Zweibrücken Linksabbieger-Stau: Umleitung überlastet Kreuzung
Montagmorgen, Berufsverkehr. Wer am 25. April der Umleitung über die 22er- und die Steinhauser Straße folgte, um statt über die wegen Abrissarbeiten gesperrte Alte Ixheimer Straße von weiter oberhalb in die Innenstadt zu gelangen, brauchte Geduld. Denn der Verkehr staute sich massiv in der Molitorstraße: Etliche Autofahrer wollten links ins Zentrum abbiegen, sehr viele mehr als sonst an dieser Kreuzung. Allerdings ist die Ampelanlage nicht für so viele Linksabbieger programmiert.
Zwar ist die Stadtverwaltung im Grunde verantwortlich für die Ampelanlagen, sie hat aber die Stadtwerke mit deren Betreuung beauftragt. Frank Endmann, Leiter des Bereiches Strombau und Betrieb bei den Stadtwerken erklärt, warum der Verkehr an dieser Kreuzung zwischen Polizei, Gefängnis und Aral-Tankstelle derzeit nicht flüssig rollt: „An dieser Kreuzung sind die Phasen für diejenigen, die von der Festhalle kommend rechts abbiegen oder geradeaus hinauf fahren möchten, und für diejenigen, die entgegengesetzt vom Cityoutlet kommen, gleichzeitig geschaltet. Für die Linksabbieger von oben in die Landauer Straße ist die Grünphase nur etwa fünf Sekunden länger.“ Das genügt in der Regel. Aber im Augenblick ist die Anzahl derer, die hier abbiegen möchten, deutlich höher. So kommt es, dass der Linksabbiegerstreifen bei Weitem nicht ausreicht und die Wartenden zeitweise so weit den Berg hinauf stehen, dass auch die Spur für die Geradeausfahrer blockiert wird.
Man kann nicht einfach aufs Knöpfchen drücken
Die Frage, ob man die Ampelschaltung nicht kurzfristig an die Ausnahmesituation anpassen könne, damit die Kreuzung entlastet wird, beantwortet Frank Endmann mit einem klaren Nein: „Ich würde gerne einfach auf ein Knöpfchen drücken und die Linksabbiegerphase verlängern. Aber das ist nicht so einfach: Um die Phasen zu verlängern, müsste ein neues System programmiert und eingespielt werden. Das dauert länger, als die Straße gesperrt ist. Denn die Firma Siemens wartet ja nicht gerade darauf, dass wir mal kurzfristig ein Signalprogramm verändert haben möchten. Und das würde zudem Kosten von rund 10.000 Euro verursachen.“
Kommentar von Tatjana Klöckner:
Selbst entstauen
Man muss nicht bis ganz vor die Schultür fahren.
Als wären Montage nicht eh anstrengend genug. Jede Minute zählt auf dem Weg zur Arbeit, in die Schule. Hängt man dann in einem gefühlt unnötigen Stau, steigt der Puls leicht auf 180. Die Stadt könnte doch die Ampelphasen einfach etwas anpassen! Dass das aber eben nicht so leicht und schon gar nicht billig ist, ist bedauerlich. Nicht auszudenken, wie viel höher der Puls schlüge, wenn 10.000 Euro an Steuergeldern ausgegeben würden, um die Ampel für vier Wochen umzuprogrammieren. Eine sehr einfache Möglichkeit: Wenn all jene Gymnasiasten, die bis vor die Schultüre gefahren werden, mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule gelangten, wäre das ein Gewinn. Falls das aufgrund zu langer Sauerstoffexposition oder unbotmäßiger Belastung des Bewegungsapparates unzumutbar ist, könnten sie sich von ihren Chauffeuren in der Saarlandstraße absetzen lassen.