Zweibrücken
Nachruf: Der Zweibrücker Kurt Werle stirbt mit 87 Jahren
Sein größter Wunsch, in Zweibrücken ein Druckmuseum einzurichten, blieb unerfüllt: Im Alter von 87 Jahren ist der Schriftsetzermeister Kurt Werle nach langer Krankheit verstorben. Er war über Jahre Inhaber des Merkur-Druck-Betriebs.
Als die neue Technik mit Computern nach über 500 Jahren die Druckereien veränderte, hatte Werle die Idee, Arbeits- und Hilfsgeräte aus dem grafischen Gewerbe in seinen früheren Betriebsräumen in der Luitpoldstraße zu sammeln und auszustellen. Zu sehen waren Druckmaschinen wie die weithin geschätzten „Frankenthaler“ oder „Heidelberger“, einfache Schreibmaschinen aus Redaktionen sowie Pressen für Druckabzüge, bei denen die Farbe noch per Hand aufgewalzt wurde.
Niemand konnte die Handwerkzeuge oder die Setzmaschinen für Tageszeitungen und deren Einsatz besser erläutern als Werle. Führungen für Schülerinnen und Schüler waren ihm stets ein besonderes Anliegen. Er gestaltete spezielle Plakate in Blei-Steckschrift oder mit Holzbuchstaben und überraschte Besucherinnen und Besucher immer wieder mit seinem Können. Die Nähe zum einheimischen Kunstverein und zur dort lernenden Jugend prägte sein Angebot und zeigte sich bei vielen gemeinsamen Veranstaltungen.
In „Max 1“ gab es von Anfang an eine „Druckerwerkstatt“, ein gut sortiertes Museum sollte nach seinem Wunsch folgen. Was doch nicht geschah. Für Zweibrücken und sein Museumsangebot wäre ein Druck-Museum ein Gewinn, meinten Werle und seine Berufskollegen und seine Unterstützer in einem Verein seit Jahren. Dass es in seinen früheren Räumen eine große Bibliothek gibt, passte zu seinen Präsentationsplänen.
Nicht vergessen werden sollte, dass Werle in den Glanzzeiten des TSC-Fußballvereins vom Wattweilerberg zu den Stammspielern gehörte und viele Bewunderer hatte.