Zweibrücken
Nach tödlichem Arbeitsunfall: Staatsanwaltschaft ermittelt noch
Die Staatsanwaltschaft hat ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet, Gutachten in Auftrag gegeben. Diese lägen aber noch nicht vor, erklärte die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt. Wie von der Polizeidirektion Pirmasens berichtet, war es am frühen Morgen des 25. Januar zu dem schweren Unfall gekommen. Rettungsdienst und Notarzt waren schnell zur Stelle, versuchten zu reanimieren, konnten das Leben des 48-jährigen Schwerstverletzten aber nicht retten. Nach ersten Erkenntnissen war der externe Techniker beim Einstellen eines Werkzeugkopfes an einer tonnenschweren Multifunktionsmaschine, dem sogenannten Bearbeitungszentrum an der Dinglerstraße, in den Gefahrenbereich der Maschine geraten, erfasst und tödlich verletzt worden.
Dem Vernehmen nach hat der Mann, erfahrener Mitarbeiter der spanischen Herstellerfirma der Bohr- und Fräsmaschine, die planmäßigen Wartungsarbeiten alleine durchgeführt. Als Tadano-Mitarbeiter auf den Unfall aufmerksam wurden, seien sie umgehend zu Hilfe geeilt. Der Betriebsratsvorsitzende Eduard Glass spricht von einem Schock, der sich bei vielen Werksangehörigen eingestellt habe. „Wir haben psychologische Hilfe, was wichtig und gut ist. Sowas steckt man schwer weg.“ Man sei in Trauer, das Mitgefühl gelte den Angehörigen.
Verunglückter war seit 15 Jahren mit Maschine vertraut
Man habe einen geschätzten Kollegen verloren, sagt Eduard Glass. „Wir kannten ihn seit vielen Jahren. Was passiert ist, ist uns so unerklärlich wie unfassbar.“ Der 48 Jahre alte Spanier sei seit Anschaffung des Bearbeitungszentrums vor etwa 15 Jahren immer Ansprechpartner gewesen, sei zum Service und gelegentlichen Reparaturen ins Werk gekommen. „Viele von uns kannten ihn gut. Er war sehr versiert. Das lässt uns auch so ratlos, wie es zu dem Unglück kommen konnte.“ Man warte auf Erkenntnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Ideell und materiell wolle die Belegschaft den Hinterbliebenen zur Seite stehen, soweit man das könne. Bei der Anfang März stattfindenden Betriebsversammlung werde man des Verstorbenen gedenken. Die Tadano-Demag-Geschäftsführung will sich noch nicht zu Unfall und Folgen äußern. Man bat um Verständnis, „dass wir zur internen Aufarbeitung des Vorfalls keine Angaben machen können, sowohl zum Schutz unserer Mitarbeiter als auch des verstorbenen Service-Technikers“.
Der Tod des für eine deutsche Service-Niederlassung des spanischen Spezialmaschinenbauers tätigen Mannes ist nicht der erste tödliche Arbeitsunfall beim Zweibrücker Mobilkranenbauer. Nach der Erinnerung des langjährigen Betriebsratsvorsitzenden gab es drei in den vergangenen 40 Jahren. Der vor dem tragischen Ereignis am vergangenen Mittwoch jüngste Unglücksfall liegt mehr als 20 Jahre zurück.