Zweibrücken Neun Horrorsekunden

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«WOLFSCHLUGEN.» „Wir haben uns dämlicherweise selbst geschlagen“, sagte Björn Stoll, Trainer der A-Junioren-Handballer des SV 64 Zweibrücken, nach der 26:27 (15:10)-Niederlage des SV im Bundesligaduell beim TSV Wolfschlugen fassungslos. 55 Minuten hatte der SV die Partie im Griff, brachte sich in fünf Minuten und neun sportlichen Horrorsekunden vor dem Abpfiff um den Lohn.

„Es ist wirklich kaum zu glauben“, sagte Stoll zur verpassten Chance, einen Konkurrenten um die direkte Bundesligaqualifikation zu schlagen und sich im Kampf um dieses Ziel eine gute Ausgangsbasis für die restliche Saison zu verschaffen. Zweibrücken war gut ins Spiel gekommen, führte nach Giona Dobranis Treffer 3:1 (6.) und zog zwischen der 17. und 25. Minute von 9:8 auf 13:8 weg. Vor allem Tom Ihl traf aus dem rechten Rückraum in der ersten Hälfte richtig gut. Mit einer verdienten 15:10-Führung ging es in die Pause. „Wir hätten noch deutlicher führen müssen, haben gute Chancen liegen lassen“, sagte Stoll. Wolfschlugen kam im zweiten Spielabschnitt besser ins Spiel, verkürzte den Rückstand, aber nach einigen Minuten fand Zweibrücken immer wieder die richtige Antwort, baute den Vorsprung wieder aus, schien einem Sieg entgegenzulaufen. Bis die 55. Minute anbrach und der SV völlig von der Rolle rutschte. 25:21 führten die Gäste, Wolfschlugen verkürzte auf 22:25, auf 23:25 (57.), weil der SV in dieser Phase nur vier Feldspieler auf der Platte hatte. Binnen weniger Sekunden hatten Philipp Baus und Nico Müller eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. Als Wolfschlugens Philipp Toth eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, Marc-Robin Eisel das 26:23 für Zweibrücken markierte (57.), schien das ausgebügelt, der Sieg in greifbarer Nähe. Aber Wolfschlugen nutzte weitere Fehler des SV. SV-Torwart Yannic Mangold stürmte aus seinem Raum und foulte einen Wolfschluger nahe der Auslinie, kassierte im Kampf um den Ball eine Zwei-Minuten-Strafe. Direkt danach verkürzte Wolfschlugen auf 25:26. 44 Sekunden waren noch zu spielen. Die Gastgeber machten durch eine offensive Deckung Druck, der SV verlor den Ball und neun Sekunden vor dem Abpfiff traf Wolfschlugens elffacher Torschütze Johannes Rebmann zum 26:26. Ball halten, Punkt sichern, auch das gelang nicht. Marc-Robin Eisel vernahm einen Pfiff, ordnete diesen den Schiedsrichtern zu und legte den Ball aufs Spielfeld. Einen Pfiff von den Schiedsrichtern hatte es nicht gegeben. Louis Mönch hob den Ball auf und warf diesen quasi mit dem Schlusspfiff zum 27:26 ins leere SV-Tor. Norman Becker war rausgegangen, um einen siebten Feldspieler bringen zu können. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Becker, Mangold - Ihl (11), Eisel (3/1), Müller (3) - Meiser (2/2), Dobrani (2) - Schwarzer (4) - Baus (1), Meister, Naumann, Dettinger Spielfilm: 3:5 (8.), 8:9 (17.), 8:13 (25.), 10:15 (Halbzeit), 12:15 (35.), 15:20 (45.), 21:25 (55.), 23:25 (56.), 23:26 (57.), 26:26 (60.), 26:27 (Ende) - Siebenmeter: 8/6:3/3 - Zeitstrafen: 3:7 - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Jaros/Thrun (HV Württemberg).

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