Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Lotti“ lässt Zweibrücker Oberliga-Damen jubeln

Warf sieben Tore: SV-Spielmacherin Lucy Dzialoszynski (mit Ball), hier beim Treffer zum 7:8.
Warf sieben Tore: SV-Spielmacherin Lucy Dzialoszynski (mit Ball), hier beim Treffer zum 7:8.

Die Oberligahandballerinnen des SV 64 Zweibrücken können auch zu Hause gewinnen. Nach zwei Unentschieden konnte am Sonntag der erste Heimsieg gefeiert werden. 25:19 (10:11) besiegten sie den körperlich präsenten Aufsteiger TV Wörth.

Frei nach Wilhelm Busch könnten die Zweibrückerinnen über das Spiel auch schreiben: „Ein paar Wochen war die Lotti krank, jetzt trifft sie wieder, Gott sei Dank“. Lotti, so wird SV-Rückraumspielerin Annalena Frank von ihren Teamkolleginnen genannt. Sie hat die in der Vorbereitung erlittene Verletzung an der Wurfhand überwunden. Gestern hatte sie mit ihren Toren, inklusive der 100-Prozent-Quote vom Siebenmeter-Punkt, großen Anteil am SV-Sieg. „Sie hat eine wirklich gute Wurftechnik“, bescheinigte auch Wörths Trainer Gerd Götz. Das 1:0 und 3:0 markierte Frank, den zweiten SV-Treffer steuerte Kim Pfeifer bei, die gestern einen Aufwärtstrend erkennen ließ. 3:0 nach vier Minuten.

Die Zweibrückerinnen schienen dort weitermachen zu wollen, wo sie in Köllertal aufgehört hatten. Taten sie aber nicht. Saskia Schlemilch im Wörther Tor fand nun ins Spiel, entschärfte einige SV-Würfe. Und es ging Spielgeschwindigkeit verloren. Begünstigt durch das Schiedsrichtergespann, das von der Zeitspielregel nicht viel hielt. Nach sieben Minuten stand es 3:3.

Tempo-Tube zu selten gedrückt

Es entwickelte sich erneut ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften offenbarten Schwächen im schnellen Umschaltspiel nach vorne. Dass es Wörth in der 18. Minute versäumte, auch in der Rückwärtsbewegung schnell umzuschalten, nutzte SV-Spielmacherin Lucy Dzialoszynski, um mal mit einer Tempoverschärfung vom Mittelkreis weg die Wörtherinnen stehen zu lassen und zum 9:8 einzunetzen. Auf diese Tempo-Tube drückten die Zweibrückerinnen lange zu selten. Weil Lara Pfirrmann auf der rechten Wörther Außenbahn die Defensivlücken erkannte, die Wörtherinnen im Angriff im Eins-gegen-eins ihre Stärken hatten, ging der SV mit einem 10:11-Rückstand in die Kabine.

„Ich habe wirklich lange gedacht: Was passiert denn hier?“, bekannte SV-Trainer Rüdiger Lydorf. Wörth baute die Führung auf drei Tore Vorsprung aus. In der 36. Minute stand es 15:12 für die Gäste. Der erste Heimsieg schien in weiter Ferne.

Spielentscheidende elf Minuten

„Insgesamt war unser Problem, dass wir nicht so stabil und aggressiv in der Deckung gestanden haben, wie in den vergangenen Partien“, analysierte Wörths Trainer Götz. Dass seine Mannschaft nach dem 15:12 die Partie aus der Hand gab, „lag daran, dass wir plötzlich im Angriff ohne Ball überhaupt keine Bewegung mehr im Spiel hatten“, sagte er.

Es waren die spielentscheidenden elf Minuten, in denen Zweibrücken zu einem 7:0-Torlauf kam. Den leitete Frank mit einem erfolgreichen Strafwurf ein. Dass Wörth nun mehr Platz in den Nahtstellen ließ, nutzten die SV-Spielerinnen. „Diese Konsequenz hatte uns im ersten Abschnitt gefehlt“, analysierte Lydorf. Einen Ballgewinn Pfeifers, die gerade noch das 15:15 erzielt hatte, nutzte Dzialoszynski zum 16:15. Diese Führung gaben die Zweibrückerinnen nicht mehr aus der Hand. Teuer bezahlten sie allerdings den Treffer zum 19:15. Kreisläuferin Sarah Lauer verletzte sich dabei am Knie.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zahm (ab 33. Huber) - Schlicker (2), Dzialoszynski (7), Frank (9/4) - Pfeifer (3), Zimmermann – Lauer (2) – Kiefer (2), Baus, Jänicke, Müller,

TV Wörth: Saskia Schlemilch (ab 47. Offermann) – Oser (3), Stumpf (3), Johanna Schlemilch (1) – Lara Pfirrmann (9/3), Höflich – Nuss – Anne Pfirrmann (1), Götz, Mayer (1), Berie (1), Rütten, Boos

Spielfilm: 3:0 (4.), 3:4 (9.), 10:10 (26.), 10:11 (Halbzeit), 11:14 (34.), 12:15 (36.), 18:15 (47.), 20:17 (52.), 25:19 (Ende) – Siebenmeter: 5/4:4/3 – Zeitstrafen: 4:1 – Beste Spielerinnen: Frank, Dzialoszynski - Lara Pfirrmann – Zuschauer: 50 – Schiedsrichter: Albes/Müller (TV Nierstein)

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