Zweibrücken Mit Fotos: So war’s beim Zweibrücker Rathaussturm

Die Zweibrücker Fasnachtsvereine blasen zur fröhlichen Attacke.
Die Zweibrücker Fasnachtsvereine blasen zur fröhlichen Attacke.

„Gemeinsam stark für die Zweebrigger Fasenacht“: Lautstark stürmten die Narren am Samstag das Rathaus. Dort plauderte der „Prinzregent“ aus dem Wahl-Kindergarten.

Närrische Schützenhilfe wurde den Zweibrücker Rathausstürmern am Samstagvormittag von Mitstreitern von königlichem Geblüt gewährt. Zumindest auf den ersten Blick. Denn Heike Förch (KVZ) als Königin Camilla aus England, Eva-Maria Braun (CGH) als Königin Maxima aus den Niederlanden, Simon Nikolaus (ZFF) alias Fürst Albert von Monaco und Nadine Kutschke (FZG) als Schwedenkönig Carl Gustaf hatten sich in royale Kostüme geworfen.

„Prinzregent Marold“, hier noch auf seinem Thron, übergibt den Stadtschlüssel in royale Narrenhände.
»Prinzregent Marold«, hier noch auf seinem Thron, übergibt den Stadtschlüssel in royale Narrenhände.

Sie alle hatten nur das eine Ziel vor Augen: Marold, dem „ersten Prinzregenten der Rosenstadt Zweibrücken“, und seinem Gefolge die Schlüsselgewalt zu entziehen und in der fünften Jahreszeit die Stadt zu regieren. Da nützte auch kein Bollwerk aus Strohballen, das der Rathausmitarbeiter Reiner Wildt bereits um 8.30 Uhr vor dem Eingang positioniert hatte. Auch die Böllergruppe der RAG Zweibrücken und eine Konfettikanone konnten das närrische Volk nicht von der Erstürmung abhalten. Vergeblich blieb der Versuch von Stadträtin Julia Igel, getarnt als Clownin das Narrenvolk zu infiltrieren.

Tulpenzucht im Rosengarten

Damit es beim Sprechen nicht so staubt, gönnte sich Königin Camilla alias Heike Förch bei ihrem Vortrag fast eine ganze Flasche Sekt und begrüßte das Narrenvolk mit den Worten „Welcome to Twobridges“ und sprach einen „Toast Hawaii“ aus. Königin Maxima alias Eva-Maria Braun machte den Vorschlag, den Schlossplatz künftig für ihre Landsleute als Wohnmobil-Stellplatz herzurichten. Und dem Prinzregenten Marold überreichte sie ein paar Tulpenzwiebeln als Grundstock für eine künftige Tulpenzucht im Rosengarten.

Im Zweibrücker Rathaus regiert die Narretei.
Im Zweibrücker Rathaus regiert die Narretei.

„Prinzregent Marold“ erzählte, dass er neulich, bei einem Besuch im Kindergarten, von einem Knirps gefragt worden sei, warum in Deutschland schon wieder gewählt wird. Per multimedialer Projektion in Bild und Ton sowie in betont kindgerechter Sprache erklärte Prinzregent Marold, dass es da in der Bundeshauptstadt eine „Ampelgruppe“ gegeben habe. Olaf sei der Chef gewesen, Robert und Christian hätten ihm versprochen zu helfen. Aber dann hätte der Christian Ärger gemacht und keine Lust mehr gehabt, dem Olaf zu helfen. Und wenn der Olaf mal nicht da war, hätte der Robert ihn vertreten und „ganz viel Dummes“ angestellt. Zum Beispiel, als der Robert an der Heizung rumgespielt habe. Aber das sei nicht schlimm, hätte der Robert gesagt, dann machen wir einfach Strom aus Sonne und Wind. Aber wie das geht, wisse er nicht. Aber man könne ja Energie sparen durch Licht-Ausschalten und weniger essen oder Wasser sparen, indem man „auf dem Klo ein paar Sachen zusammenkommen lässt“. Zweibrücken müsse nachhaltiger werden, hätte der Stadtrat Norbert – ein Kumpel vom Robert – gesagt, und da habe er recht. Prinzregent Marold: „Das einzig Nachhaltige bei uns hier ist der Geruch von den Mettwürsten mit Zwiebeln, die Heiner immer in den Stadtrat mitbringt!“

Politik, schön kindgerecht

Dann gäbe es noch die Alice aus der Schweiz, die in Deutschland Chef werden, aber den Kindern ihre ausländischen Freunde wegnehmen wolle.

Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse.
Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse.

Und die Sahra, die im Saarland beim Oskar wohnt, wolle ebenfalls Chefin werden. Aber die komme aus der DDR, und dort sei es früher viel besser gewesen, sage sie, und außerdem hätte sie „den Putin so lieb“. „Vergessen dürfen wir aber das Fritzchen nicht. Der will auch Chef werden, weil er beim Olaf nicht mitspielen durfte. Das hat ihn ganz böse gemacht und dann hat er bei Tante Angela gepetzt. Die konnte ihn aber nicht leiden. Aber jetzt, wo Tante Angela nicht mehr da ist, will er endlich Chef werden.“ Am Schluss habe der „Onkel Steinmeier“ gesagt, dass jetzt alle Kinder einen neuen Chef wählen müssten.

Die Narren stellen klar: „Gleich raucht’s!“
Die Narren stellen klar: »Gleich raucht’s!«

„Prinzregent Marold“ sagte, in Deutschland und Zweibrücken sei es nicht so schlecht, wie es oft dargestellt werde. „Aber eine Sache wird sich nicht verändern: die vielen Baustellen im Stadtgebiet!“

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