Zweibrücken Mannlich-Neuntklässler helfen bei der Tafel in Zweibrücken
Kein Tag ist wie der andere bei der Tafel in Zweibrücken. Seit 21 Jahren besteht sie, kämpft nahezu täglich mit Herausforderungen verschiedenster Art und hilft Bedürftigen. Verstärkung bekamen die Ehrenamtlichen der Tafel am Donnerstag von 13 Schülern und Schülerinnen der Mannlich-Realschule plus Zweibrücken. Die Neuntklässler hatten in ihrem Ethikkurs mit ihrer Lehrerin Silke Anton über das Thema Tafel gesprochen. Sie haben daraus ein knapp dreimonatiges Projekt gemacht. So waren sie in der Tafel zu Besuch und ließen sich von deren Gründerin Annette Peetz genau erklären, wie diese organisiert ist. Und sie haben selbst eigenverantwortlich angepackt.
Die Schüler drehten einen Film, der auf der Webseite der Schule zu sehen ist und das Thema beleuchtet. Die Neuntklässler haben selbstständig Elternbriefe aufgesetzt und verteilt. Sie bohrten bei Horst Conrad von der Tafel nach und stellten schlaue Fragen. Und sie starteten eine Weihnachtsspendenaktion für Lebensmittel – die zumeist die Eltern gekauft haben. Diese Spenden haben die Jugendlichen am Donnerstag bei der wöchentlichen Tafel-Verteilung an einer eigenen Station verteilt.
Zum ersten Mal von Schülern selbst verteilt
Annette Peetz: „Wir wollten, dass unsere Kunden das sehen, dass die Nahrungsmittel von den Schülern kommen, und haben deshalb einen eigenen Stand eingerichtet.“ Im Schichtdienst verteilten deshalb je zwei oder drei Schüler am Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr Nudeln, Milch, Tomatensoße, Konserven und andere haltbare Lebensmittel an Menschen, die darauf angewiesen sind.
Die Ethiklehrerin Silke Anton betont: „Das alles ging von den Schülern aus.“ Während der Verteilung ist sie sichtlich stolz. Schon in den Vorjahren haben Schüler „der Mannlich“ die Tafel mit Spenden unterstützt, aber in diesem Jahr zum ersten Mal selbst ihre Spenden an Frau und Mann gebracht. Beteiligt war nicht nur der eine Ethikkurs, sondern auch andere Klassen und Kurse, deren Schüler beim Sortieren der Nahrungsmittel geholfen hatten.
Stopp bei 200 Bedürftigen
Die Tafel-Helfer freuen sich immer über Unterstützung. So natürlich auch über die Schülerhilfe. Eine Woche zuvor waren plötzlich die Nahrungsmittel knapp geworden. Da freute sich die Zweibrücker Tafel, die an die Kirche Heilig Kreuz angegliedert ist, über unverhoffte Hilfe von zwei weiteren Kirchengemeinden aus Zweibrücken. „Irgendwie geht es immer“, sagt Annette Peetz.
Die Tafel unterstützt derzeit 200 Bedürftige. „Wir haben uns selbst beschränkt auf diese Zahl. Dazu kommen noch ein paar Sonderfälle, beispielsweise Menschen, die stark behindert sind.“ Insgesamt komme man so auf rund 220 Kunden. Es waren schon mehr. Aber aus Erfahrung wisse man, dass man mit dieser Zahl am besten umgehen könne, was die Verteilzeiten, die Räumlichkeiten, die Helferzahlen und so weiter angehe, sagt Horst Conrad, der die Tafel-Statistik führt.
Im Moment helfen 40 Freiwillige bei der Tafel. Sie holen Nahrungsmittel bei Großspendern wie Supermärkten, Discountern und Bäckereien ab, sortieren und geben aus. Die Zahl reicht laut Annette Peetz aus. Und wundersamerweise „hat sich immer wieder, wenn ein Talent verloren ging, ein neues gefunden“, erzählt die Gründerin.
Über die Arbeit der Tafel ist hier mehr zu erfahren.