer mit Gefühlsdurcheinander

Acht Treffer steuerte der dritte Rückraumspieler der Gästemannschaft, Philipp Gehres, bei. Zwei kurz vor der Halbzeit. Da offenbarte sich unübersehbar, wie unkonzentriert die Zweibrücker waren. Zunächst verkürzte Gehren unbedrängt auf 16:17. Dann verloren die Zweibrücker beim Anwurf den Ball. Gehren sagte danke und glich mit dem Halbzeitpfiff zum 17:17 aus.

Schneiders Gefühlsdurcheinander konnte SV-Trainer Stefan Bullacher durchaus auch für sich reklamieren. Stolz auf 14:0 Punkte, enttäuscht über die gezeigte Leistung. „Ich wusste, was auf uns zukommt, aber ich war der einzige“, monierte Bullacher und bedauerte: „Meine Mannschaft ist mir nicht gefolgt.“ Zwei Spieler nahm er aus: Niklas Bayer, der geschont werden sollte, eingewechselt werden musste, um Dynamik ins Angriffsspiel zu bringen, und „Philipp Kockler, der heute einen Sahnetag hatte“, lobte Bullacher.

Der Kapitän wurde an der Ehre gepackt

„Wir haben uns darauf konzentriert, sie nicht zu unterschätzen, aber wir haben uns doch zu sehr angepasst“, resümierte der zu Recht gelobte Kockler. Die Mannschaft sei nicht ins Tempospiel reingekommen, „und die schnelle Mitte hat nicht so funktioniert“, bilanzierte der 22-Jährige. Bei Kockler selbst lief es gut. „Wenn alles andere nicht funktioniert, muss es auch mal mit dem Kopf durch die Wand gehen“, sagte der Student schmunzelnd.

Dass Kapitän Philipp Hammann, der seine ersten Chancen in der zweiten Hälfte leichtfertig vergeben hatte, an der Ehre gepackt schien und bei seinen fünf weiteren Versuchen erfolgreich war, war wichtig für den Erfolg. Ebenso, dass Nahe-Glan in der Crunchtime auf den siebten Feldspieler setzte. Das ging für die Gäste nach hinten los, denn das weckte die SV-Abwehr endlich auf.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zajac, Foluszny (31.-56.) – Naumann (1), Soos (6/2), Kockler (11) – Hammann (6), Zellmer (2) – Grieser (4) – Kroner (1), Finck (2), Eberhard, Bayer (3)

HSG Nahe-Glan: Janosch Gonzalez y Lingweiler. 19. Schira – Magro-Arzt (10/2), Löwen (9), Gehres (8) – Marquis, Reiff (1) – Magro (1) - Noah Gonzalez y Lingweiler, Römer (1), Brandt (1), Krauß

Spielfilm: 5:3 (10.), 6:6 (12.), 13:10 (21.), 17:14 (28.), 17:17 (Halbzeit), 20:20 (36.), 29:28 (50.), 36:31 (Ende) – Siebenmeter: 2/2:3/2 – Zeitstrafen: 4:3 - Beste Spieler: Kockler, Bayer – Magro-Arzt, Löwen, Gehres - Zuschauer: 350 – Schiedsrichter: Meyer/Hemmer (HV Pfalz).

x