Zweibrücken Mehr Biss als der Primus

ZWEIBRÜCKEN. „Stand up for the Champions“, dröhnte es am Sonntag nach dem Abpfiff des A-Jugend-Bundesligaspiels zwischen dem SV 64 Zweibrücken und der SG Pforzheim/Eutingen aus den Lautsprechern. Die Zweibrücker Fans waren schon kurz vor dem Abpfiff aufgestanden und feierten ihre Champions des Tages. Die hatten sich die stehenden Ovationen verdient. 25:22 (13:11) schlugen sie den Tabellenführer .
SV 64-Trainer Tony Hennersdorf freute sich über den Einsatzwillen und den Biss, mit dem seine Mannschaft zu Werke ging. „Jetzt ist es uns endlich mal gelungen, eine der Top-Mannschaften der Liga zu schlagen“, resümierte er. Nah dran war der SV schon gewesen, beispielsweise zu Hause gegen die SG Kronau/Östringen. „Damals haben wir den Sack aber nicht zugemacht, heute haben wir uns selbst belohnt“, freute sich der Trainer. Björn Zintel – bei der A-Jugend auf der halblinken Rückraumseite spielend – knüpfte nahtlos an die Leistung aus dem Drittliga-Spiel gegen den VfL Gladbeck am Vortag an. Das gab seinen Nebenleuten viel Sicherheit. Gerade auch die B-Jugendlichen wie Tom Grieser, der über weite Strecken das SV-Spiel auf der Mitte dirigierte, unter anderem das 2:0 erzielte, und Niklas Bayer lieferten jeweils ein ganz starkes Spiel ab. Die Zweibrücker Abwehr war meist im Bilde, Torwart Yannic Klöckner stand dahinter sehr sicher. Nur Jugend-Nationalspieler Pascal Kirchenbauer auf Pforzheimer Seite stellte die Zweibrücker Defensive vor teils unlösbare Probleme. Er war, wie auf der anderen Seite sein Nationalmannschaftskollege Zintel, nie auszuschalten. Aber das ein oder andere wichtige Duell gegen Kirchenbauer entschied Klöckner für sich. „Wir sind sicher nicht nach Zweibrücken gefahren und davon ausgegangen, dass wir hier einfach gewinnen. Das ist eine gute Mannschaft, die heute auch mehr Biss hatte als meine Mannschaft. Dazu hatte Zweibrücken die bessere Torhüterleistung“, konstatierte Pforzheims Trainer Alexander Lipps. Die Zuschauer sahen, weil Zweibrücken dieses Mal immer an seine Chance glaubte, ein ausgeglichenes, sehr gutes Bundesliga-Duell. Kurz vor der Halbzeit zogen die Gastgeber erstmals mit drei Toren davon, führten zwischenzeitlich 13:10. Pforzheim kam wieder bis auf ein Tor ran. „Die Chance zum Ausgleich hatten wir mehrfach. Den haben wir nicht mehr gemacht, das war wohl entscheidend“, analysierte Lipps. Zumal die Zweibrücker Junglöwen sechs Minuten vor dem Spielende nicht etwa nachließen, sondern in der entscheidenden Phase noch eine Schippe Kampfkraft draufpackten. Ganz stark das 21. Tor, das Zintel erzielte. Seinen Wurf blockte die Pforzheimer Abwehr. Zintel setzte entschlossen nach, eroberte den Abpraller, traf doch. Pforzheim nahm die Auszeit, den entscheidenden Akzent setzte aber wieder Zweibrücken: Klöckner parierte den Kirchenbauer-Wurf. Als Zintel im Gegenzug zwar mit dem Strafwurf scheiterte, aber den Abpraller verwertete und gleich darauf per Gegenstoß traf, war der SV 64 auf 23:19 davongezogen – die Entscheidung. (add)