Handball
Nachwuchs präsentiert sich in Bestform beim Cap-Markt-Cup in Zweibrücken
„Ja gut so. Alles richtig gemacht, nur der Bodenpass am Schluss…“ Martin Röhrig, in Zweibrücken bestens bekannter Nachwuchstrainer gibt seinen Spielern sofort mit auf den Weg, was sie richtig, was sie falsch gemacht haben. Seine Spieler tragen das Trikot der HSG Friesenheim-Hochdorf. Sie bestreiten das Endspiel im Wettbewerb der männlichen B-Jugend gegen die SG Pforzheim/Eutingen. „Da hatte der Spielplanersteller doch ein gutes Händchen“, sagt Stefan Bullacher, Jugendkoordinator der ausrichtenden SG SV 64/VT Zweibrücken, lachend. Im letzten Duell des hochkarätig besetzten Zweibrücker Jugendhandballturniers stehen sich am Samstag die bis dahin ungeschlagenen Teams gegenüber. Ein echtes Finale.
Erfahrung sammeln
Den Spielplan hat Bullacher erstellt. „Das sind Top-Mannschaften, die in ihren Ligen um die Meisterschaft spielen werden“, sagt Bullacher. Für die B-Jugend der SG „geht es hier darum, Erfahrung zu sammeln. Dass sich die Jungs für die Oberliga qualifiziert haben, war schon sensationell“, betont Bullacher. In zwei Wochen startet die Runde. Man könne schon sagen das Abenteuer. Ausgerechnet bei Friesenheim/Hochdorf, einem der Top-Titelkandidaten und Gewinner des Cap-Markt-Cups. 16:9 schlägt das Röhrig-Team die SG.
Echter Härtetest vor der Saison
Der Cap-Markt-Cup steht zum 14. Mal für Top-Nachwuchshandball und ist für die Teilnehmer ein echter Härtetest vor der Saison. „Absolut. Topniveau“, sagt Robin Schweizer. Der 25-jährige ehemalige Kreisläufer der VT Zweibrücken-Saarpfalz hat nach einem Kreuzbandriss seine aktive Karriere beendet und trainiert nun die B-Junioren der HG Saarlouis. Neben Friesenheim-Hochdorf Titelanwärter in der RPS-Oberliga. „Das macht viel Spaß“, sagt Schweizer zum neuen Handballjob im Nachwuchsbereich. Schon im Training. Saarlouis ist, nicht selbstverständlich, „auf allen Positionen so besetzt, dass ich ohne Qualitätsverlust wechseln kann“, freut sich Schweizer. Sein Team liefert sich, nachdem die gastgebende SG auch ihr letztes Spiel gegen Pforzheim-Eutingen verloren hat, ein in den zehn Schlussminuten hektisches, extrem körperlich geprägtes deutsch-französisches Duell gegen Metz. Handball ist, das wird in dieser Partie klar, immer mit viel Emotionen verbunden.
Zukunft des Jugendhandballs
Bei den B-Junioren stehen in der übernächsten Runde gravierende Änderungen an. Erstmals wird es eine B-Jugend-Bundesliga geben. Die mal zu erreichen ist ein klares sportliches Ziel, sind sich Bullacher und Schweizer einig. Den erfahrenen Jugendtrainer Bullacher und seinen jüngeren Kollege Schweizer eint auch die Einschätzung der Zukunft des Jugendhandballs. Die wird durch die Einführung dieser Liga verändert. Gute und ambitionierte Jugendspieler werden früher den Verein wechseln, zu Vereinen, die ihnen die besten Ausbildungsperspektiven aufzeigen.
Auch in der kleineren Halle fließt der Schweiß
Die teilnehmenden Vereine am Cap-Markt-Cup tun das bereits. „Richtig gut. Tolles Niveau“, sagt Pascal Wenzel, der gemeinsam mit Bruder Daniel und Dunja Bullacher die Turniere der weiblichen D- und C-Jugend in der Ignaz-Roth-Halle betreut, zu den Spielen bei den Nachwuchshandballerinnen. In der kleineren Halle ist es mindestens so schweißtreibend wie in der benachbarten größeren Westpfalzhalle, wo am Samstag und Sonntag die männlichen D-, C- und B-Junioren um den Turniersieg kämpften. Friesenheim/Hochdorf hat auch bei den D-Junioren die Nase vorn, bei den C-Junioren siegt Pforzheim/Eutingen.
Zweibrücker Mädels verpassen das Finale
Beim Turnier der weiblichen C-Jugend treffen sich gleichfalls die Topteams aus der Oberliga vor dem Rundenstart. Nieder-Olm und Schweich werden ihrer Favoritenrolle gerecht, stehen im Finale. Nieder-Olm gewinnt. Das Finale haben die Zweibrücker Mädels knapp durch die Vorrundenniederlage gegen Nieder-Olm verpasst. „Wenn die Abschlussquote besser gewesen wäre, wäre was möglich gewesen“, bilanziert Pascal Wenzel. Der weiblichen D-Jugend der SG gelingt als einzigem Gastgeberteam der Turniersieg. 7:6 schlagen sie die HG Itzenplitz im Finale.
Gewinnen ist schön, motiviert, „aber wichtig ist, dass sich die Jungs und Mädels hier mit starken Mannschaften messen, sich weiterentwickeln“, sagt Stefan Bullacher und freut sich, dass der Cap-Markt-Cup in dieser Beziehung mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert genießt.