Zweibrücken Motorsport-Exoten, von denen es weltweit nur wenige gibt [mit Bilderstrecke]
Was das Historische Flugplatzrennen in Zweibrücken so einzigartig macht, ist die Mischung aus Motorrädern und Autos. In der Regel setzen Rennveranstaltungen, die sich um Old- und Youngtimer drehen, entweder auf Autos oder auf Motorräder. Wolfgang Heinz, der sein Rennen hier nun schon zum vierten Mal veranstaltet, bietet beides. Was dazu führt, dass er bei den Anhängern der Autofreunde auch Interesse für die Motorräder weckt. Und umgekehrt. Rallyefahrzeuge, Touren- und Sportwagen, GT-Fahrzeuge, Nascars, Motorräder und Seitenwagen lassen den Triwo Flugplatz Zweibrücken damit zum Eldorado für die alten Helden der Rennstrecke werden.
Im Vorfeld hatte Heinz eingeräumt, dass die als Rennen propagierte Veranstaltung eigentlich eine Gleichmäßigkeitsfahrt ist. Das bedeutet, dass jeder Teilnehmer eine Richtzeit wählt, die er während der „Rennläufe“ möglichst identisch erreichen muss. Wer das am zuverlässigsten schafft, ist am Ende Klassensieger. So weit, so untertrieben.
Die alten Schätzchen fliegen durch den Rundkurs
Denn nicht wenige Rennfahrer lassen ihre Schätzchen auf dem Rundkurs ordentlich fliegen. So kann man in kurveninneren Bereichen mühelos sich in die Höhe reckende innenliegende Vorderräder erkennen. Wie zum Beispiel an zwei wunderschönen Nachbauten vom Typ BMW 2002; im Design der Deutschen Rennsport Meisterschaft der 70er Jahre. Darunter ein Auto im Europa Möbel Muster. Das Original wurde mit Jörg Obermoser aus Kolbermoor 1974 Vizemeister.
Erstaunlich schnell im Feld der Formelwagen ist das Duo Stefan und Kay-Marcel Klug. Pfeilschnell passieren sie jeweils die Start-Ziel-Gerade in einem Gefährt, das wie eine Mischung aus Sportwagen und Kart aussieht; also recht klein wirkt. Richtige Sportwagen, wie Fabrikate aus den Häusern Osella und Norma, haben auf der Strecke ihre liebe Mühe mit diesem pfeilschnellen Etwas. Was ist das eigentlich? Es ist ein BEC 1000, der auf der Basis von Superkarts entwickelt wurde.
Weltweit nur noch 30 Exemplare
Superkarts starten, wie der BEC, auf richtigen Rennstrecken. Dabei legen sie beim Start eine Beschleunigung auf den Asphalt, die der Formel 1 gleicht. Innerhalb von drei Sekunden sind sie schon auf 100 Stundenkilometern. Fuhren Superkarts im Rahmen von großen Autorennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring, sorgte ihr Anblick beim weniger fachkundigen Publikum auf den Tribünen in der Regel erst für Gelächter. Sobald die Karts loslegten, blieb den Beobachtern aber die Spucke weg. Ähnlich geht es nun den Besuchern beim Historischen Flugplatzrennen.
Weltweit gibt es von diesem Fahrzeugtyp auf Superkart-Basis nur 30 Exemplare. Man erkennt den Unterschied zwischen dem BEC und seiner Fahrzeuggrundlage am Überrollbügel und am Sicherheitsgurt, der im Superkart nicht vorgeschrieben war. Der BEC erreicht mit seinem Fahrzeuggewicht von knapp 290 Kilo die Fahrleistung eines Supersportwagens. Rund 240 Kilometer pro Stunde sind so in der Spitze möglich.