Zweibrücken Lebkuchen im September: Ist das zu früh?

Im Cap-Markt herrscht in den Regalen schon Weihnachtsstimmung.
Im Cap-Markt herrscht in den Regalen schon Weihnachtsstimmung.

Im Supermarkt ist schon Weihnachten – zumindest im Regal. Dort liegen bereits Lebkuchen, Spekulatius und Plätzchen. Zu früh? Wir haben uns in der Fußgängerzone umgehört.

„Ich habe noch nichts gekauft. Und wenn, dann backe ich die Plätzchen selbst. Aber erst zur Weihnachtszeit“, sagt Anja Stegner. Die Zweibrückerin backt am liebsten Spritzgebackenes und Zimtwaffeln. „Ich backe nur wenige Sorten, vielleicht zwei oder drei.“ Die gute Nachricht: Die Plätzchen reichen dann bis Weihnachten. Dass es jetzt schon Lebkuchen im Geschäft gibt, findet Stegner nicht so toll. „Ich habe mich aber daran gewöhnt“, meint sie.

Anja Stegner.
Anja Stegner.

Sybille Disque findet Lebkuchen im September zu früh. Die bessere Zeit, um in die Weihnachtszeit zu starten, ist für sie Anfang November. „Weil die Leute, die das backen, müssen ja auch rechtzeitig anfangen.“ Selbst backt die Zweibrückerin keine Plätzchen mehr. „Weil wenn ich selbst backe, dann komme ich auf die Idee, zu viel zu essen“. Eine richtige Lieblingsleckerei für Weihnachten hat sie nicht. Disque: „Ich esse alles durch die Bank.“

Sybille Disque.
Sybille Disque.

„Ich bin konservativ eingestellt. Vor 14 Tagen habe ich schon Regale voll mit Lebkuchen gesehen. Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Harald Schlenz aus Nünschweiler. Beschränken will er den Verkauf zeitlich aber nicht. „Es gibt schon genug Beschränkungen.“ Weihnachten hat für Schlenz einen gewissen Charakter. Weihnachten beginnt für ihn am 1. Dezember mit der Vorweihnachtszeit. Würden Lebkuchen ab Mitte, Ende November verkauft werden, wäre das für ihn in Ordnung. Plätzchen backt Schlenz selbst nicht. „Das ist das Einzige, dass ich meiner Frau überlasse.“ Seine Lieblingsleckerei zu Weihnachten sind Vanillekipferl. Er ergänzt: „Aber so richtig mit Vanilleschoten, nicht mit dem künstlichen Aroma.“

Harald Schlenz.
Harald Schlenz.

Peter Philippi geht gar nicht im Supermarkt einkaufen. Lebensmittel besorgt er beim Bäcker, in der Metzgerei oder im Gemüsehandel. Entsprechend hat er noch nicht gesehen, dass es schon Lebkuchen im Supermarkt gibt. Dass im September schon Lebkuchen und Co. verkauft werden, mag Philippi nicht. Müsste er einen Stichtag für den Beginn mit dem Plätzchenbacken definieren, dann wäre es Mitte November. Selbst backt er keine Plätzchen. Wird ihm mal ein kleines Tütchen von Nachbarn angeboten, dann nimmt der Nünschweilerer dieses aber gerne an. Sein Lieblingsessen an Weihnachten: frisch gebackener Stollen.

Peter Philippi.
Peter Philippi.

„Ich habe ein paar Mal schon daran gedacht, beim Lebkuchen zuzuschlagen“, gibt Thomas Stepp zu. Der Zweibrücker liebt Lebkuchen, er findet es sogar schade, dass es diese Leckerei nicht das ganze Jahr über gibt. Einen Vorrat hat er daheim − für laue Sommerabende − aber nicht. Dass andere Leute Kritik üben, dass es jetzt schon Weihnachtsleckereien im Laden gibt, versteht er aber schon. „Auch Plätzchen, das ist ja eher etwas zum selber backen.“

Thomas Stepp.
Thomas Stepp.

Norbert Engler hält nichts davon, dass es jetzt schon Lebkuchen im Geschäft gibt. „Vor dem 1. November kaufe ich da nichts.“ Allerdings backt der Zweibrücker auch an Weihnachten; Plätzchen und Stollen. „Ich mache dann große Boxen voll, stelle die bei meiner Mutter ab und dann kommen meine ganzen Geschwister und bedienen sich.“ Jedes Jahr backt Engler etwa zehn Sorten Plätzchen und vier Christstollen.

Norbert Engler.
Norbert Engler.
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