Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Sieg vor Gericht: Stalking-Opfer bekommt wieder vermehrt anonyme Anrufe

Stalking-Opfer Ella (Name von der Redaktion geändert) geht es wieder gut. Das hat auch mit einem Gerichtsurteil aus dem Oktober
Stalking-Opfer Ella (Name von der Redaktion geändert) geht es wieder gut. Das hat auch mit einem Gerichtsurteil aus dem Oktober zu tun.

Nach Monaten des psychischen Terrors und physischer Gewalt durch ihren ehemaligen Lebensgefährten kann ein Stalking-Opfer zumindest teilweise wieder ein normales Leben führen.

Stalking-Opfer Ella (Name von der Redaktion geändert) gehe es ganz gut, erzählt sie der RHEINPFALZ, die über ihren Fall berichtet hat. Allerdings gebe es jetzt andere Probleme. Die Schäden, die ihr Ex bei seinem Einbruchsversuch am Gebäude verursachte, hat Ella ihrer Versicherung gemeldet. Allerdings habe die Versicherung den Schaden nicht übernommen. Die Begründung: Der Verursacher sei jemand aus ihrem privaten Umfeld gewesen. Und ob ihr Ex für die verursachten Gebäudeschäden aufkommen müsse, sei noch in der Schwebe. Zwar hätte dieser den Schaden zugegeben, jedoch sei nicht sicher, ob bei ihm in finanzieller Hinsicht was zu holen sei. „Greif' mal einem nackten Mann in die Hosentasche“, formuliert es Ella mit Humor, obwohl ihr entstandener Gesamtschaden an der aufgehebelten Balkontür, dem zertrümmerten Fenster und dem beschädigten Rollladen rund 6.500 Euro beträgt. Diese Schadenshöhe habe ein Gutachter ausgerechnet, was für sie schockierend gewesen sei. Das zertrümmerte Fenster sei immer noch nicht ersetzt und gerade jetzt, wo es kalt ist, sei das sehr unangenehm.

Mitte Oktober, so berichtet Ella weiter, hat der Gerichtstermin stattgefunden. Dem Urteil zufolge ist es Ellas Ex-Partner untersagt, ihr zu nahe zu kommen und auch sonst nicht weiter mit ihr in Kontakt zu treten. „Für mich war das ein großer Sieg, wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Denn nach all den Dämpfern, die ich zuvor bekommen hatte, glaubte ich schon nicht mehr daran, dass sich jemand derart mit den Worten äußern würde: Lass’ die Frau in Ruhe!“ Was sie momentan beobachte, ist die Zunahme anonymer Anrufe, gerade auch zu nächtlichen Zeiten. Das habe Ella dazu veranlasst, ihr Handy nachts auszuschalten, jedoch kann sie morgens beim Einschalten auf dem Display ablesen, dass jemand versucht hat, sie mit unterdrückter Rufnummer zu „unmöglichen Zeiten“ anzurufen.

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