Zweibrücken Montagsumfrage: Gucken Sie die Frauen-EM oder die Klub-WM?

Das Interesse an Frauenfußball wird auch in Zweibrücken immer größer.
Das Interesse an Frauenfußball wird auch in Zweibrücken immer größer.

Die Frauen-Fußball-EM und die Klub-Weltmeisterschaft laufen. Wir haben Passanten gefragt, welche Spiele sie sich im Fernsehen anschauen und was sie von der Klub-WM halten.

Harry Sadowski aus Contwig schaut sich die Spiele der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gerne an. „Die spielen einen guten Fußball, aber trotzdem denke ich nicht, dass sie weit kommen“, sagt der ehemalige Sportlehrer. Einen dritten oder vierten Platz bei der EM hält er für möglich. Die Spielerinnen kennt der Contwiger allerdings nicht. Die Klub-WM interessiert ihn hingegen gar nicht. „Das haben wir jetzt erst mitbekommen, dass die stattfindet. Ich schau lieber die Frauen. Da interessieren mich auch nur die Spiele selbst, der Modus ist mir egal. Es macht Spaß, den Frauen zuzuschauen. Da guck ich mir dann auch gerne nicht nur die Spiele der Deutschen an, die spielen alle mittlerweile richtig guten Fußball“, sagt Sadowski.

Harry Sadowski
Harry Sadowski

Helmut Weber aus Zweibrücken hat noch kein Spiel der Frauen-EM gesehen. Was aber nicht am Geschlecht liegt. „Ich habe generell in letzter Zeit wenig Fußball geschaut. Ich bin zwar selbst Mitglied im SV Niederauerbach, aber insgesamt hat mich das nicht so besonders interessiert, weder die EM der Frauen noch die Klub-WM. Da hab ich zwar das eine oder andere Spiel gesehen, aber die ist nicht das Wahre. Das ist nur Geldmacherei. Und die Spieler haben überhaupt keine Pause mehr. Dann wundert man sich, wenn sie verletzt sind“, sagt Weber. Ab und zu habe er sich gefragt, welche Mannschaften bei der Klub-WM dabei sind. Etliche habe er nicht gekannt, beispielsweise eine australische Mannschaft. Für die deutschen Fußballfrauen gibt er keine gute Prognose ab. Er schätzt, dass sie unter die letzten vier von insgesamt 16 Mannschaften kommen.

Helmut Weber
Helmut Weber

Kai Kasper aus Contwig schaut sich ab und zu Spiele der Frauen-Europameisterschaft an, ganz unabhängig davon, ob die deutsche Mannschaft spielt. Am meisten fasziniert hat ihn bislang, „wie groß das Ganze geworden ist, auch, wie groß das Interesse an Frauenfußball ist. Seit es medial mehr begleitet wird, schaue ich öfter Frauenfußball, früher war das weniger“, sagt Kasper. Eine Einschätzung, auf welchem Platz die deutsche Nationalmannschaft am Ende zu finden sein wird, traut sich Kai Kasper nicht zu. Auch die Spiele der Klub-WM schaut sich der Contwiger an. Er freut sich, dass herausragende Mannschaften verschiedener Länder einmal gegeneinander antreten. Beispielsweise habe der FC Bayern in Deutschland gar keine Konkurrenz mehr, durch die Klub-WM gebe es endlich wieder Konkurrenzkampf.

Kai Kasper
Kai Kasper

Kirsten Jähde aus Zweibrücken schaut sich gar keinen Frauenfußball an. „Nur die Männer, bei der Weltmeisterschaft“, sagt sie. Warum sie kein Interesse an den Frauenspielen hat, weiß sie selbst nicht. „Vielleicht liegt das daran, dass die breite Masse bei der Herren-WM einen mitzieht“, meint sie. Auch die Klub-WM interessiert sie eigentlich nicht. Dennoch schaue sie sich „ab und zu gezwungenermaßen mit meinem Freund“ das eine oder andere Spiel an. Der ist Lautern-Fan, schaue aber auch keine Frauenspiele. „Es ist wahrscheinlich ein Armutszeugnis. Ich arbeite bei Adidas und schaue keine Fußballspiele“, sagt sie noch lachend.

Kirsten Jähde
Kirsten Jähde

Frank Küstner aus Zweibrücken schaut sich Spiele der Frauen-Fußball-Europameisterschaft gerne an, wenn er Zeit hat. „Zwei habe ich bisher gesehen, mit deutscher Beteiligung, die gegen Polen und gegen Dänemark. Ich schaue auch nur die, in denen die Deutschen spielen“, sagt er. „Wenn sie so spielen wie bisher, kommen sie nicht so weit“, antwortet er auf die Frage, was er denkt, welche Endplatzierung die Frauen-Nationalmannschaft im Wettbewerb erreichen wird. Die Klub-WM findet er „unnötig wie sonst was. Da geht es ja nur ums Geld. Wir haben Dortmund geschaut, das war enttäuschend genug. Und die Spieler brauchen ja auch mal eine Pause“.

Frank Küstner
Frank Küstner

Jonas Landoll aus Zweibrücken schaut sich nur die Highlights der Frauen-EM an. Sieben oder acht Spiele hat er sich angesehen. „Wenn da mal was bei Youtube hochgeladen wird, schaue ich mir die Höhepunkte an, das muss nicht mit deutscher Beteiligung sein“, sagt er. Frauenfußball sei insgesamt interessanter geworden, dennoch sei es nicht seine Priorität. Der Frauenfußball sei aber besser geworden und auch präsenter als früher. „Man bekommt mehr mit“, sagt Jonas Landoll. An der Klub-WM gefällt ihm das Konzept nicht. „Das sind zu viele Spiele, und es geht noch mehr als eh schon ums Geld“, urteilt er.

Jonas Landoll
Jonas Landoll
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