Zweibrücken Nächste Bundesliga-Saison klar gemacht

SV 64-A-Jugend-Trainer Tony Hennersdorf (links) spricht mit seinen Auswechselspielern.
SV 64-A-Jugend-Trainer Tony Hennersdorf (links) spricht mit seinen Auswechselspielern.

«ZWEIBRÜCKEN.» Am Anfang und am Ende pfui, dazwischen oft hui und das große Potenzial aufblitzen lassen. So lässt sich zugespitzt die dritte Saison der A-Junioren-Handballer des SV 64 Zweibrücken in der Bundesliga skizzieren. Sie klopften kurz, aber vergeblich ans Tor zur DM-Endrunde. Das wichtigste Ergebnis: Trotz verpatzten Starts gelang erneut die direkte Qualifikation für die höchste deutsche Liga. Bundesliga-Handball gibt es auch kommende Runde in Zweibrücken zu sehen.

Als Fünfter beendeten die A-Junioren die Bundesliga-Runde. Dass es nicht reichte, um den dritten Platz der Vorsaison oder mehr zu erreichen, hatte mehrere Ursachen: Verletzungspech, die Doppelbelastung einiger Spieler in der A-Jugend und bei den Herren, die sich gegen Saisonende bemerkbar machte. Dazu gesellte sich im ein oder anderen Spiel aber auch ein Hauch von Überheblichkeit im Wissen um die eigene spielerische Klasse. Da wurde gegen vermeintlich schwächere Gegner nicht konsequent genug gedeckt, wurden Chancen herausgespielt, aber zuhauf verworfen. Die Konsequenz: unnötige Punktverluste wie im Auftaktspiel zu Hause gegen Bittenfeld, in Ostfildern oder kurz vor Rundenende bei der Niederlage in Konstanz, die zur Folge hatte, dass sich die Tür zur DM-Endrunde schloss. Als durch den Sieg gegen Meißenheim/Nonnenweier die erneute Qualifikation perfekt war, war die Luft raus. Zwei Niederlagen gab es zum Abschluss. „Es wäre sicher ein bisschen mehr drin gewesen“, bestätigt SV 64-Trainer Tony Hennersdorf. Wichtig sei, dass die Spieler aus dem Verlauf einzelner Spiele erkennen, „wie wichtig die Abwehrarbeit ist. Hat unsere Abwehr funktioniert, konnten wir unser Tempospiel nach vorne aufziehen“, resümiert er. Habe in der Abwehr die Laufbereitschaft gefehlt, „ging es in der Regel schief“, so der SV-Trainer. Er unterstreicht: „A-Jugend-Bundesliga ist ein Lernprozess.“ Die beiden wichtigsten Ziele – die erneute Bundesliga-Qualifikation, um sich einen möglichen Qualifikations-Marathon zu ersparen und junge Spieler ans Herrenteam heranzuführen – „die haben wir in jedem Fall wieder erreicht“, bilanziert Hennersdorf, der die Mannschaft seit der ersten Qualifikation für die Bundesliga betreut, dann doch zufrieden. Kapitän Tom Grieser avancierte im Drittliga-Team im Saisonverlauf bereits zu einer Säule in der Abwehr. Jugend-Nationalspieler Marc-Robin Eisel setzte sich auch in Liga drei zunehmend als Torschütze und Anspieler in Szene. Dort etablierte sich auch Kreisläufer Kian Schwarzer, dessen Fehlen zum Saisonstart (Schulter-Operation) eine der Ursachen für die Negativserie mit vier sieglosen Spielen war. Wie wichtig Schwarzer ist, zeigte sich in Balingen, als er und Grieser eine überragende Leistung ablieferten, die den ersten Sieg der SV-Geschichte in Balingen zur Folge hatte. Ein Motivationsschub: Eine Erfolgsserie von acht Spielen ohne Niederlage brachte Zweibrücken wieder in die Nähe der DM-Endrunde. Auch weil mit Torwart Alessandro Lehr (Ellenbogenverletzung) ein weiteres wichtiges Glied in der Abwehrkette zurückkehrte. Linksaußen Tim Schaller spielte sich ins Drittliga-Team, Rückraumspieler Christopher Huber tastete sich über die Jugend-Bundesliga ebenfalls an die Herren heran. Dort wäre auch Niklas Bayer gesetzt gewesen. Das Verletzungspech war aber Bayers ständiger Begleiter, der Linkshänder im rechten Rückraum wurde bei der A-Jugend oft schmerzlich vermisst. Trainer Hennersdorf gab in vielen Begegnungen jungen B-Jugend-Spielern die Möglichkeit, Bundesliga-Erfahrung zu sammeln, um den Übergang zur nächsten Runde so fließend wie möglich zu gestalten. Denn einige Spieler wie Kapitän Grieser scheiden altersbedingt aus, andere wie Kreisläufer Robin von Lauppert (nach Dansenberg) wechseln den Klub. Top-Torjäger Eisel und Schwarzer, die 2016 maßgeblichen Anteil daran hatten, dass die SV 64-B-Junioren das DM-Halbfinale erreicht hatten, bleiben der A-Jugend aber als Leitwölfe erhalten und spielen kommende Runde wieder mit vielen Spielern aus dieser erfolgreichen B-Jugend zusammen. Saison in Zahlen Platz fünf - zwölf Siege, neun Niederlagen, ein Unentschieden - höchster Sieg: 36:20 bei der JH Flein-Horkheim - höchste Niederlage: 27:38 gegen SG Kronau/ Östringen - bester Torschütze: Marc-Robin Eisel 116.

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