Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Nichts geht mehr im Datennetz

hund2

Störungsfrei verlief der erste Fußball-Spieltag in der Region am Wochenende nicht: Das DFB-Netz machte teilweise schlapp. „Das war deutschlandweit der Fall. Bereits am Sonntag um 12.44 Uhr war eine entsprechende Meldung an uns rausgegangen, dass es Probleme gäbe“, sagte Oliver Herrmann, der zuständige Mann beim Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) für Öffentlichkeitsarbeit. „Wir konnten die Mannschaftsaufstellung nicht ins System einstellen“, sagte beispielhaft für viele Vereine Dirk Schneckmann vom SV Hermersberg. Der SVH hatte – wie sicher viele andere Vereine auch – mehrmals von verschiedenen Computern versucht, das Netz des DFB zu entern. Vergeblich.

Torwart Schäfer als tragischer Held

Merlin Schäfer war der Held im ersten Punktspiel der Landesliga zwischen seiner SG VB Zweibrücken/SV Ixheim und dem TV/SC Hauenstein. Der Held, weil er ein Tor geschossen hat. Der Held, weil er als Torwart originär ja gar nicht fürs Toreschießen zuständig ist. Der Held, weil er erst spät, in der 94. Minute der Begegnung, das 2:2 erzielte, das seiner Mannschaft doch noch einen wichtigen Punkt zum Saisonstart sicherte.

Merlin Schäfer war aber auch der tragische Held der Begegnung. Weil das Tor so wichtig war und weil es in der Nachspielzeit nach einem Eckball fiel und sich dadurch die gesamte Mannschaft im und um den Strafraum der Hauensteiner versammelt hatte, stürzten sich zehn Zweibrücker freudig ausgelassen auf den 23-jährigen Keeper, der bei der SV Elversberg immerhin zu drei Oberliga-Einsätzen gekommen war und zuvor in der A-Junioren-Mannschaft des FK Pirmasens im Kasten gestanden hatte. Dadurch wurde aus dem Helden Schäfer ein tragischer Held, denn als die Mitspieler ihren Torschützen und Torwart unter sich begruben, verletzten sie ihn. „Er hat Probleme mit den Bändern in der linken Schulter und wird wohl operiert werden müssen“, berichtete gestern Morgen der Spielleiter der Spielgemeinschaft, Pascal Dahler. „Er musste sogar ins Krankenhaus“, erzählte der VB-Vorsitzende Ralf Helmert.

Der schildert das Tor zum 2:2 so. „Gerade hatte der Hauensteiner Torwart mit einer Glanztat das mögliche 2:2 verhindert. Er war von seinen Mitspielern beglückwünscht worden, weil die dachten, den Sieg in der Tasche zu haben. Doch dann gab es ja noch diesen einen Eckball. Alle aus unserer Mannschaft waren abgedeckt, nur nicht Merlin, der nach vorne geeilt war. Er stand völlig frei, stieg hoch und köpfte den Ball ins Tordreieck zum 2:2. Der Schiedsrichter pfiff zweimal, das Tor und gleich das Spiel ab. Dann brachen die Dämme. Unsere Spieler jubelten, begruben Merlin unter einer Traube und Hauensteins Spieler waren fertig.“ „Jetzt haben wir ein Problem“, befindet indes Dahler. Zwar stehe mit Steffen Hunsicker ein guten Mann als Ersatz parat, doch dann fehle der zweiten SG-Mannschaft in der A-Klasse der Torwart.

„Sir Henry“ wacht über alle Versuche

Eigentlich herrscht absolutes Hundeverbot im Neustadter Stadion. Doch „Sir Henry“ ist den Aufsehern beim Leichtathletik- Sommersportfest der TSG Neustadt unlängst irgendwie durch die Lappen gegangen. Vielleicht lag es daran, dass der Pförtnerdienst am Eingang mit der Anwesenheitskontrolle der gemeldeten Menschen beschäftigt war. Schließlich war die Personenzahl wegen der Corona-Auflagen streng limitiert.

„Sir Henry“, der kleine Münsterländer, ein ausgebildeter Jagdhund wie Herrchen Helmut Kruber bestätigt, wäre im Auto nicht ruhig geblieben. Kruber, der als Stabhochsprungtrainer des LAZ Zweibrücken seine Schützlinge betreute, hätte sogar postwendend die Rückfahrt angetreten, hätte man seinen Vierbeiner nicht eingelassen, erzählt er. Kruber war mit vier Stabhochspringern angereist und vertrat mit einem gesunden Selbstvertrauen den Standpunkt „mein Hund darf mit“.

Gabi Geiger, Trainerin der TSG Neustadt und eine der Organisatorinnen des Sportfestes, hatte wie die anderen Helfer nicht mitbekommen, dass ein Hund am Hügel der Stabhochsprunganlage über die Versuche der Athleten wachte. „Wir waren so sehr mit den verschiedenen Aufgaben und unseren Athleten beschäftigt, dass wir den Hund nicht gesehen haben. Hätten wir das gemerkt, hätte er gehen müssen“, betont sie. „Wir halten uns an die Regeln, und Hunde sind im Stadion absolut verboten.“ Das Hundeverbot gilt auch während der Trainingseinheiten. Selbst Schoßhunde dürfen – auf dem Arm getragen – nicht auf den Platz.

„Sir Henry“ indes ließ sich nicht stören. Die meiste Zeit verfolgte er mit kritischem Blick die Versuche der LAZ-Stabhochspringer. Die verbalen Anweisungen überließ er ganz aristokratisch seinem Herrchen.

x