Leichtathletik
Licht und Schatten für Zweibrücker Sportler im verregneten Mainz
Mit einer Silbermedaille, einer persönlichen Bestleistung und vielen wertvollen Erfahrungen kehrten die Leichtathleten aus Zweibrücken von den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Mainz zurück. Während sich die Stabhochspringerin Mareike Beyerlein vom LAZ Zweibrücken am Sonntag über einen starken zweiten Platz freuen durfte, verlief der Wettkampf für die Athleten der VT Zweibrücken dagegen nicht ganz nach Wunsch.
Für das beste Ergebnis aus Zweibrücker Sicht sorgte Mareike Beyerlein. Die junge Stabhochspringerin übersprang 3,60 Meter und sicherte sich damit die Silbermedaille bei den Frauen hinter Siegerin Julia Schinke (3,70m/TuS Sohren). Gleichzeitig bedeutete die Höhe eine neue Bestmarke für Beyerlein. „So hoch zu springen, fühlt sich immer besonders an“, berichtete die Rimschweilerin nach dem Wettkampf. Nach dem Absprung habe sie zunächst nicht mit einem erfolgreichen Versuch gerechnet, erst über der Latte sei die Zuversicht gewachsen. „Als ich gemerkt habe, dass es klappt, habe ich mich natürlich sehr gefreut.“
Beyerleins Sommeransatz wird belohnt
Einen wichtigen Anteil an ihrem Erfolg hat die starke Stabhochsprunggruppe des LAZ Zweibrücken. Unter der Leitung von Landestrainer Alexander Gakstädter trainiert Mareike Beyerlein gemeinsam mit mehreren leistungsstarken Athletinnen und Athleten. Der tägliche Austausch innerhalb der Gruppe und das gemeinsame Training schaffen ein Umfeld, das zu kontinuierlichen Leistungssteigerungen beiträgt. Dabei investiert die Zweibrückerin viel Zeit in ihren Sport: Neben ihrem Bundesfreiwilligendienst bei der Pirmasenser Heinrich-Kimmle-Stiftung absolviert sie bis zu sechs Trainingseinheiten pro Woche. Umso bemerkenswerter ist ihre Entwicklung, nachdem sie im vergangenen Jahr wegen des Abiturs sportlich noch kürzertreten musste. Die Hallensaison verlief dann zwar noch nicht wie erhofft.
Für die Sommersaison nahm sie sich deshalb vor allem vor, wieder mit Freude am Stabhochsprung anzugreifen. Dass dieser Ansatz nun mit einer persönlichen Bestleistung von 3,60 Metern und der Silbermedaille bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften belohnt wurde, dürfte ihr zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Wettkämpfe geben. Die Zweibrückerin ließ sich dabei auch von den widrigen Bedingungen in Mainz nicht aus dem Konzept bringen. Mehrere Regenunterbrechungen und lange Wartezeiten verlangten den Stabhochspringern einiges ab. „Natürlich war der Wettkampf ungewöhnlich lang, aber wir haben versucht, konzentriert zu bleiben und uns gegenseitig zu unterstützen“, erklärte Beyerlein.
Leichte Hüftprobleme bremsen Arnold etwas aus
Bei der VT Zweibrücken ruhte die Hoffnung vor allem auf Mittelstreckler Fredrik Arnold, nachdem zwei weitere Athleten verletzungsbedingt hatten passen müssen. Mit seiner Meldezeit gehörte er im 800-Meter-Rennen der U18-Läufer durchaus zum Kreis der Medaillenkandidaten. Entsprechend mutig ging er das Rennen an und positionierte sich früh in der Spitzengruppe.
VTZ-Lauftrainer Klaus Klein sah zunächst vieles nach Plan laufen. „Die Vorbereitung war gut, und Fredrik hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass er in starker Form ist“, erklärte Klein. Kurz vor dem Start machten dem Athleten jedoch Probleme in der Hüfte zu schaffen. Bereits beim Aufwärmen habe sich der Bottenbacher nicht optimal gefühlt. Im Rennen fehlte schließlich die letzte Lockerheit, um das hohe Anfangstempo bis ins Ziel durchzuziehen. Arnold wurde in 2:15,22 Minuten Fünfter, es siegte Koutaiba Asfour vom ABC Ludwigshafen (2:04,94 min).
VTZ-Coach Klein: Viel für die Zukunft lernen
Trotzdem zog der Trainer aus dem Wettkampf positive Erkenntnisse. „Er hat gezeigt, dass er grundsätzlich das Potenzial hat, in einem solchen Feld ganz vorne mitzulaufen“, betonte er. Die Tatsache, dass erstmals eine Medaille in Reichweite gewesen sei, habe neue Erfahrungen mit sich gebracht. „Solche Situationen gehören zur Entwicklung eines jungen Athleten dazu“, fand Klein. Auch wenn das Ergebnis letztlich hinter den Erwartungen blieb, sieht Klein darin einen wichtigen Lernschritt. Sein Schützling habe erlebt, wie eng Erfolg und Misserfolg im Leistungssport beieinanderliegen und wie wichtig es sei, auch unter schwierigen Bedingungen weiterzukämpfen. „Daraus kann er viel für die Zukunft mitnehmen“, sagte der VT-Coach.
So gingen die Zweibrücker Athleten mit unterschiedlichen Gefühlen aus dem Mainzer Stadion: Mareike Beyerlein durfte sich über Silber und eine neue Bestleistung freuen. Fredrik Arnold verpasste dagegen trotz guter Ausgangslage die angestrebte Medaille – gewann aber an Erfahrung dazu.