HANDBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Leistungssteigerung der Zweibrückerinnen gegen Wörth bleibt unbelohnt

Erst nach der Pause packten die SV 64-Spielerinnen – in Grau von links Vera Jänicke, Janine Baus, Lea Bullacher und Lucy Hilz (h
Erst nach der Pause packten die SV 64-Spielerinnen – in Grau von links Vera Jänicke, Janine Baus, Lea Bullacher und Lucy Hilz (hier gegen die Wörther Nummer 20 Sanja Oser, dahinter verdeckt Kathrin Pfirrmann) – in der Abwehr richtig zu und halfen sich gegenseitig beim Defensivspiel. Fast hätte es so noch zum Punkt gereicht.

Nach dem Abpfiff flossen Tränen. Bei den Spielerinnen des SV 64 Zweibrücken aus Enttäuschung, bei denen des TV Wörth vor Glück. Ein Oberliga-Spiel, das mit einem Unentschieden ein gerechtes Ergebnis gefunden hätte, entschied Wörth knapp für sich. Eine krasse Fehlentscheidung des ansonsten gut leitenden Schiedsrichtergespannes besiegelte die Zweibrücker Heimniederlage.

Sekunden waren am Sonntag noch zu spielen zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem TV Wörth. Ballbesitz Wörth. Torfrau Saskia Schlemilch nahm die Kugel, feuerte sie weit ins Aus, Richtung Tribüne auf der Zweibrücker Seite des Spielfeldes. Klare Spielverzögerung, Siebenmeter für Zweibrücken, sagt die Regel. Aber der Pfiff der Unparteiischen Pascal Romeo und Tim Kipper, die bis dahin eine sehr gute Leistung geboten hatten, blieb aus. Zweibrücken verlor mit 22:23 (9:13). „Das Spiel haben wir nicht in diesen letzten Sekunden verloren“, sagte SV-Spielmacherin Rebecca Knoll, die 14 Sekunden vor Abpfiff einen Siebenmeter vergeben hatte, mit etwas Abstand nach dem Spiel.

Tatsächlich lag die Ursache dafür in Halbzeit eins. Da passte vieles in der Zweibrücker Deckung nicht zusammen. „Abwehr muss man spielen wollen“, hatte SV-Abwehrorganisatorin Lea Bullacher vor der Partie gesagt. In den ersten 30 Minuten fehlte oft der entscheidende Schritt. Die Abwehrspielerinnen erwischten die Wörther Angreiferinnen meist von hinten. Konsequenz: Die SV-Frauen spielten im ersten Durchgang acht Minuten in Unterzahl. Eine Strafzeit absitzen musste auch eine Spielerin, die nach fast zwei Jahren Baby-Pause wieder zurückkehrte: Renata Wilga. Sie kann, wenn es die familiäre Situation zulässt, aber das werden, was dem jungen Zweibrücker Team in den ersten 30 Minuten fehlte: die Spielerin, die Verantwortung übernimmt.

Wörther Tempo überrascht die SV 64-Löwinnen

„Wir haben sehr stark begonnen“, freute sich Wörths Trainer Gerd Götz. Mit entscheidend in der ersten Halbzeit: „Wir sind schnell nach vorne gegangen, das haben wir richtig gut gemacht“, befand er. SV-Trainer Rüdiger Lydorf räumte ein, „dass uns das Tempo, mit dem Wörth nach vorne gespielt hat, etwas überrascht hat“. Kompakt stehen wollte die Zweibrücker Defensive eigentlich. Aber sie stand oft noch nicht, wenn Wörth vorne auftauchte. Das Rückzugsverhalten war ausbaufähig. Die Gäste nutzten die Lücken und ihre körperliche Überlegenheit im Eins-gegen-eins. Wohl kaum jemand in der Halle hätte Götz’ Einschätzung, dass seine Mannschaft die Partie zur Halbzeit schon hätte entscheiden können, widersprochen.

Kurz vor der Pause verkürzte aber der SV 64 durch Vera Jänicke und Knoll auf 9:13. Und kam motiviert aus der Kabine. Jetzt wollten das Team Abwehr spielen. Die Wörther Angreiferinnen wurden deutlich früher angegangen, mehrfach ins Zeitspiel gezwungen. Nach 39 Minuten verkürzte Lucy Hilz, die auf der linken Außenbahn Selbstvertrauen in ihren Wurfqualitäten tanken konnte, auf 14:15. Die erfahrene Katrin Hoffmann dirigierte das SV-Spiel, nahm Druck von den jungen Schultern ihrer Mitspielerinnen. Wörth zog noch auf 19:15 weg, aber Knoll und Hilz hielten dagegen.

Fälliger Siebenmeterpfiff zugunsten des SV-Teams bleibt in Schlusssekunden aus

Alles offen in der Crunchtime der letzten zehn Minuten: SV-Torfrau Annalena Zahm parierte beim Stand von 19:21 einen Strafwurf, Baus verkürzte auf 20:21. Und dann entschieden Kleinigkeiten. Götz brachte Saskia Schlemilch im Tor, Lydorf brachte Jänicke für Knoll. Jänicke gegen Schlemilch hieß das erste Wurfduell nach diesen Wechseln. Die Torfrau siegte. Zum 21:21 traf Hilz, und mit einem klasse Wurf vom Kreis brachte Lea Bullacher die SV-Löwinnen drei Minuten vor dem Ende mit 22:21 in Führung.

Der SV 64 hatte ein fast schon verlorenes Spiel gedreht. Auszeit Wörth. Jennifer Berie nutzte von außen die sich immer wieder auftuende Lücke auf der rechten Zweibrücker Abwehrseite: 22:22. Im Gegenzug scheiterte Baus an Schlemilch. Sanja Oser traf zum 23:22. Es sollte der Siegtreffer sein. Auch weil der Siebenmeterpfiff ausblieb, über den „wir uns nicht hätten beschweren können“, wie Gerd Götz einräumte.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zahm - Baus (6/1), Knoll (5/3), Jänicke (3) - Schlicker, Hilz (5) - Bullacher (2) – Müller, Hoffmann (1), Wilga

TV Wörth: Offermann, Saskia Schlemilch (ab 53.) - Oser (4), Höflich (1), Anne Pfirrmann (1) - Lara Pfirrmann (3), Götz (5) - Kathrin Pfirrmann (3) – Berie (2), Johanna Schlemilch (4/3)

Spielfilm: 2:2 (5.), 4:8 (13.), 6:13 (27.), 9:13 (Halbzeit), 14:15 (39.), 15:19 (46.), 21:21 (57.), 22:22 (59.), 22:23 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 6/5 - 3/3 - Beste Spielerinnen: Zahm, Hilz, Bullacher - Kathrin Pfirrmann, Oser, Götz - Zuschauer: 125 - Schiedsrichter: Romeo/Kipper (HV Saar).

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