Handball:
Mit Zweibrückens jungen Wilden kommt die Wende
Revanche geglückt! Die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken haben sich am Sonntag zu Hause letztlich eindrucksvoll, mit einem 36:26 (14:11)-Erfolg gegen den Aufsteiger TV Bodenheim für die im Hinspiel erlittene Niederlage revanchiert.
Die wurmte immer noch etwas. Denn (fast) unerklärlich war bei der Vorrundenniederlage gewesen, warum sich die Zweibrücker Angreiferinnen von der Bodenheimer Abwehr so den Schneid hatten abkaufen lassen. Am Sonntag machten sie es – nach anfänglichen Schwierigkeiten – deutlich besser.
Kleine Derbysieg-Nachwehen?
Zunächst einmal schienen sich die SV-Frauen aber zu viel von den Zweibrücker Herren im samstäglichen Stadtderby abgeschaut zu haben. „In der Anfangsphase haben wir leider nicht das umgesetzt, was wir im Vorfeld eigentlich besprochen hatten“, monierte SV-Trainer Rüdiger Lydorf. Diese Phase dauerte – fast eine Duplizität zum Herrenspiel am Vorabend – 25 Minuten. Fast sah es so aus, als stecke der ein oder anderen Spielerin noch eine längere After-Derbysieg-Nacht in den Beinen.
Dass Annalena Frank beim Stand von 3:3 an die Latte warf, Levke Worm gleich danach die Standfestigkeit des Pfostens testete, „hat auch nicht dazu beigetragen, dass wir früh Sicherheit gewinnen“, sah Lydorf einen Grund für einen durchwachsenen Start ins Spiel. Daphne Huber wehrte in dieser Phase noch einen Strafwurf von Lara Sagner ab. Dass Bodenheim kurz darauf durch einen erfolgreich verwandelten Strafwurf der guten Kreisläuferin Lina Sinsel 4:3 in Führung ging, konnte Huber aber auch nicht verhindern.
Krein und Frank „erfreuen“ sich doppelter Aufmerksamkeit
Die Abwehr der Bodenheimerinnen arbeitete intensiv. „Ihr müsst sie doppeln, doppeln, immer wieder doppeln“, dirigierte Bodenheims Trainer Markus Reese seine Defensive immer wieder lautstark von der Seitenlinie. Vor allen Dingen SV-Spielmacherin Lucie Krein und Rückraumschützin Frank ließen die Bodenheimerinnen meist doppelte Aufmerksamkeit zukommen.
Die Partie blieb zunächst zäh. „Wir sind da auch nicht konsequent in die Nahtstellen der gegnerischen Abwehr gegangen“, sagte Lydorf. Er wechselte nach einer Auszeit beim Stand von 8:8 (22.) und hatte ein glückliches Händchen. Denn mit den jungen Wilden, allen voran Janine Baus, kam die Bodenheimer Abwehr nicht zurecht. Zunächst sorgte SV-Spielführerin Lucie Krein mit zwei Treffern zum 10:8 für die erste Zwei-Tore-Führung der Zweibrückerinnen in dieser Partie. Baus traf per Gegenstoß zum 11:9 und Jasmina Zimmermann per Gegenstoß zum 12:9.
Endlich rollt der SV-Express
Bis zur 36. Minute hielt Bodenheim die Partie noch offen. Ezgi Yoslun verkürzte auf 13:16. Dann war der Zweibrücker Tor-Express nicht mehr zu stoppen. Zweimal in Folge Elisa Wagner: 18:13. Kreins 19:13 zwang Bodenheims Coach zu einer Auszeit. Janine Baus erkannte schön die Schwächen der Bodenheimer Abwehr auf Außen. Die Tore zum 21:15 und 22:15 erzielte sie von der linken Außenbahn.
„Die Abwehr weiter so“, forderte Lydorf. Durch die verbesserte Defensivarbeit kamen die Zweibrücker Damen zu Ballgewinnen und schalteten schnell um. In erster und zweiter Welle rollten nun viele SV-Angriffe aufs Bodenheimer Tor zu. In der 52. Minute – Jasmina Zimmermann hatte getroffen – lag der SV 64 erstmals mit zehn Toren vorne.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Huber, Schillo (ab 52.) - Schlicker (3), Krein (9/2), Frank (4/2) - Dzialoszynski (1), Zägel - Worm (3) - Sohns (2/1) - Zimmermann (4), Baus (7/1), Wagner (3)
TV Bodenheim: Schepky - Kuntz, Yolun (4), Jona Reese (4) - Weber (2), Sagner (2) - Sinsel (9/5) - Emily Reese (2), Zimmermann, Tomaschek (1), Geiß (2)
Spielfilm: 3:4 (10.), 7:8 (19.), 10:8 (24.), 14:11 (Halbzeit), 16:13 (36.), 19:13 (38.), 24:16 (44.), 31:21 (53.), 36:26 (Ende) - Zeitstrafen: 7:5 - Siebenmeter: 7/6 - 7/5 - Beste Spielerinnen: Krein, Baus - Sinsel - Zuschauer: 60 - Schiedsrichter: Fleck/Köhler (Kandel).